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Die europäische Dimension des Sports

Auf der Grundlage des Weißbuchs Sport legt diese Mitteilung die Maßnahmen fest, die auf der Ebene der Europäischen Union (EU) durchgeführt werden sollen, um die gesellschaftliche Rolle, die wirtschaftliche Dimension und die Organisation des Sports zu stärken.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 18. Januar 2011 – Entwicklung der europäischen Dimension des Sports [KOM(2011) 12 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Aufbauend auf den Ergebnissen des Weißbuchs Sport stellt diese Mitteilung nach denselben drei großen thematischen Bereichen gegliederte Aspekte dar, die auf der Ebene der Europäischen Union (EU) behandelt werden sollten. Ein Handeln auf dieser Ebene soll Mehrwert bieten, indem es die Maßnahmen der Mitgliedstaaten im Bereich des Sports unterstützt und ergänzt.

Die gesellschaftliche Rolle des Sports

Sport kann einen positiven Beitrag zum Wachstum in Europa, zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit der Bürger sowie zum sozialen Zusammenhalt leisten und zugleich die Gesundheitsausgaben eindämmen. Allerdings ist der Sport Bedrohungen im Zusammenhang mit Doping, Gewalt und Intoleranz ausgesetzt, gegen die zum Schutz der Sportler und der Bürger Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Die Verwendung von Dopingmitteln bringt schwerwiegende Gefahren für die öffentliche Gesundheit mit sich, was eine Intensivierung des Kampfes gegen Doping erforderlich macht. Die Akteure haben die EU aufgefordert, dem Anti-Doping-Übereinkommen des Europarates beizutreten, und zu diesem Zweck wird die Kommission einen Mandatsentwurf für die Verhandlungen über diesen Beitritt vorlegen. Weiterhin ist es wichtig, die Maßnahmen zur Verhinderung des Handels mit Dopingmitteln durch organisierte Netze zu verschärfen. Die Kommission wird Möglichkeiten prüfen, wie sich diese Maßnahmen – auch durch die Einführung strafrechtlicher Bestimmungen – verschärfen lassen. Die Kommission unterstützt bereits verschiedene Organisationen, die eine wichtige Rolle beim Kampf gegen Doping spielen, z. B. die Welt-Antidoping-Agentur (WADA). Sie wird weiterhin transnationale Anti-Doping-Netzwerke unterstützen.

Die Qualität der Sportprogramme in den Bildungseinrichtungen ist in mehreren Mitgliedstaaten nicht zufriedenstellend. Die Qualität der Trainingszentren und ihres Personals sollte so sein, dass sie die moralischen, bildungsmäßigen und beruflichen Interessen der Sportler wahren können. Um die allgemeine und berufliche Bildung sowie Qualifikationen im Sport zu fördern, entwickeln die Kommission und die Mitgliedstaaten europäische Leitlinien für „doppelte Laufbahnen“, die sicherzustellen sollen, dass parallel zum Training die Möglichkeit besteht, eine hochwertige allgemeine und berufliche Bildung zu absolvieren. Sie unterstützen auch die Bezugnahme auf den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) für sportbezogene Qualifikationen und fördern die Validierung und Anerkennung nichtformalen und informellen Lernens durch sportbezogene Maßnahmen.

Für die Prävention und Bekämpfung von Gewalt und Intoleranz, die dem europäischen Sport nach wie vor Probleme bereiten, ist ein europäisches Konzept erforderlich. Die Kommission und die Mitgliedstaaten entwickeln daher Sicherheitsvorkehrungen und Sicherheitsanforderungen für eine ganze Reihe von Sportarten (gegenwärtig werden nur internationale Fußballspiele davon erfasst) und setzen diese um. Weiterhin unterstützt die Kommission die Bekämpfung von Intoleranz im Sport und fordert die Mitgliedstaaten auf, den Rahmenbeschluss 2008/913/JI zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vollständig und wirksam umzusetzen.

Sport leistet einen grundlegenden Beitrag zur Verbesserung der körperlichen Betätigung, die in der heutigen Gesellschaft einen wesentlichen Gesundheitsfaktor darstellt. Zur Gesundheitsförderung durch Sport arbeiten die Kommission und die Mitgliedstaaten weiter an nationalen Leitlinien, die ausgehend von den EU-Leitlinien für körperliche Aktivität von 2008 dazu auffordern sollen, körperliche Betätigung in das Alltagsleben der Bürger zu integrieren. Die Konzepte der gesundheitsförderlichen Bewegung (HEPA = Health-Enhancing Physical Activity) unterscheiden sich von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat erheblich. Um diese Unterschiede zu überwinden, unterstützt die Kommission transnationale Projekte und Netzwerke in diesem Bereich.

