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Regelung zur Anerkennung von Berufsqualifikationen

Durch die vorliegende Richtlinie wird eine Regelung zur Anerkennung von Berufsqualifikationen festgelegt mit dem Ziel, einen Beitrag zur Flexibilität der Arbeitsmärkte zu leisten, eine weitergehende Liberalisierung der Erbringung von Dienstleistungen herbeizuführen, einen stärkeren Automatismus bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen zu fördern und die Verwaltungsverfahren zu vereinfachen.

RECHTSAKT

Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen [Vgl. Ändernde(r) Rechtsakt(e)].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Richtlinie gilt für alle Angehörigen eines Mitgliedstaats der Europäischen Union (EU), die als Selbständige oder abhängig Beschäftigte einen reglementierten Beruf * in einem anderen Mitgliedstaat ausüben wollen als dem, in dem sie ihre Berufsqualifikationen erworben haben.

Die Richtlinie unterscheidet zwischen „Dienstleistungsfreiheit“ und „Niederlassungsfreiheit“ und stützt sich dabei auf die vom Gerichtshof genannten Kriterien: Dauer, Häufigkeit, regelmäßige Wiederkehr und Kontinuität der Leistungserbringung.

FREIER DIENSTLEISTUNGSVERKEHR

Jeder rechtmäßig in einem Mitgliedstaat niedergelassene Angehörige der Europäischen Union darf unter der Berufsbezeichnung seines Herkunftsmitgliedstaats zeitweilig und gelegentlich in einem anderen Mitgliedstaat Dienstleistungen erbringen, ohne die Anerkennung seiner Qualifikationen beantragen zu müssen. Der Dienstleister muss jedoch eine zweijährige Berufserfahrung nachweisen, wenn der betreffende Beruf in diesem Staat nicht reglementiert ist.

Der Aufnahmemitgliedstaat kann vom Leistungserbringer verlangen, dass er vor der ersten Leistungserbringung auf seinem Hoheitsgebiet eine Meldung abgibt (diese ist jährlich zu erneuern). Dieser Meldung sind Einzelheiten über den Versicherungsschutz oder andere Unterlagen wie der Nachweis über die Staatsangehörigkeit des Dienstleisters, eine Bescheinigung über die rechtmäßige Niederlassung des Dienstleisters und ein Nachweis über seine Berufsqualifikationen beizufügen.

Verlangt der Aufnahmemitgliedstaat eine Pro-forma-Eintragung bei der zuständigen Berufsorganisation, so hat diese automatisch zu erfolgen. Die zuständige Behörde muss die Akte des Antragstellers an die zuständige Berufsorganisation weiterleiten. Bei Berufen, die die öffentliche Gesundheit oder Sicherheit berühren, und für die die automatische Anerkennung nicht gilt, kann der Aufnahmemitgliedstaat die Berufsqualifikationen des Leistungserbringers im Vorhinein und unter Einhaltung des Prinzips der Verhältnismäßigkeit prüfen.

Wird die Dienstleistung unter der Berufsbezeichnung des Niederlassungsmitgliedstaats oder unter der Ausbildungsbezeichnung * des Leistungserbringers erbracht, kann der Aufnahmemitgliedstaat von diesem verlangen, dass er die Verbraucher über bestimmte Sachverhalte informiert, insbesondere über seinen Versicherungsschutz gegen die finanziellen Risiken seiner beruflichen Haftpflicht.

Die zuständigen Behörden stellen sowohl bei der zeitweiligen Dienstleistungserbringung als auch bei der dauerhaften Niederlassung in einem anderen Mitgliedstaat eine gegenseitige Unterrichtung der Mitgliedstaaten insbesondere über schwerwiegende Sachverhalte sicher, die sich im Zusammenhang mit der Niederlassung des betreffenden Berufsangehörigen im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten ergeben haben und die wiederum Auswirkungen auf die Ausübung der Berufstätigkeit haben können. Dieser Informationsaustausch muss indessen unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften erfolgen.

