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Anerkennung des Wertes von nichtformalen und informellen Lernerfahrungen (im europäischen Jugendbereich)

Nichtformales und informelles Lernen sind ein besonderer Aspekt der allgemeinen und beruflichen Bildung, da diese Arten des Lernens die traditionellen Bildungsformen ergänzen. Der Wert des nichtformalen und informellen Lernens sollte besser anerkannt werden, da Jugendliche auf diese Weise Kompetenzen und Qualifikationen erwerben und diesen Lernformen eine wichtige Rolle im Lernprozess zukommt. Entsprechend sind Vergleichbarkeit und Transparenz hier von großer Bedeutung.

RECHTSAKT

Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten über die Anerkennung des Wertes von nichtformalen und informellen Lernerfahrungen im europäischen Jugendbereich [Amtsblatt C 168 vom 20.7.2006]

ZUSAMMENFASSUNG

Nichtformales und informelles Lernen im Jugendbereich müssen besser anerkannt werden und stärker in den Blickpunkt rücken. Dies gilt sowohl für die Jugendlichen selbst, ihre Arbeit und ihre Ergebnisse als auch für diejenigen, die mit den Jugendlichen arbeiten, einschließlich Mitarbeitern von Jugendorganisationen. Den Arbeitgebern, den Einrichtungen der formalen Bildung und der gesamten Zivilgesellschaft kommt die Aufgabe zu, dem nichtformalen und informellen Lernen gebührend Rechnung zu tragen.

Aus folgenden Gründen sind diese Formen des Lernens wichtig:

  • Komplementarität mit der formalen allgemeinen und beruflichen Bildung;
  • partizipativer, auf die lernenden Jugendlichen ausgerichteter Ansatz;
  • freiwilliger Charakter und enger Bezug zu den Bedürfnissen, Wünschen und Interessen der jungen Menschen. Sie können als Lernweg dienen, der die allgemeine und berufliche Bildung ergänzt und ggf. sogar den Einstieg in die formale Bildung bzw. Berufsbildung ermöglicht. Insbesondere für benachteiligte junge Menschen sind diese Formen des Lernens besonders gut geeignet;
  • breites Spektrum von Strukturen, die diese Formen des Lernens anbieten.

Der Jugendbereich ist von großer Bedeutung, da öffentliche und private Investitionen hier große wirtschaftliche und soziale Auswirkungen auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene haben. Nichtformale und informelle Lernerfahrungen von Jugendlichen stellen somit einen beträchtlichen Mehrwert für die Gesellschaft, die Wirtschaft und die jungen Menschen selbst dar.

Nichtformales und informelles Lernen sind wichtige Bestandteile des Lernprozesses und wirksame Werkzeuge, um die Attraktivität des Lernens zu steigern, das lebenslange Lernen zu intensivieren und die soziale Integration junger Menschen zu fördern. Sie fördern die Partizipation, den aktiven Bürgersinn und die soziale Eingliederung der Jugendlichen und haben eine praktische Relevanz für den Arbeitsmarkt, da auf diesen Wegen wichtige zusätzliche Kenntnisse, Qualifikationen und Kompetenzen erworben werden.

Das Programm „Jugend in Aktion" (2007-2013) trägt ebenso wie das Vorgängerprogramm JUGEND in umfassender Weise dazu bei, die europäische Dimension dieser Lernformen zu verstärken.

Aus diesen Gründen ersucht der Rat die Mitgliedstaaten und die Kommission,

  • für die Vergleichbarkeit und die Transparenz der im Rahmen des nichtformalen und informellen Lernens erworbenen Qualifikationen und Kompetenzen zu sorgen. Hierzu soll eine eigene Komponente des EUROPOASS entwickelt werden, die die Erfassung und Anerkennung der in der EU, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt, erworbenen Qualifikationen und Kompetenzen ermöglicht. Entsprechend sollte auch die freiwillige Nutzung des EUROPASS und ähnlicher nationaler und europäischer Instrumente gefördert werden;
  • die Nutzung von Instrumenten zu fördern, die die Vergleichbarkeit und Transparenz der Kompetenzen von in der Jugendarbeit tätigen Personen gewährleisten und ihre Anerkennung durch öffentliche Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen ermöglichen (im Einklang mit dem derzeit beim Europarat in Ausarbeitung befindlichen europäischen Portfolio für Jugendleiter und in der Jugendarbeit tätige Personen);
  • den spezifischen Beitrag, den Jugendorganisationen und andere Nichtregierungsorganisationen zum nichtformalen und informellen Lernen leisten, anzuerkennen und zu unterstützen;
  • die Anwendung der gemeinsamen europäischen Grundsätze für die Ermittlung und Validierung von nichtformalen Lernprozessen auf die spezifischen Bedürfnisse des Jugendbereichs zu fördern;
  • die Forschung zur sozioökonomischen Wirkung des nichtformalen und informellen Lernens (unter Berücksichtigung des Beitrags der Jugendorganisationen und sonstiger Nichtregierungsorganisationen) zu fördern;
  • die Sozialpartner dazu anzuhalten, dass sie die Qualität und Vielfalt der nichtformalen und informellen Bildungsmöglichkeiten und ihren sozioökonomischen Nutzen anerkennen;
  • Partnerschaften zwischen Anbietern formaler und nichtformaler Lernerfahrungen zu fördern, damit pädagogische Konzepte entwickelt werden, die für unterschiedliche Gruppen von Lernenden attraktiv sind.

Hintergrund

Die Anerkennung des Wertes von nichtformalen und informellen Lernerfahrungen im europäischen Jugendbereich trägt zur Verwirklichung der Ziele der Lissabon-Strategie und des europäischen Raums des lebenslangen Lernens bei. Die Initiative ist Teil des 2002 begründeten Arbeitsprogramms zu den Zielen der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa, das darauf abstellt, die europäischen Bildungs- bzw. Berufsbildungssysteme zu einer weltweiten Qualitätsreferenz zu machen.

Ferner ist sie verbunden mit den Bemühungen zur Verstärkung der Zusammenarbeit und der Ergebnisvalidierung im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung auf Grundlage der Entschließung zum lebensbegleitenden Lernen (2002), des europäischen Jugendpakts (2005) und des Berichts „ Modernisierung der allgemeinen und beruflichen Bildung " (2006). Außerdem ergänzt die Entschließung die vom Europarat ergriffenen Maßnahmen zur Entwicklung eines Europäischen Portfolios für Jugendleiter und in der Jugendarbeit Tätige.

Insgesamt müssen Bezugsrahmen eingerichtet werden, um erworbene Kompetenzen evaluieren zu können, und die Mobilität muss gefördert werden, indem Brücken zwischen der allgemeinen und beruflichen, der nichtformalen und der informellen Bildung geschlagen werden. Dies wurde bereits im Weißbuch „Neuer Schwung für die Jugend Europas " unterstrichen.

Letzte Änderung: 14.02.2007
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