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Europäische Zusammenarbeit im Schulwesen

Diese Mitteilung beschreibt den Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Agenda im Hinblick auf die europäische Zusammenarbeit im Schulwesen. Der Schwerpunkt liegt auf Verbesserungen bei der Vermittlung der Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen, bei der Effizienz und Gerechtigkeit im Bildungswesen sowie bei der Qualität der Lehrerausbildung.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 3. Juli 2008 – Bessere Kompetenzen für das 21. Jahrhundert: eine Agenda für die europäische Zusammenarbeit im Schulwesen [KOM(2008) 425 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Die europäischen Schulsysteme stehen heute Herausforderungen gegenüber, die Auswirkungen auf die sozioökonomische Zukunft der Europäischen Union (EU) haben werden. Daher muss der Reformprozess der Bildungssysteme gestärkt werden. Diese Mitteilung stellt die Maßnahmen dar, die die Kommission ergreifen wird, um die Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten bei der Durchführung von Reformen zu unterstützen, die den Europäischen Rahmen für Schlüsselkompetenzen, die Qualität des Lernangebots, die Gerechtigkeit sowie die Qualität der Lehrkräfte und des Schulpersonals betreffen.

Der Europäische Rahmen für Schlüsselkompetenzen beschreibt die in einer Wissensgesellschaft erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Verhaltensmuster, die im Zentrum der schulischen Kompetenzentwicklung stehen sollten. Die 2007 durchgeführte Konsultation der Öffentlichkeit zum Thema „Schulen für das 21. Jahrhundert“ zeigte die Notwendigkeit eines flexiblen Umfelds, in dem die Schüler diese Kompetenzen entwickeln können. Vor diesem Hintergrund sollte bei der Reform der Lehrpläne ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden.

Die Bereiche Lesen, Schreiben und Rechnen sind wesentliche Schlüsselkompetenzen, deren Berücksichtigung erforderlich ist. Maßnahmen gegen den derzeitigen Rückgang bei der Lesekompetenz in der EU müssen einen Schwerpunkt bilden. Weiterhin ist die Vielfalt in den Unterrichtsräumen zu beachten, die sich wegen des unterschiedlichen Geschlechts und sozioökonomischen Hintergrunds der Schüler sowie wegen ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten und Defizite, Muttersprachen und Lernstile ergibt. Daher sind ein besser auf die individuellen Bedürfnisse jedes Schülers abgestimmter Unterricht und eine spezielle Ausbildung der Lehrkräfte erforderlich. Zudem sollte berücksichtigt werden, dass es wichtig ist, die Lernergebnisse – also die Kompetenzen, die die Schüler erworben haben sollten und über die sie verfügen – zu bestimmen und zu beurteilen.

Daher ermuntert die Kommission die EU-Mitgliedstaaten zur Zusammenarbeit bei der Vermittlung der Schlüsselkompetenzen durch

  • die Erstellung von Aktionspläne zur Verbesserung der Lese- und Rechenkompetenz;
  • die Förderung der Lernkompetenz;
  • die Schaffung eines umfassenden Ansatzes für die Kompetenzentwicklung.

Die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom März 2006 haben die Notwendigkeit betont, die Reformen zügig durchzuführen, um einen qualitativ hochwertigen Unterricht für alle zu erreichen. Bildungssysteme müssen sowohl effizient als auch gerecht sein, wobei eine nähere Betrachtung der Beziehung zwischen dem sozioökonomischen Hintergrund der Schüler und den Bildungsergebnissen erforderlich ist. In diesem Zusammenhang wurde bei der Konsultation der Öffentlichkeit zu den Schulen die Bedeutung von Lernangeboten für Vorschulkinder und von integrativen Schulsystemen hervorgehoben.

Frühe Lernangebote wie die Vorschulerziehung werden als Möglichkeit zur Verringerung der Bildungsbenachteiligung angesehen, die Kinder aus schwächeren sozioökonomischen Gruppen und aus Minderheitengruppen gewöhnlich erleben. Die Verbesserung des Zugangs zu diesen Angeboten ist einer der wichtigsten Beiträge, die die Schulsysteme langfristig erbringen können. Weiterhin müssen die Bildungssysteme ein hochwertiges Lehrangebot gewährleisten und Strategien einführen, die flexible und auf die Bedürfnisse des einzelnen Schülers abgestimmte Lernwege ermöglichen. Gleichzeitig sind Anstrengungen zur Erzielung schnellerer Fortschritte bei der Bekämpfung des Schulabbruchs erforderlich. Dieses Problem betrifft insbesondere sozial benachteiligte Gruppen und verursacht sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft Kosten.