NIEDERLASSUNGSFREIHEIT

Die „Niederlassungsfreiheit“ wird in Anspruch genommen, wenn ein Berufsangehöriger, der diese Freiheit tatsächlich in Anspruch nimmt, sich zwecks dauerhafter Ausübung seiner Berufstätigkeit in einem anderen Mitgliedstaat niederlässt.

Allgemeine Regelung für die Anerkennung von Ausbildungsnachweisen

Diese allgemeine Regelung gilt für alle Berufe, die nicht unter spezifische Anerkennungsregelungen fallen sowie für die Fälle, in denen der zuwandernde Berufsangehörige die in den anderen Anerkennungsregelungen vorgesehenen Voraussetzungen nicht erfüllt. Sie basiert auf dem Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung; lediglich bei wesentlichen Unterschieden zwischen der vom Betroffenen abgeschlossenen Ausbildung * und der im Aufnahmemitgliedstaat geforderten Ausbildung können Ausgleichsmaßnahmen angewendet werden. Die Ausgleichsmaßnahme besteht entweder in einem Anpassungslehrgang * oder einer Eignungsprüfung *, wobei die Entscheidung für die eine oder andere Möglichkeit, von Ausnahmen abgesehen, beim Betroffenen liegt.

Wird die Aufnahme oder Ausübung eines reglementierten Berufes in dem Aufnahmemitgliedstaat von dem Besitz bestimmter Berufsqualifikationen abhängig gemacht, so gestattet die zuständige Behörde dieses Mitgliedstaates den Antragstellern die Aufnahme oder Ausübung dieses Berufes unter denselben Voraussetzungen wie bei Inländern. Allerdings muss der Antragsteller einen in einem anderen Mitgliedstaat erlangten Berufsabschluss nachweisen können, der mindestens dem Ausbildungsniveau entspricht, das unmittelbar unter dem im Aufnahmemitgliedstaat geforderten Niveau liegt.

Wird dagegen im Herkunftsmitgliedstaat des Antragstellers die Aufnahme oder Ausübung einer Berufstätigkeit nicht vom Besitz bestimmter Berufsqualifikationen abhängig gemacht, muss der Antragsteller, um in einem Aufnahmemitgliedstaat, der diesen Beruf reglementiert, seine Tätigkeit aufnehmen zu können, neben dem Ausbildungsnachweis eine zweijährige Berufserfahrung in Vollzeittätigkeit nachweisen, die er während der vorangegangenen zehn Jahre erworben hat.

Die Richtlinie unterscheidet fünf verschiedene Qualifikationsniveaus:

  • den Befähigungsnachweis als Nachweis einer allgemeinen Schulbildung von Primär- oder Sekundarniveau, der bescheinigt, dass der Inhaber Allgemeinkenntnisse besitzt, bzw. ein von der zuständigen Stelle des Herkunftsmitgliedstaats ausgestellter Befähigungsnachweis aufgrund einer Ausbildung, für die kein Zeugnis oder Diplom erteilt wird, oder aufgrund einer dreijährigen Berufserfahrung;
  • das Prüfungszeugnis als Nachweis einer technischen oder berufsbildenden oder allgemein bildenden Sekundarausbildung, die durch einen Berufsausbildungsgang ergänzt wird;
  • das Diplom über einen Ausbildungsgang, der einer postsekundären Ausbildung von mindestens einem Jahr oder einer Ausbildung entspricht, die auf vergleichbare berufliche Funktionen und Verantwortung vorbereitet;
  • das Diplom über einen Ausbildungsgang, der einer Hochschul- oder Universitätsausbildung von mindestens drei und höchstens vier Jahren entspricht;
  • das Hochschuldiplom als Nachweis einer mindestens vierjährigen Hochschul- oder Universitätsausbildung.

