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Europäischer Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Mit dieser Empfehlung wird ein neues Referenzinstrument geschaffen, das den Mitgliedstaaten und den anderen Teilnehmerländern helfen soll, die Qualität ihrer Berufsbildungssysteme weiterzuentwickeln, zu verbessern, zu orientieren und zu bewerten. Der europäische Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung sollte dazu beitragen, die Transparenz der Berufsbildungspolitik zu verbessern und auf diese Weise auch der Mobilität neue Impulse zu verleihen, indem ein gemeinsames Instrument für die Entwicklung von Qualitätsmanagementverfahren bereitgestellt wird.

RECHTSAKT

Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2009 zur Einrichtung eines europäischen Bezugsrahmens für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung [Amtsblatt C 155 vom 8.7.2009].

ZUSAMMENFASSUNG

Bei dem europäischen Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung handelt es sich um ein neues Referenzinstrument, das die Behörden der Mitgliedstaaten dabei unterstützen soll, ihre Berufsbildungssysteme kontinuierlich zu verbessern und zu beobachten.

Qualitätssicherung kann als systematischer Ansatz für eine Modernisierung der Bildungssysteme genutzt werden, insbesondere durch die Verbesserung der Effizienz der beruflichen Bildung. Daher sollte jede politische Initiative in der beruflichen Aus- und Weiterbildung auf einem solchen Qualitätskonzept basieren.

Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, dieses Instrument auf freiwilliger Basis zu entwickeln und einzusetzen. Hauptverwender des Bezugsrahmens sind nationale und regionale Behörden sowie die öffentlichen und privaten Stellen, die für die Sicherung und Verbesserung der Qualität der Berufsbildung zuständig sind.

Durchführung

Als Referenzinstrument bietet der Bezugsrahmen methodische Elemente an, die den Mitgliedstaaten bei der eindeutigen und kohärenten Bewertung der Frage helfen sollen, ob die für die Verbesserung der Qualität ihrer Berufsbildungssysteme erforderlichen Maßnahmen ergriffen wurden und ob diese einer erneuten Überprüfung bedürfen.

Konkret stützt sich die vom Bezugsrahmen vorgeschlagene Methodik auf folgende Elemente:

  • einen Zyklus, der aus vier Phasen (Planung, Umsetzung, Bewertung und Überprüfung) besteht und für Berufsbildungsanbieter/-systeme definiert ist;
  • Qualitätskriterien und als Richtgrößen zu verstehende Deskriptoren für jede Phase des Zyklus (Anhang I);
  • gemeinsame Indikatoren, die eine Bewertung der Ziele, Methoden, Prozesse und Ergebnisse der Ausbildung ermöglichen. Manche Indikatoren sollen auf statistischen Daten beruhen, andere sind qualitativer Natur (Anhang II).

Die Empfehlung legt das Hauptgewicht auf eine Kultur der Qualitätsverbesserung und der gesteigerten Verantwortung auf allen Ebenen der Berufsbildung, d.h. auf System- und Anbieterebene sowie auf der Ebene der Zuerkennung von Qualifikationen. Einen wichtigen Platz räumt der Europäische Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung der systematischen Selbstbewertung ein. Er umfasst Mechanismen für die interne und externe Evaluierung, die von den Mitgliedstaaten festzulegen sind. Damit sind Rückmeldungen zu den erzielten Fortschritten möglich.

Anhand dieses Bezugsrahmens sollten die Mitgliedstaaten spätestens bis zum 18. Juni 2011 ein Konzept zur Verbesserung ihrer nationalen Qualitätssicherungssysteme entwickeln, das die Beteiligung aller relevanten Stakeholder vorsieht.

Europäisches Netz für Qualitätssicherung

In der Empfehlung werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, sich aktiv am Europäischen Netz für die Qualitätssicherung in der Berufsbildung zu beteiligen und sich bei der Weiterentwicklung gemeinsamer Grundsätze und Instrumente zur Verbesserung der Qualität der Berufsbildung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene darauf zu stützen.

In der Empfehlung wird ferner die Einrichtung nationaler Referenzstellen für die Qualitätssicherung in der Berufsbildung angeregt, in dem die zuständigen Stellen vertreten sind und in die alle relevanten Stakeholder auf nationaler und regionaler Ebene eingebunden werden. Diese Referenzstellen werden die dynamische und konkrete Entwicklung des Bezugsrahmens auf nationaler Ebene fördern, die Selbstbewertung der Mitgliedstaaten sowie das Arbeitsprogramm des Netzes des Bezugsrahmens unterstützen und die Informationsverbreitung an alle relevanten Stakeholder gewährleisten.

Hintergrund

Der Europäische Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung gehört zu einer Reihe europäischer Initiativen zur Förderung der Mobilität. So unterstützt er die Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) und des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET).

Diese Empfehlung ist eine Reaktion auf Entschließungen des Europäischen Rates von Barcelona im Jahr 2002, der die Zielvorgabe festgelegt hatte, dass die europäischen Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung bis 2010 zu einer weltweiten Benchmark werden sollen. Er ist ferner in Zusammenhang mit dem Kopenhagen-Prozess zu sehen, mit dem eine engere Zusammenarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung angestoßen wurde.

 
Letzte Änderung: 15.01.2010
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