Folglich will die Kommission die Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten bei der Einführung effizienter und gerechter Schulsysteme in den folgenden Punkten unterstützen:

  • Verbesserung des Zugangs zur Vorschulerziehung;
  • Beurteilung und Messung der Gerechtigkeitswirkung der Schulsysteme und Verbesserungen, die die Qualitätsunterschiede zwischen den Schulen verringern;
  • Erleichterung des Übergangs der Schüler zwischen verschiedenen Schulstufen oder -typen;
  • Verringerung der Zahl der Schulabbrecher;
  • Angebot personalisierter Lernansätze für alle Schüler und Unterricht an Regelschulen für Schüler mit besonderen Bildungsbedürfnissen.

Die Kompetenzen der Lehrkräfte stellen den wichtigsten innerschulischen Faktor mit Auswirkungen auf das Bildungsergebnis der Schüler dar. In den meisten EU-Mitgliedstaaten gibt es jedoch Defizite bei den pädagogischen Fähigkeiten, und es werden keine ausreichenden Mittel für die berufliche Weiterbildung und Entwicklung bereitgestellt. Die Konsultation der Öffentlichkeit unterstrich die Notwendigkeit, in der Lehrerausbildung ein Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis herzustellen, die Lehrtätigkeit stärker auf das Lernen und die Fortschritte der Kinder auszurichten und die berufliche Weiterbildung und Entwicklung der Lehrkräfte zu akkreditieren.

Die Kommission will die Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten bei der Verbesserung der Lehrerausbildung in folgenden Bereichen fördern:

  • Erstausbildung, Berufseinstieg und berufliche Weiterbildung der Lehrkräfte;
  • Einstellungsverfahren für Lehrkräfte und Schulleiter.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Schlussfolgerungen des Rates zur Anhebung des Niveaus der Grundkompetenzen im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit „Schulen für das 21. Jahrhundert“ [Amtsblatt C 323 vom 30.11.2010].
In den letzten zehn Jahren haben sich zwar die Leistungen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung in der EU generell verbessert, doch die für 2010 vereinbarten europäischen Benchmarks wurden nicht erreicht. Deshalb müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, um die Leistungen in Lesen sowie Mathematik, Naturwissenschaften und Technik zu verbessern. Dabei liegt der Schwerpunkt auf:

  • der Lehrplangestaltung;
  • der Motivation für Lesekompetenz sowie Mathematik, Naturwissenschaften und Technik;
  • den Auswirkungen neuer Technologien auf Grundkompetenzen und deren Lernpotenzial;
  • der Geschlechterperspektive;
  • dem Zusammenhang zwischen der Herkunft des Schülers und der Schulleistung;
  • der Erstausbildung und der beruflichen Weiterbildung von Lehrern;
  • dem Schulethos und den Schulcharakteristika.

Zu diesem Zweck werden die EU-Mitgliedstaaten ersucht, nationale strategische Konzepte zu erarbeiten und bestehende zu bewerten, um so eine gesicherte Grundlage für politische Entscheidungen zu schaffen. Die Kommission wird ersucht, die EU-Mitgliedstaaten zu unterstützen, indem sie eine hochrangige Expertengruppe für Lesekompetenz und eine thematische Gruppe von politischen Entscheidungsträgern und Experten aus den EU-Mitgliedstaaten für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik einsetzt. Zudem soll sie die Verbreitung bewährter Praktiken im Bereich des Erwerbs von Grundkompetenzen fördern. Darüber hinaus sollten die Kommission und die EU-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um Pilotprojekte zu entwickeln und alle einschlägigen EU-Instrumente zu nutzen, um das Niveau der Grundkompetenzen junger Menschen anzuheben.

Schlussfolgerungen des Rates vom 21. November 2008 und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten – Junge Menschen auf das 21. Jahrhundert vorbereiten: eine Agenda für die europäische Zusammenarbeit im Schulwesen [Amtsblatt C 319 vom 13.12.2008].
Diese Schlussfolgerungen benennen drei Prioritäten für die europäische Zusammenarbeit im Bereich der Schulbildung:

  • Gewährleistung und Verbesserung des Erwerbs von Schlüsselkompetenzen, mit besonderem Schwerpunkt auf Sprachbeherrschung und Rechenfähigkeit;
  • Verstärkung der Rolle der Schulen bei der Schaffung einer integrativen Gesellschaft und der Stärkung des sozialen Zusammenhalts durch ein gerechtes, hochwertiges Bildungsangebot;
  • Steigerung der Attraktivität des Lehrberufs und Verbesserung der Aus- und Weiterbildung des Schulpersonals.

Die EU-Mitgliedstaaten werden ersucht, diese politischen Prioritäten mit Unterstützung der Kommission durch eine stärkere europäische Zusammenarbeit, einen regelmäßigen Dialog und die Nutzung der einschlägigen EU-Instrumente zu fördern. Gleichzeitig wird die Kommission ersucht, Vorschläge für Formen der Zusammenarbeit und den Austausch bewährter Praktiken zu unterbreiten.

Letzte Änderung: 31.01.2011

Siehe auch

  • Website der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission über Schulbildung
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