Der Aufnahmemitgliedstaat kann die Anerkennung der Ausbildungsnachweise davon abhängig machen, dass der Antragsteller eine Ausgleichsmaßnahme absolviert (Eignungstest oder höchstens dreijähriger Anpassungslehrgang), wenn

  • die Ausbildungsdauer mindestens ein Jahr unter der im Aufnahmemitgliedstaat geforderten Ausbildungsdauer lag,
  • seine bisherige Ausbildung sich auf Fächer bezog, die sich wesentlich von denen unterscheiden, die durch den Ausbildungsnachweis abgedeckt werden, der im Aufnahmemitgliedstaat vorgeschrieben ist oder
  • der Beruf nach den Bestimmungen des Aufnahmemitgliedstaats eine oder mehrere reglementierte berufliche Tätigkeiten umfasst, die nicht Bestandteil des Berufs im Herkunftsmitgliedstaat sind und wenn dieser Unterschied in einer besonderen Ausbildung besteht, die sich auf Fächer bezieht, die sich wesentlich von denen unterscheiden, die von der Ausbildung des Antragstellers abgedeckt werden.

In der Richtlinie ist die Möglichkeit vorgesehen, dass die auf nationaler und europäischer Ebene repräsentativen Berufsverbände gemeinsame Plattformen schaffen, um wesentliche Unterschiede, die zwischen den Ausbildungsanforderungen der Mitgliedstaaten festgestellt werden, auszugleichen. Dadurch können den Betroffenen Ausgleichsmaßnahmen erspart und gleichzeitig das Qualifikationsniveau in angemessener Weise sichergestellt werden. Die Plattform stellt gewissermaßen eine „vorab festgelegte Ausgleichsmaßnahme“ dar. Ende 2010 wird die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht über die Bestimmungen der Richtlinie über die gemeinsamen Plattformen vorlegen.

Automatische Anerkennung von durch Berufserfahrung nachgewiesenen Qualifikationen bei bestimmten Tätigkeiten in Industrie, Handel und Handwerk

Für die in der Richtlinie (Kapitel II) aufgeführten Tätigkeiten in Industrie, Handwerk und Handel ist unter den genannten Voraussetzungen eine automatische Anerkennung der Qualifikationen auf der Grundlage der Berufserfahrung vorgesehen.

Bei der Anerkennung der Berufserfahrung werden die Dauer und die Art (Tätigkeit als Selbstständiger oder abhängig Beschäftigter) berücksichtigt. Auch die vorherige Ausbildung wird berücksichtigt und kann auf die Dauer der geforderten Berufserfahrung angerechnet werden. Alle vorherigen Ausbildungsgänge müssen jedoch durch ein staatlich anerkanntes Zeugnis bescheinigt oder von der zuständigen Berufsorganisation als vollwertig angesehen werden.

Die Ausübung aller dieser Berufstätigkeiten unterliegt den Voraussetzungen, die festgelegt sind in:

  • Anhang IV Verzeichnis I, das sich insbesondere auf die Textilindustrie, die chemische Industrie, die Mineralölindustrie, die Druckindustrie, das verarbeitende Gewerbe, die Bauwirtschaft usw. bezieht;
  • Anhang IV Verzeichnis II, das sich insbesondere auf die Herstellung von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen, Hilfstätigkeiten des Verkehrs, im Post- und Fernmeldewesen oder in Fotoateliers usw. bezieht;
  • Anhang IV Verzeichnis III, das sich insbesondere auf das Restaurations- und Schankgewerbe, das Beherbergungsgewerbe, die persönlichen Dienste, die Dienstleistungen für die Allgemeinheit oder die Dienste zur Freizeitgestaltung usw. bezieht.

Regelung zur automatischen Anerkennung der Qualifikationen von Ärzten, Krankenschwestern und Krankenpflegern, Zahnärzten, Tierärzten, Hebammen, Apothekern und Architekten

Die automatische Anerkennung der Ausbildungsnachweise auf der Grundlage einer Koordinierung der Mindestanforderungen an die Ausbildung betrifft folgende Berufe: Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpfleger, die für die allgemeine Pflege verantwortlich sind, Zahnärzte, Tierärzte, Hebammen, Apotheker und Architekten (Kapitel III der Richtlinie).

Zum Zwecke der Anerkennung werden in der Richtlinie für alle diese Berufe Mindestanforderungen der Ausbildung festgelegt, unter anderem in Bezug auf die Mindeststudiendauer. Die von den Mitgliedstaaten ausgestellten der Richtlinie entsprechenden Ausbildungsnachweise sind in Anhang Verordnung aufgeführt. Sie ermöglichen den Inhabern, ihren Beruf in jedem Mitgliedstaat auszuüben.

