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Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung

Diese Schlussfolgerungen fordern die Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission auf, die Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung durch Ergreifen von Maßnahmen in vier Prioritätsbereichen zu verstärken: Einführung eines gemeinsamen Instrumentariums, Förderung der Qualität und Attraktivität der beruflichen Bildung, Entwicklung von Verbindungen zum Arbeitsmarkt und Verstärkung der europäischen Zusammenarbeit.

RECHTSAKT

Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 24. Januar 2009 zu den künftigen Prioritäten einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung [Amtsblatt C 18 vom 24.1.2009].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Schlussfolgerungen sehen freiwillige Maßnahmen der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten vor, um die Qualität und Effizienz der beruflichen Bildung zu verbessern. Es werden vier Maßnahmenachsen für den Zeitraum 2008 bis 2010 genannt, die neben den im Kopenhagen-Prozess (EN) festgelegten Prioritäten und Leitlinien zu verfolgen sind.

Einführung gemeinsamer europäischer Instrumentarien und Verfahren zur Förderung der Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung

Nationale Qualifikationssysteme und -rahmen, die auf Lernergebnissen beruhen, sollten im Einklang mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen entwickelt werden. Es ist unverzichtbar, diese sowie das künftige Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET) und den Europäischen Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung (EQARF) einzuführen. Zu diesem Zweck sollten Pilotprojekte, kohärente Methoden und Instrumente, einschließlich Instrumente zur Validierung nichtformal und informell erzielter Lernergebnisse, sowie Instrumente zur Qualitätssicherung entwickelt werden.

Erhöhung der Qualität und Attraktivität der Systeme der beruflichen Bildung

Die Attraktivität der beruflichen Bildung sollte bei allen Zielgruppen erhöht werden, insbesondere unter Schülern, Erwachsenen und Unternehmen. Gleichzeitig sollte gewährleistet sein, dass der Zugang zu Maßnahmen der beruflichen Bildung und die Teilnahme daran unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der von Ausgrenzung bedrohten Personen oder Personengruppen für alle offen ist. Zudem sollten Informationen sowie lebensbegleitende Orientierungs- und Beratungsdienste besser zugänglich werden. Bildungswege, die den Übergang zwischen verschiedenen Qualifizierungsebenen ermöglichen, sollten ebenfalls erleichtert werden.

Es sollte ein gemeinsames Instrumentarium zur Förderung der Qualität der Systeme der beruflichen Bildung geschaffen werden. Insbesondere sollten Mechanismen zur Qualitätssicherung durch Umsetzung des künftigen EQARF entwickelt werden. Die Berufsbildungskonzepte sollten auf konsistenten Daten beruhen, deren Erhebung verbessert werden muss. Ferner sollte mehr in die Weiterbildung der Ausbilder in der beruflichen Bildung investiert, der an die berufliche Bildung angepasste Fremdsprachenerwerb sollte entwickelt, Innovation und Kreativität in der beruflichen Bildung sollten gefördert und die Durchlässigkeit und Kontinuität der Bildungswege zwischen den verschiedenen Bildungsebenen sollte verbessert werden.

Entwicklung der Verbindungen zwischen beruflicher Bildung und dem Arbeitsmarkt

Zur Verbesserung der Verbindungen zwischen beruflicher Bildung und dem Arbeitsmarkt ist es unverzichtbar, Mechanismen zur Prognostizierung des Beschäftigungsangebots und der Qualifikationserfordernisse unter Berücksichtigung möglicher Qualifikationsdefizite weiterzuentwickeln. Gleichzeitig ist eine Einbindung der Sozialpartner und der Wirtschaftsteilnehmer in die Entwicklung der politischen Konzepte für die berufliche Bildung zu gewährleisten.

Orientierungs- und Beratungsdienste sollten verbessert werden, um den Wechsel von der beruflichen Bildung in die Erwerbstätigkeit zu erleichtern. Auch die Mechanismen zur Förderung der Erwachsenenbildung sollten verbessert werden, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhöhen. Ferner sollten die Bemühungen zur Validierung und Anerkennung der Lernergebnisse im Bereich der nichtformalen und informellen Bildung fortgesetzt werden. Auch die Mobilität der Personen in der berufsbezogenen Ausbildung sollte insbesondere durch Ausbau der entsprechenden Gemeinschaftsprogramme erhöht werden. Schließlich sollte die Rolle der Hochschulbildung im Rahmen der beruflichen Bildung und der Eingliederung in den Arbeitsmarkt gestärkt werden.

Verbesserung der europäischen Zusammenarbeit

Die Maßnahmen zum wechselseitigen Lernen sollten wirksamer werden und die Ergebnisse sollten zur Gestaltung der einzelstaatlichen Politik in der beruflichen Bildung verwertet werden. Es sollte auch gewährleistet werden, dass die mit der beruflichen Bildung verbundenen Prioritäten in den künftigen strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung einbezogen und öffentlich wahrgenommen werden. Die Abstimmung zwischen der beruflichen Bildung und den Konzepten der übrigen Bildungsebenen, der Mehrsprachigkeits- und der Jugendpolitik sollte verbessert werden. Zudem muss die Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen gestärkt werden.

Die Kommission und die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten die den vier genannten Achsen zugeordneten Maßnahmen durchzuführen. Sie sollten geeignete öffentliche und private Finanzierungsmöglichkeiten nutzen, um die Reformen auf nationaler Ebene zu flankieren und das gemeinschaftliche Instrumentarium umzusetzen. Sie sollten ferner die Abdeckung und die Qualität der Statistiken in der beruflichen Bildung weiter verbessern und eine ausgeprägtere Berufsbildungskomponente im kohärenten Indikator- und Benchmark-Rahmen entwickeln. Zudem sollten sie fortfahren, Aktivitäten hinsichtlich der künftigen Qualifikationsnachfrage zu entwickeln.

Die Kommission und die Mitgliedstaaten sollten Informationen mit Drittländern austauschen und mit diesen in der beruflichen Bildung zusammenarbeiten. Das Cedefop (Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung) und die Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF) sind ebenfalls eng in die Unterstützung der Kommission bei Fragen der beruflichen Bildung eingebunden.

Letzte Änderung: 24.06.2009

Siehe auch

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