Die soziale Integration kann im und durch den Sport verbessert werden. Zu diesem Zweck entwerfen die Kommission und die Mitgliedstaaten mit Hilfe der EU-Strategie für Menschen mit Behinderungen Standards für den Zugang zum Sport. Außerdem fördern sie weiterhin die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen an Sportveranstaltungen. Die Kommission unterstützt zusätzlich transnationale Projekte, die dem Zugang von Frauen zum Sport und der sozialen Integration von benachteiligten Gruppen durch Sport dienen.

Die wirtschaftliche Dimension des Sport

Sport ist ein immer weiter wachsender Wirtschaftszweig, der zum Wachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt. Es werden jedoch vergleichbare Daten als Grundlage für eine faktengestützte Politikgestaltung sowie für eine nachhaltige Finanzierung des Sports und insbesondere seiner gemeinnützigen Strukturen benötigt.

Bei der Umsetzung der sportbezogenen Bestimmungen der EU spielt die faktengestützte Politikgestaltung eine wichtige Rolle. Die Kommission und die Mitgliedstaaten richten Satellitenkonten Sport ein, um die wirtschaftliche Bedeutung des Sports zu messen. Die Kommission unterstützt auch ein Hochschulnetz zur Förderung innovativer und faktengestützter Sportpolitik und prüft die Möglichkeit der Einrichtung einer Sportkontrollfunktion/Monitoringfunktion für den Sport in der EU.

Die nachhaltige Finanzierung des Sports muss sichergestellt werden. Die Rechte des geistigen Eigentums sind eine wichtige Einkommensquelle im Bereich des Berufssports. Daher berücksichtigt die Kommission die bei der Berichterstattung über Sportereignisse entstehenden Rechte bei der Umsetzung der digitalen Agenda. Sie untersucht außerdem die Finanzierung des Breitensports, um so eine Grundlage für weitere Maßnahmen in diesem Bereich zu schaffen. Weiterhin prüft die Kommission zusammen mit den Mitgliedstaaten, wie die finanziellen Solidaritätsmechanismen im Sportsektor gestärkt werden können.

Bisher gab es nur wenige Beschlüsse über die Anwendung der EU-Vorschriften über staatliche Beihilfen auf den Sport. Folglich verlangen Interessenträger immer wieder eine weitere Klärung hinsichtlich der Finanzierung von Infrastrukturen und Sportverbänden. Die Kommission überwacht daher die Anwendung der Vorschriften für staatliche Beihilfen im Sport und zieht die Herausgabe von Leitlinien in Betracht, falls die Zahl der sportbezogenen staatlichen Beihilfen zunimmt.

Sport ist ein wertvolles Instrument für die regionale Entwicklung und Beschäftigungsfähigkeit. Um diesen Wert zu nutzen, schöpfen die Kommission und die Mitgliedstaaten den Europäischen Entwicklungsfonds und den Europäischen Sozialfonds bei der Förderung nachhaltiger Sportinfrastrukturen voll aus.

Die Organisation des Sports

Good Governance ist eine Grundlage für die Autonomie und die Selbstregulierung von Sportverbänden. Zur Förderung von Good Governance im Sport auf europäischer Ebene fördern die Kommission und die Mitgliedstaaten gemeinsame Standards durch den Austausch bewährter Verfahren und die gezielte Unterstützung konkreter Initiativen.

Um die richtige Anwendung des Konzepts der Sonderstellung des Sports zu unterstützen, sorgt die Kommission für themenbezogene Anleitung hinsichtlich der Beziehungen zwischen dem EU-Recht und den Sportregeln. Sie gibt im Hinblick auf die Organisation von diskriminierungsfreien Wettkämpfen in den einzelnen Sportarten auf nationaler Basis außerdem Leitlinien zu den EU-Vorschriften über Freizügigkeit und Staatsangehörigkeit von Sportlern heraus.

Die Kommission bringt zusätzlich Leitlinien zu den Transferbestimmungen heraus, da Spielertransfers häufig die Frage nach ihrer Legalität und den beteiligten Geldströmen aufwerfen. Sie beurteilt sowohl die wirtschaftlichen als auch die rechtlichen Aspekte solcher Transfers. Die Tätigkeit der Sportagenten wirft ebenfalls berufsethische Fragen auf. Daher organisiert die Kommission eine Konferenz, auf der untersucht wird, wie sich die Tätigkeit der Sportagenten verbessern lässt.

Im Profifußball wurde bereits 2008 ein Ausschuss für den europäischen sozialen Dialog ins Leben gerufen. Verschiedene Organisationen haben die Einführung eines europäischen sozialen Dialogs für den gesamten Sportbereich gefordert, was die Kommission unterstützt. Um diesen Prozess zu erleichtern, schlägt die Kommission den betroffenen Sozialpartnern eine Testphase vor.

Letzte Änderung: 10.03.2011
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