Nach Maßgabe der Richtlinie können die Mitgliedstaaten die Möglichkeit einer Ausbildung auf Teilzeitbasis auf alle Berufe ausdehnen, sofern die Gesamtdauer, das Niveau und die Qualität der betreffenden Ausbildung Dauer, Niveau und Qualität der Vollzeitausbildung nicht unterschreiten.

Unbeschadet der spezifischen erworbenen Rechte in den betreffenden Berufen, insbesondere im Beruf des Architekten (Anhang VI), erkennt jeder Mitgliedstaat als ausreichenden Nachweis die von den Mitgliedstaaten ausgestellten Ausbildungsnachweise an, die zur Aufnahme dieser Berufe berechtigen, auch wenn sie nicht alle genannten Ausbildungsanforderungen erfüllen, sofern sie eine Ausbildung abschließen, die vor den in Anhang V genannten Stichtagen begonnen wurde, und ihnen eine Bescheinigung darüber beigefügt ist, dass der Inhaber während der letzten fünf Jahre mindestens drei Jahre lang ununterbrochen die betreffenden Tätigkeiten ausgeübt hat.

Verfahren für die Anerkennung der Berufsqualifikationen

Der Anerkennungsantrag ist bei der zuständigen Stelle des Aufnahmemitgliedstaats einzureichen. Dem Antrag beizufügen sind bestimmte Unterlagen und Bescheinigungen. Die Richtlinie sieht vor, dass künftig die zuständigen Stellen den Eingang des Antrags binnen eines Monats bestätigen müssen und zwar unter Angabe aller fehlenden Unterlagen. Binnen drei Monaten nach Eingang der vollständigen Akte muss über den Antrag entschieden werden. Diese Frist kann im Rahmen der allgemeinen Anerkennungsregelung um einen Monat verlängert werden. Eine Ablehnung des Antrags ist hinreichend zu begründen und kann ebenso wie eine nicht fristgerecht getroffene Entscheidung nach innerstaatlichem Recht angefochten werden.

Die Angehörigen der Mitgliedstaaten dürfen ihre Berufsbezeichnung, sowie eine eventuelle Abkürzung dieser Bezeichnung als auch die entsprechende Berufsbezeichnung im Aufnahmemitgliedstaat führen. Wird ein Beruf im Aufnahmemitgliedstaat von einem Berufsverband oder einer -organisation (siehe Anhang I) reglementiert, müssen die betreffende Berufsangehörigen diesem Verband oder dieser Organisation beitreten können, um die Berufsbezeichnung führen zu dürfen.

Die Mitgliedstaaten können von den Antragstellern verlangen, dass sie über die Sprachkenntnisse verfügen, die für die Ausübung ihrer Berufstätigkeit im Aufnahmemitgliedstaat erforderlich sind. Diese Bestimmung ist nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit anzuwenden, d.h. die entsprechenden Berufsangehörigen dürfen vor Aufnahme ihrer Tätigkeit nicht systematischen Sprachtests unterworfen werden.

Um die Anwendung der Bestimmungen zu erleichtern, regt die Richtlinie eine enge Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Stellen des Aufnahmemitgliedstaates und des Herkunftsmitgliedstaates an. Außerdem sieht sie die Umsetzung folgender Maßnahmen vor:

  • jeder Mitgliedstaat benennt einen Koordinator, der eine einheitliche Anwendung der Richtlinie gewährleisten soll;
  • jeder Mitgliedstaat benennt eine Kontaktstelle, die den Bürgern alle nützlichen Informationen über die Anerkennung von Berufsqualifikationen gibt und ihnen helfen soll, ihre Rechte wahrzunehmen, insbesondere unter Einschaltung der zuständigen Stellen, die über die Anerkennungsanträge befinden;
  • Vertreter der Mitgliedstaaten nehmen am Ausschuss für die Anerkennung der Berufsqualifikationen teil;
  • die Kommission wird Vertreter der verschiedenen Berufsgruppen in angemessener Weise zu Rate ziehen.

