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Weißbuch Sport

Als erste groß angelegte, europaweite Initiative zu diesem Thema macht dieses Weißbuch strategische Vorgaben zur Rolle des Sports in der Europäischen Union (EU), insbesondere in gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht:

RECHTSAKT

Weißbuch Sport vom 11. Juli 2007 (Vorlage der Europäischen Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Ausschuss der Regionen und den Wirtschafts- und Sozialausschuss) [KOM(2007) 391 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

ZUSAMMENFASSUNG

Dieses Weißbuch ist der grundlegende Beitrag der Kommission zum Thema Sport und zu seiner Rolle im Alltag der EU-Bürger.

Es stellt die Bedeutung heraus, die der Sport für alle anderen gemeinsamen Politikbereiche haben kann.

Darüber hinaus beschreibt es gezielt die Bedürfnisse und die besonderen Merkmale der Welt des Sports.

Schließlich zeigt es Zukunftsperspektiven für den Sport auf europäischer Ebene unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips, der Autonomie der Sportorganisationen und des Gemeinschaftsrechts auf.

Ziele

Im Wesentlichen soll das Weißbuch Sport

  • strategische Richtungsvorgaben festlegen
  • die Auseinandersetzung mit spezifischen Problemen des Sports fördern
  • den Sport im Entscheidungsprozess der EU in der öffentlichen Wahrnehmung sichtbarer machen
  • die Bedürfnisse und Besonderheiten dieses Bereichs herausstellen
  • die geeignete Hierarchieebene für künftige Maßnahmen herausfinden

Im Einzelnen verbindet die Kommission mit diesem Weißbuch das Bestreben,

  • der Dimension Sport in der gesamten Europapolitik volle Anerkennung zu verschaffen,
  • für mehr rechtliche Klarheit bei der Anwendung des gemeinschaftlichen Besitzstands im Sport zu sorgen und so zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit dem Sport in Europa beizutragen.

Thematische Gliederung

Im Weißbuch werden drei Themen angesprochen:

  • die „gesellschaftliche Rolle des Sports", d. h. Sport als gesellschaftliches Phänomen
  • die „wirtschaftliche Dimension des Sports", d. h. der Beitrag des Sports zum Wirtschaftswachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa
  • die „Organisation des Sports", d. h. die Rolle jedes einzelnen Akteurs (öffentlich und privat, aus der Wirtschaft oder dem Sport) bei der Lenkung der Sportbewegung

Aktionsplan

Das Weißbuch wird ergänzt durch einen Aktionsplan, der zu Ehren des Vaters der Olympischen Spiele der Neuzeit nach Pierre de Coubertin benannt ist.

In diesem Aktionsplan schlägt die Kommission eine ganze Reihe konkreter Maßnahmen vor, die sich auf konkrete gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte des Sports beziehen, wie Gesundheit, soziale Integration, ehrenamtliche Tätigkeit, Erziehung oder Außenbeziehungen.

Der Aktionsplan greift folgende Vorschläge auf:

  • Ausarbeitung von Leitlinien zur körperlichen Betätigung und Aufbau eines europäischen Netzwerks zur Förderung des Sports als Faktor mit positiver Wirkung auf die Gesundheit
  • bessere Koordinierung des Kampfs gegen Doping auf europäischer Ebene
  • Verleihung eines europäischen Gütesiegels an Schulen, in denen die körperliche Betätigung gefördert wird
  • Auftragsvergabe für eine Studie über die ehrenamtliche Arbeit im Sport
  • Verbesserung der sozialen Eingliederung und der Integration durch den Sport mithilfe europäischer Programme und Fonds
  • Förderung des Austauschs von Informationen, Erfahrungen und bewährten Verfahren zwischen den Strafverfolgungsbehörden und Sportorganisationen zur Verhütung rassistischer Vorfälle oder gewalttätiger Ausschreitungen
  • verstärkte Nutzung des Sports als Instrument der europäischen Entwicklungspolitik
  • Erstellung von Statistiken zur Messung der Auswirkungen des Sports auf die Wirtschaft
  • Erarbeitung einer Studie zur öffentlichen und privaten Finanzierung des Sports
  • Durchführung einer Folgenabschätzung zu den Aktivitäten der Spieleragenten und Beurteilung des Zusatznutzens, der durch Maßnahmen der EU auf diesem Gebiet möglich wäre
  • bessere Strukturierung des europaweiten Sportdialogs, insbesondere durch die Veranstaltung eines jährlichen Sportforums
  • intensivere Zusammenarbeit der Regierungen im Bereich Sport
  • Förderung der Einsetzung von Ausschüssen für den europäischen Dialog über soziale Fragen im Sportsektor und Unterstützung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Follow-up

Die Kommission wird die in diesem Weißbuch vorgestellten Initiativen in einem strukturierten Dialog mit allen Beteiligten des Sportbereichs weiter verfolgen. Dazu gehören

  • die europäischen Sportverbände
  • die europäischen Dachorganisationen im Sportbereich, insbesondere die Europäischen Olympischen Komitees (EOC), das Europäische Parolympische Komitee (EPC) und die nichtstaatlichen europäischen Sportorganisationen
  • die nationalen Dachorganisationen im Sportbereich gleichermaßen wie die nationalen Olympischen und Parolympischen Komitees
  • sonstige auf europäischer Ebene vertretene Akteure im Sportbereich, auch die Sozialpartner
  • sonstige europäische und internationale Organisationen (Gremien des Europarates und der Vereinten Nationen, UNESCO, WHO usw.)

Hintergrund

Sport als gesellschaftliches und wirtschaftliches Phänomen trägt zur Verwirklichung der strategischen Ziele Solidarität und Wohlstand in der Europäischen Union bei. Im Sinne des europäischen Ideals vermittelt der Sport die Konzepte Frieden, Toleranz, gegenseitiges Verständnis und Bildung.

Der Sport ist heute mit neuen Erscheinungen konfrontiert, wie wirtschaftlichem Druck, Menschenhandel, Doping, Rassismus, Gewalt, Korruption und Geldwäsche.

Der Europäische Rat hat die wesentliche Rolle des Sports in seiner Erklärung vom Dezember 2000 anerkannt. Der Europäische Rat vom Juni 2007 hat Vorgaben für das Mandat der Regierungskonferenz gemacht. Danach soll eine Bestimmung zum Sport in den neuen Vertrag aufgenommen werden.

Dieses Weißbuch entstand als Ergebnis ausführlicher Konsultationen, die seit 2005 insbesondere mit den Olympischen Komitees, den Sportverbänden sowie den Mitgliedstaaten geführt wurden.

 
Letzte Änderung: 26.09.2007
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