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Auf den Ergebnissen des Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport 2004 aufbauen

In dieser Mitteilung werden die wichtigsten Ergebnisse des Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport 2004 (EJES 2004) sowie Vorschläge für ergänzende Maßnahmen im Bereich der Erziehung durch Sport vorgestellt. Die Botschaft der Mitteilung lautet, dass in unseren multikulturellen Gesellschaften der Sport als Instrument für die formale und nichtformale Bildung genutzt werden kann und muss.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission vom 22. Dezember 2005 - Aktivitäten der EU im Bereich „Erziehung durch Sport": auf den Ergebnissen des Europäischen Jahres 2004 aufbauen [KOM(2005) 680 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

ZUSAMMENFASSUNG

Das EJES 2004 sollte das Bewusstsein dafür schärfen, dass der Sport einen positiven Beitrag zur Bildung und zur sozialen Eingliederung leisten kann. Es hat die Botschaft vermittelt, dass der Sport in unserer multikulturellen Gesellschaft als Instrument für die formale und nichtformale Bildung genutzt werden kann und muss.

Ziele und Ergebnisse

Zu den konkreten Zielen des Jahres zählten die Förderung von Freiwilligenarbeit, Mobilitätsaktivitäten für Schüler sowie Austauschmaßnahmen im Rahmen sportlicher Aktivitäten, die soziale Eingliederung benachteiligter Gruppen und die Schaffung eines besseren Gleichgewichts zwischen geistiger und körperlicher Betätigung in der Schule. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Mitwirkung aller 25 Mitgliedstaaten und der drei EFTA/EWR-Länder (Island, Liechtenstein und Norwegen)
  • Kofinanzierung von 167 Projekten (bei 1643 Projektanträgen)
  • 66 Projekte im Bereich der formalen Bildung
  • 60 Projekte zur Hervorhebung der sportlichen Werte in Aktivitäten für Jugendliche
  • 30 feierliche Veranstaltungen (zur Eröffnung bzw. zum Abschluss des EJES)
  • Präsenz bei 12 internationalen Veranstaltungen, z. B. der Fußball-Europameisterschaft 2004, den Olympischen Spielen und den Paralympics
  • 2 Eurobarometer-Umfragen

Die Zusammenarbeit mit den Teilnehmerländern erfolgte über den beratenden EJES-Ausschuss. Die meisten Länder waren darin durch Delegierte der Bildungs- und Sportbehörden vertreten. Der Ausschuss entwickelte sich somit zum ersten stabilen europäischen Netz der für Bildung und Sport zuständigen öffentlichen Stellen.

Die Kommission arbeitete während des EJES mit dem Europarat zusammen, insbesondere zur Kofinanzierung eines europäischen Projekts im Bereich der demokratischen Bildung Im Rahmen der Vorbereitungen für das Internationale Jahr des Sports und der Sporterziehung 2005 wurde darüber hinaus ein fruchtbarer Dialog mit der UNESCO über die Fortführung der Aktivitäten im Jahr 2005 geführt.

Beurteilung der Wirkung

Diese Initiative hat stabile Netze und oft auch neue Partnerschaften zwischen Bildung und Sport begründet bzw. weiterentwickelt. Über die erfolgreiche Vernetzung hinaus hat das EJES 2004 außerdem zahlreiche Beispiele für bewährte Praktiken hervorgebracht.

Die größte Wirkung wurde in folgenden Bereichen erzielt:

maßgeblicher Beitrag zur Bekanntmachung der erzieherischen Werte des Sports

Förderung und zunehmende Anerkennung von Aktivitäten auf dem Gebiet „Erziehung durch Sport"

Beitrag zur Veränderung der öffentlichen Einstellung hinsichtlich der erzieherischen Funktion des Sports

In anderer Hinsicht war die Wirkung des Europäischen Jahr jedoch offensichtlich eher begrenzt. Dies gilt beispielsweise für folgende Aspekte: Sport als Instrument für die soziale Eingliederung benachteiligter Gruppen, Schaffung eines besseren Gleichgewichts zwischen geistiger und körperlicher Betätigung in der Schule und Hervorhebung des positiven Beitrags der Freiwilligenarbeit und der Studierendenmobilität.

Erwartungen im Bereich der formalen Bildung

Die formale Bildung könnte die sportlichen Werte besser nutzen, um Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, Motivation aufzubauen, die Bereitschaft zum persönlichen Engagement zu fördern und auch um bei den Schülern soziale Fähigkeiten zu entwickeln. Der Sport hat also eine entscheidende Aufgabe in der formalen Bildung: Er unterstützt den Erwerb und den Aufbau der für die persönliche Entfaltung, die soziale Integration und die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit benötigten Schlüsselkompetenzen.

Die formale Bildung spielt wiederum eine entscheidende Rolle dafür, dass regelmäßige körperliche Betätigung als Selbstverständlichkeit angesehen wird, und somit auch dafür, einer ungesunden Lebensführung entgegenzuwirken.