Die Mitgliedstaaten sind gehalten, der Kommission alle zwei Jahre einen Bericht über die Anwendung der Regelung vorzulegen. Falls bei der Anwendung einer Bestimmung dieser Richtlinie in bestimmten Bereichen erhebliche Schwierigkeiten auftreten, untersucht die Kommission diese Schwierigkeiten gemeinsam mit dem betreffenden Staat.

Gerechnet ab dem 20. Oktober 2007 wird die Kommission alle fünf Jahre einen Bericht über die Anwendung der Richtlinie vorlegen.

Hintergrund

Die Richtlinie entspricht den Empfehlungen des Europäischen Rates in Stockholm im Jahr 2001, in denen die Kommission aufgefordert wurde, im Hinblick auf die Verwirklichung der Ziele der Lissabonner Strategie ein einheitlicheres, transparenteres und flexibleres System vorzuschlagen.

Mit dieser Richtlinie sollen die drei Richtlinien, durch die ein allgemeines System der Anerkennung von Berufsqualifikationen (Anerkennung der Diplome, Prüfungszeugnisse oder sonstigen Befähigungen zur Bescheinigung eines langen Hochschulstudiums; Anerkennung von Diplomen, Prüfungszeugnissen und Befähigungsnachweisen, für deren Erwerb kein Langstudium erforderlich ist; und Verfahren zur Anerkennung der Befähigungsnachweise für Handwerks- und Handelsberufe und für bestimmte Dienstleistungsgewerbe) festgelegt wird, zu einem einzigen Rechtsakt zusammengefasst werden.

Weiter konsolidiert sie zwölf sektorbezogene Richtlinien, die insbesondere die Tätigkeiten des Arztes, der Krankenschwester und des Krankenpflegers (Richtlinie 77/452/EWG), des Zahnarztes (Richtlinie 78/686/EWG), des Tierarztes (Richtlinie 78/1026/EWG), der Hebamme (Richtlinie 80/154/EWG), des Architekten und des Apothekers (gegenseitige Anerkennung der Apothekerdiplome und Befähigungsnachweise im pharmazeutischen Bereich) betreffen.

Die spezifischen Richtlinien über die Ausübung des Rechtsanwaltsberufs (Richtlinie 77/249/EWG) und die Niederlassungsfreiheit der Rechtsanwälte werden hier nicht berücksichtigt, da sie nicht auf die Anerkennung der Berufsqualifikationen ausgerichtet sind, sondern auf die Anerkennung der Genehmigung zur Berufsausübung.

Schlüsselwörter des Rechtsakts
  • reglementierter Beruf: eine berufliche Tätigkeit oder eine Gruppe beruflicher Tätigkeiten, bei der die Aufnahme oder Ausübung oder eine der Arten der Ausübung direkt oder indirekt durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften an den Besitz bestimmter Berufsqualifikationen gebunden ist; eine Art der Ausübung ist insbesondere die Führung einer Berufsbezeichnung, die durch Rechts- oder Verwaltungsvorschriften auf Personen beschränkt ist, die über eine bestimmte Berufsqualifikation verfügen.
  • Ausbildungsnachweis/-bezeichnung: Diplome, Prüfungszeugnisse und sonstige Befähigungsnachweise, die von einer Behörde eines Mitgliedstaats, die entsprechend dessen Rechts- und Verwaltungsvorschriften benannt wurde, für den Abschluss einer überwiegend in der Gemeinschaft absolvierten Berufsausbildung ausgestellt werden.
  • reglementierte Ausbildung: jede Ausbildung, die speziell auf die Ausübung eines bestimmten Berufes ausgerichtet ist und aus einem abgeschlossenen Ausbildungsgang oder mehreren abgeschlossenen Ausbildungsgängen besteht, der/die gegebenenfalls durch eine Berufsausbildung, durch ein Berufspraktikum oder durch Berufspraxis ergänzt wird/werden. Der Aufbau und das Niveau der Berufsausbildung, des Berufspraktikums oder der Berufspraxis müssen in den Rechts- und Verwaltungsvorschriften des jeweiligen Mitgliedstaats festgelegt sein oder von einer zu diesem Zweck bestimmten Behörde kontrolliert oder genehmigt werden.
  • Anpassungslehrgang: Ausübung eines reglementierten Berufs, die in dem Aufnahmemitgliedstaat unter der Verantwortung eines qualifizierten Berufsangehörigen erfolgt und gegebenenfalls mit einer Zusatzausbildung einhergeht. Der Lehrgang ist Gegenstand einer Bewertung.
  • Eignungsprüfung: eine ausschließlich die beruflichen Kenntnisse des Antragstellers betreffende und von den zuständigen Stellen des Aufnahmestaats durchgeführte Prüfung, mit der die Fähigkeit des Antragstellers, in diesem Mitgliedstaat einen reglementierten Beruf auszuüben, beurteilt werden soll. Zur Durchführung dieser Prüfung erstellen die zuständigen Behörden ein Verzeichnis der Sachgebiete, die aufgrund eines Vergleichs zwischen der in ihrem Staat verlangten Ausbildung und der bisherigen Ausbildung des Antragstellers von dem Diplom oder den sonstigen Ausbildungsnachweisen, über die der Antragsteller verfügt, nicht abgedeckt werden.

