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Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET)

Das ECVET ist als gemeinsamer methodischer Rahmen konzipiert, der eine einfache Möglichkeit bietet, um Leistungspunkte von einem Qualifizierungssystem in ein anderes zu übertragen. Damit sollen die transnationale Mobilität gefördert und das lebenslange Lernen ermöglicht werden. Dieses System soll keinesfalls an die Stelle nationaler Qualifizierungssysteme treten, sondern nur die Vergleichbarkeit und Kompatibilität zwischen diesen Systemen verbessern. Das ECVET ist auf alle Lernergebnisse anwendbar, die von einer Einzelperson über eine Vielzahl von Ausbildungslaufbahnen erreicht und die dann angerechnet, anerkannt und für eine Qualifikation akkumuliert werden können. Mit Hilfe dieser Initiative sollen die europäischen Bürger leichter die Anerkennung ihrer Ausbildungen, Fähigkeiten und Kenntnisse in einem anderen Mitgliedstaat erreichen.

RECHTSAKT

Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2009 zur Einrichtung des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET) [Amtsblatt C 155 vom 8.7.2009].

ZUSAMMENFASSUNG

Die Kommission definiert das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET) als methodischen Rahmen, der für die Beschreibung von Qualifikationen * in Einheiten von Lernergebnissen * mit entsprechenden Punkten * genutzt werden kann.

Das EVCET ist ein europäisches System für die Akkumulierung, Anerkennung und Übertragung von Lernleistungen in der Berufsbildung in Europa. Es ermöglicht die Bescheinigung und Registrierung von Lernleistungen, die von einer Person in unterschiedlichen Lernumgebungen erbracht wurden, ob dies nun im Ausland oder in einer formalern, nicht formalen oder informellen Lernumgebung geschah. Die Lernergebnisse können zur Akkumulierung und zum Erhalt einer Qualifikation in die Lernumgebung übertragen werden, aus der der Betreffende stammt.

Die Vielfalt der nationalen Systeme zur Festlegung der Qualifikationsniveaus und deren Inhalt begünstigt nicht gerade die transnationale Mobilität der Lernenden. Das ECVET könnte hier durch eine Erleichterung der Mobilität von Lernenden überall in Europa Abhilfe schaffen.

Es steht den Mitgliedstaaten frei, diese Empfehlung zu übernehmen und an der Umsetzung des Systems mitzuwirken. Sie sind aufgerufen, freiwillig und schrittweise die Maßnahmen zur Nutzung des ECVET ab 2012 durchzuführen.

Das ECVET sollte durch Partnerschaften und Netze auf der Grundlage von Lernvereinbarungen („Absichtserklärungen“) umgesetzt werden, die einen geeigneten Rahmen für die Übertragung von Leistungspunkten darstellen. Was die Übertragung der Leistungspunkte anbelangt, so werden die Grundsätze und technischen Spezifikationen für die Beschreibung der Qualifikationen in Form von Einheiten von Lernergebnissen mit entsprechenden Punkten in Anhang II aufgeführt.

Ein europäisches ECVET-Netz der relevanten Akteure und der zuständigen Einrichtungen wurde errichtet, um das ECVET zu fördern und den Informations- und Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedstaaten zu ermöglichen,. Im Rahmen dieses Netzes hat die Kommission eine ECVET-Nutzergruppe eingesetzt, die an der Aktualisierung des Benutzerleitfadens mitwirken und zu der Umsetzung des ECVET beitragen soll.

Komplementarität mit anderen Initiativen zur Anerkennung und Übertragung von Kompetenzen

Das ECVET ist eine von vielen europäischen Initiativen zur Förderung der Mobilität von Lernenden in der Europäischen Union (EU) wie EUROPASS, oder Europäische Qualitätscharta für Mobilität.

Das ECVET wird auch das Europäische System zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS) ergänzen, indem es die Berufsbildung mit der Hochschulbildung verbindet. Das 1989 eingerichtete ECTS hat die Transparenz und Anerkennung von Studienaufenthalten im Ausland gefördert.

Ziel des ECVET ist eine leichtere Übertragung von Leistungspunkten zwischen Qualifizierungssystemen. Es ist nicht identisch mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR), der einen gemeinsamen Referenzrahmen absteckt. Das ECVET soll die Kompatibilität der Systeme und nicht ihre Harmonisierung herbeiführen, indem es eine Schnittstelle zwischen den auf nationaler Ebene bestehenden Vorschriften für die Akkumulierung, Anerkennung und der Übertragung anrechenbarer Punkte bildet.

Gegenstand des ECVET ist auch nicht die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen; die einschlägige Richtlinie enthält für die Mitgliedstaaten verbindliche Verpflichtungen.

Europäischer Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Zusammen mit dem ECVET hat die Kommission ein neues Referenzinstrument vorgestellt, mit dem die Mitgliedstaaten angeregt werden sollen, ihre besten Verfahren aus der Berufsbildungspolitik auszutauschen. Mit dem Europäischer Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sollen die Qualitätsmanagementverfahren der Mitgliedstaaten in diesem Bereich mit Hilfe einer Reihe gemeinsamer Kriterien und Indikatoren verbessert werden.

Hintergrund

Ziel der EU ist es, bis 2010 den europäischen Berufsbildungssystemen weltweit Modellcharakter zu verleihen. Im Rahmen der Lissabon-Strategie haben sich die Mitgliedstaaten gemeinsame Ziele zur Verbesserung ihrer Bildungs- und Ausbildungssysteme gesetzt. Das Arbeitsprogramm „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ wurde entsprechend formuliert.

Die 2002 in Kopenhagen unterzeichnete Ministererklärung über die Intensivierung der Zusammenarbeit in der Berufsbildung zielt hauptsächlich auf eine integrierte Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ ab und betont, wie wichtig ein System zur Anrechnung von Leistungspunkten für die Berufsbildung ist. Die Schlussfolgerungen des Rates vom 15. November 2004 wiesen auf die Notwendigkeit hin, ein europäisches System in diesem Bereich und einzuführen und auszubauen.

Die Ergebnisse der Konsultation zum Entwurf des ECVET-Systems (EN), die zwischen November 2006 und März 2007 durchgeführt wurde, bestätigten die Notwendigkeit einer solchen Regelung auch für den Bereich Berufsbildung.

Schlüsselbegriffe des Rechtsakts
  • Qualifikation: das formale Ergebnis eines Beurteilungs- oder Validierungsprozesses, nachdem eine dafür zuständige Stelle festgestellt hat, dass die Lernergebnisse einer Einzelperson vorgegebenen Standards entsprechen.
  • Einheit von Lernergebnissen: Teil einer Qualifikation, bestehend aus einem kohärenten Satz von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen, der bewertet und validiert werden kann.
  • Leistungspunkte oder ECVET-Punkte: eine numerische Darstellung des Gesamtgewichts der Lernergebnisse in einer Qualifikation und des relativen Gewichts der Einheiten in Bezug auf die Qualifikation.
Letzte Änderung: 14.01.2010
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