Die folgenden Ideen haben sich herauskristallisiert:

  • Die auf nationaler Ebene vorhandene Fachkompetenz sollte genutzt werden, um auf EU-Ebene bessere Einblicke und Erkenntnisse zur Funktion des Sports und der körperlichen Betätigung für die Schulbildung zu gewinnen.
  • Das Bewusstsein für den gegenseitigen Nutzen einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Sportverbänden sollte gestärkt werden.
  • Die Anerkennung der Qualifikationen von im Sportbereich tätigen Personen (z. B. Trainer und Sportmanager) sollte verbessert werden.
  • Das Potenzial des Sports und der körperlichen Betätigung in der formalen Bildung sollte genutzt werden, um dem derzeitigen Trend zur Bewegungsarmut und zur passiven Lebensweise entgegenzuwirken.
  • Die Ergebnisse des EJES 2004 sollten durch die Nutzung der im Zuge des Jahres entwickelten vorbildlichen Praktiken voll ausgeschöpft werden, und die Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte und Initiativen auf Grundlage sportlicher Aktivitäten sollten umfassender in Anspruch genommen werden.

Erwartungen im Bereich der nichtformalen Bildung

Das Europäische Jahr hat veranschaulicht, dass es in der europäischen Zivilgesellschaft einen Bedarf dafür gibt, den Sport im nichtformalen Lernen und als Instrument für die soziale Integration einzusetzen, um einen interkulturellen Dialog aufzubauen und Diskriminierungen - insbesondere Rassismus und Fremdenhass - zu bekämpfen.

Der Sport hat nicht nur bereits einen erzieherischen Wert an sich, sondern auch im Sinne des aktiven Engagements in Sportvereinen und -verbänden. Dort werden praktische demokratische Werte vermittelt, was zur Stärkung der Zivilgesellschaft beiträgt.

Folgemaßnahmen der Europäischen Kommission

Die Kommission wird - innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs und unter voller Beachtung des Subsidiaritätsprinzips und der Unabhängigkeit der Bildungseinrichtungen und Sportverbände - Anschlussmaßnahmen zum EJES 2004 einleiten, die insbesondere Folgendes zum Gegenstand haben werden:

  • Durchführung neuer Studien, weiterer Expertensitzungen und weiterer Eurobarometer-Umfragen
  • Fortführung der Zusammenkünfte mit den für Bildung und Sport zuständigen öffentlichen Stellen und Öffnung dieser Zusammenkünfte für weitere Stakeholder aus beiden Bereichen
  • Intensivierung des Dialogs und der Zusammenarbeit mit der Sportbewegung in Bezug auf die erzieherischen und sozialen Funktionen des Sports (z. B. Freiwilligenarbeit, Teilnahme von Frauen und Männern an sportlichen Aktivitäten, Bekämpfung von Rassismus und Fremdenhass, Bildung und Schutz junger Leistungssportler usw.)
  • Inanspruchnahme der im Rahmen von EU-Maßnahmen (z. B. künftige Europäische Jahre, neues integriertes Programm für lebenslanges Lernen, „Jugend in Aktion" und „Bürger/innen für Europa") verfügbaren Finanzierungsmöglichkeiten für Sportprojekte und -initiativen
  • Verbesserung der Anerkennung von Qualifikationen von im Sportbereich tätigen Personen und Erleichterung der Mobilität
  • Schärfung des Bewusstseins für die Rolle, die der Sport für die Umkehrung des Trends zur Fettleibigkeit spielen kann.

Kontext

Der Europäische Rat von Nizza hat in der Erklärung Nr. 29 zum Amsterdamer Vertrag unterstrichen, dass der Sport eine wichtige Rolle bei der Identitätsfindung der Menschen spielt. In seiner in Nizza abgegebenen Erklärung betont der Europäische Rat: „Die Gemeinschaft muss, auch wenn sie in diesem Bereich keine unmittelbare Zuständigkeit besitzt, bei ihren Tätigkeiten im Rahmen des Vertrags die sozialen, erzieherischen und kulturellen Funktionen berücksichtigen, die für den Sport so besonders charakteristisch sind".

Ferner hatte der Rat in seiner Entschließung vom 17. Dezember 1999 zur außerschulischen Bildungsdimension sportlicher Aktivitäten in den Jugendprogrammen der Europäischen Gemeinschaft die Kommission dazu aufgerufen, ein kohärentes Konzept zu entwickeln, um das erzieherische Potenzial des Sports auszuschöpfen, da die pädagogischen Möglichkeiten des Sports auch zur Stärkung der Zivilgesellschaft beitragen können.

Mit dieser Mitteilung kommt die Kommission der Vorgabe des Europäischen Parlaments und des Rates nach, über die im Zuge des Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport (EJES) 2004 ergriffenen Maßnahmen Bericht zu erstatten.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Beschluss Nr.291/2003/EG(l35008) des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Februar 2003 zur Einrichtung des Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport 2004 [Amtsblatt L 43 vom 18.02.2003].

Letzte Änderung: 28.09.2006
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