BEZUG

Rechtsakt Datum des Inkrafttretens Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten Amtsblatt
Richtlinie 2005/36/EG

20.10.2005

20.10.2007

ABl. L 255 vom 30.9.2005

Ändernde(r) Rechtakt(e) Datum des Inkrafttretens Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten Amtsblatt
Richtlinie 2006/100/EG

1.1.2007

1.1.2007

ABl. L 363 vom 20.12.2006

Verordnung (EG) Nr. 1137/2008

11.12.2008

-

ABl. L 311 vom 21.11.2008

Die nachfolgenden Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 2005/36/EG wurden in den Grundtext einbezogen. Diese konsolidierte Fassung ist nur für Referenzwecke gedacht.

ÄNDERUNG DER ANHÄNGE

Anhang II – Verzeichnis der besonders strukturierten Ausbildungsgänge gemäß Artikel 11 Buchstabe c Ziffer ii:
Richtlinie 2006/100/EG [Amtsblatt L 363 vom 20.12.2006];
Verordnung (EG) Nr. 1430/2007 [Amtsblatt L 320 vom 6.12.2007];
Verordnung (EG) Nr. 755/2008 [Amtsblatt L 205 vom 1.8.2008];
Verordnung (EG) Nr. 279/2009 [Amtsblatt L 93 vom 7.4.2009].

Anhang III – Verzeichnis der in Artikel 13 Absatz 2 Unterabsatz 3 genannten reglementierten Ausbildungsgänge:
Verordnung (EG) Nr 1430/2007 [Amtsblatt L 320 vom 6.12.2007].

Anhang V – Anerkennung auf der Grundlage der Koordinierung der Mindestanforderungen an die Ausbildung
Richtlinie 2006/100/EG des Rates [Amtsblatt L 363 vom 20.12.2006].

Anhang VI – Erworbene Rechte von Angehörigen der Berufe, die auf der Grundlage der Koordinierung der Mindestanforderungen an die Ausbildung anerkannt werden:
Richtlinie 2006/100/EG [Amtsblatt L 363 vom 20.12.2006].

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Beschluss 2007/172/EG der Kommission vom 19. März 2007 zur Einsetzung einer Koordinatorengruppe auf dem Gebiet der Anerkennung der Berufsqualifikationen [ABl. L 79 vom 20.3.2007].
Diese Gruppe von Sachverständigen hat die Aufgabe, die Anwendung dieser Richtlinie zu erleichtern und hinsichtlich der Qualifikationen einen Binnenmarkt für die reglementierten Berufe zu entwickeln. Die Kommission konsultiert diese Gruppe, die sich aus Koordinatoren der Mitgliedstaaten und von den Mitgliedstaaten benannte zusätzliche Mitglieder sowie einem Vertreter der Kommission zusammensetzt.

 
Letzte Änderung: 19.01.2010
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