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Europäische Erhebung über Sprachenkompetenz

Es wird eine europäische Erhebung über Sprachenkompetenz eingeleitet, um die Sprachkenntnisse bei jungen Europäern zu erfassen. Entsprechende Daten werden an einem repräsentativen Querschnitt von Schülern erhoben, die eine Fremdsprache - eine am häufigsten als Fremdsprache gewählte EU-Amtssprache - lernen. Ausgehend von den dabei gewonnenen Erkenntnissen sollen ein europäischer Indikator für Sprachenkompetenz eingeführt und gleichzeitig verlässliche Daten zum Sprachenlernen und zur Sprachkompetenz junger Menschen gewonnen werden.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an den Rat vom 13. April 2007 „Rahmen für die europäische Erhebung über Sprachenkompetenz" [KOM(2007) 184 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

ZUSAMMENFASSUNG

Mit der europäischen Erhebung über Sprachenkompetenz sollen die Grundlagen für einen europäischen Indikator für Sprachenkompetenz gelegt werden, mit dem sich das Erlernen von Fremdsprachen in der Europäischen Union (EU) messen und verbessern lässt.

Anhand des Europäischen Indikators für Sprachenkompetenz können dann bewährte Ansätze für das Sprachenlernen ermittelt werden. Er bietet auch Gelegenheit für eine Bewertung, inwieweit die EU-Bürger auf dem Weg zur Mehrsprachigkeit und beim Fremdsprachenunterricht in mindestens zwei Sprachen vom jüngsten Kindesalter an gemäß den Zielen der Rahmenstrategie für Mehrsprachigkeit Fortschritte erzielt haben.

Bei der Erhebung sind die anerkannten wissenschaftlichen Standards für die Stichprobenbildung in internationalen Erhebungen einzuhalten, denn nur so ist das erfasste Datenmaterial zuverlässig und die Vergleichbarkeit der Daten gegeben.

Fremdsprachliche Kompetenz

Bei den Tests werden drei Aspekte der sprachlichen Kompetenz, nämlich das Leseverständnis, das Hörverständnis und das Schreiben, bewertet. An den Instrumenten zur Bewertung des vierten Aspekts der sprachlichen Kompetenz, des Sprechens, wird noch gearbeitet.

Dazu sollen die Kenntnisse in der in der EU am häufigsten unterrichteten ersten und zweiten Fremdsprache getestet werden; es handelt sich dabei um die Amtssprachen Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Italienisch. Jedoch wird das Testinstrument auch Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt, die damit die Kompetenz in anderen Sprachen prüfen wollen.

Bei der Erhebung werden auch schulfremde Einflussgrößen berücksichtigt, die sich auf die sprachliche Kompetenz der Schüler/-innen auswirken können.

Bewertungsrahmen und Testinstrumente

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GERS) (EN) (FR) bildet die Grundlage für die Bewertung der Sprachenkompetenz junger Menschen. Dieses Instrument wurde vom Europarat entwickelt, um das Erlernen von Sprachen zu fördern und zu erleichtern. Die Mitgliedstaaten lehnen sich an die Vorgaben des GERS an, da in den meisten Ländern dieser Referenzrahmen bereits bei Tests zu den Sprachkompetenzen zugrunde gelegt wurde.

Der GERS besteht aus einer Skala mit mehreren Stufen, an denen sich das erreichte Kompetenzniveau bei Sprachkenntnissen ablesen lässt. Dieser Rahmen muss jedoch an den Sprachunterricht in den Schulen angepasst werden, denn den Übergang der Schüler von einer Stufe zur nächsten zu erfassen, wäre zu aufwendig und zu kostspielig.

Als Zielgruppe des Tests werden die Schüler der Altersgruppe 14 -16 herangezogen, die in der zu prüfenden Sprache unterrichtet werden.

Bei den Testinstrumenten haben die Länder, die an der Erhebung teilnehmen, die freie Wahl zwischen computergestützten Tests in Form von Software und herkömmlichen Papier-und-Bleistift-Tests. Zwar bieten computergestützte Tests deutliche Vorteile gegenüber den Testverfahren mit Papier und Bleistift, insbesondere beim Kostenaufwand, doch es sollten auch Faktoren wie Softwarekompatibilität, Computer- und Maschinenschreibkenntnisse der Schüler berücksichtigt werden.

Durchführung der Erhebung

Was die Finanzierung betrifft, so werden die internationalen Kosten (Entwicklung und Koordinierung der Pilottests und des vollständigen Testsets sowie Auswertung der Testergebnisse) durch das Programm für lebenslanges Lernen (2007-2013) übernommen. Die Mitgliedstaaten finanzieren die Durchführung des Tests zur Prüfung der Sprachenkompetenz auf ihrem Staatsgebiet (Betrieb der Organisationsstrukturen, Ausbildung der Prüfer, Sachkosten usw.). Allerdings können früher durchgeführte Tests und bestehende Organisationsstrukturen von den Mitgliedstaaten herangezogen werden, damit Größenvorteile genutzt werden können.

Die Mitgliedstaaten müssen die für die Durchführung der Erhebung erforderlichen Organisationsstrukturen aufbauen. Mitgliedstaaten, die bereits an ähnlichen internationalen Erhebungen teilgenommen haben, können die dabei gewonnenen Erfahrungen für die Planung der nationalen Organisationsstrukturen nutzen.

Die Kommission wird ihrerseits alle erforderlichen Maßnahmen für die Durchführung der Tests in enger Zusammenarbeit mit dem Beirat für den europäischen Indikator für Sprachenkompetenz, der aus nationalen Experten besteht, und mit den Mitgliedstaaten treffen.

Die Vorarbeiten für die Erhebung und die Durchführung der Pilottests sind für 2008 geplant. Die vollständigen Tests sollen im ersten Halbjahr 2010 in den Mitgliedstaaten stattfinden.

Hintergrund

Laut „ Aktionsplan für Sprachenlernen und Sprachenvielfalt " ist die Kommission verpflichtet, einen Europäischen Indikator für Sprachenkompetenz im Rahmen des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010 " zu entwickeln.

 
Letzte Änderung: 19.12.2007
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