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Aktionsplan für das Sprachenlernen und die Sprachenvielfalt

Ziel dieses Aktionsplans ist die Förderung des Sprachenlernens und der Sprachenvielfalt. Er definiert die Einzelziele sowie eine Reihe von Maßnahmen, die zwischen 2004 und 2006 umzusetzen sind.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 24. Juli 2003 „Förderung des Sprachenlernens und der Sprachenvielfalt: Aktionsplan 2004-2006 [KOM(2003) 449 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

In einer Europäischen Union (EU), die mehr als 500 Millionen Europäer mit unterschiedlichem ethnischem, kulturellem und sprachlichem Hintergrund vereint, ist es wichtiger denn je, dass die Bürger über die nötigen Kompetenzen verfügen, um sich mit ihren Nachbarn verstehen und verständigen zu können. Jeder EU-Bürger sollte sich außer in seiner Muttersprache in mindestens zwei anderen Sprachen verständigen können.

Rolle der Europäischen Union und der Mitgliedstaaten

Gemäß dem „Subsidiaritätsprinzip“ ist jeder einzelne EU-Mitgliedstaat voll für die Lehrinhalte und die Gestaltung seines Bildungssystems verantwortlich.

Die Rolle der Union in diesem Bereich soll nicht darin bestehen, Maßnahmen der Mitgliedstaaten zu ersetzen, sondern diese Maßnahmen zu unterstützen und zu ergänzen. Sie hat allerdings zahlreiche Maßnahmen in die Wege geleitet, um den Sprachunterricht und den Sprachenerwerb im Rahmen der EU-Programme zu fördern und zwar insbesondere in den Bereichen Erziehung, Kultur, Audiovisuelles und Medien.

Ziele und Maßnahmen

Im ersten Aktionsbereich geht es um lebenslanges Sprachenlernen. Hier legt der Aktionsplan folgende besondere Ziele fest:

  • Erlernen der Muttersprache plus zweier weiterer Sprachen vom jüngsten Kindesalter an;
  • weiteres Sprachenlernen im Sekundarunterricht und in der Berufsausbildung;
  • weiteres Sprachenlernen im Hochschulbereich;
  • Förderung des Sprachenlernens für Erwachsene;
  • Ausbau des Sprachenlernens für Lernende mit besonderen Bedürfnissen;
  • Erweiterung der zum Erlernen angebotenen Sprachenpalette.

Im zweiten Aktionsbereich geht es darum, den Sprachunterricht vor allem durch besser geeignete Schulstrukturen zu verbessern. In diesem Zusammenhang hält der Aktionsplan folgende besondere Zielvorgaben fest:

  • Umsetzung einer globalen Sprachunterrichtspolitik in den Schulen;
  • intensivere Verbreitung der für den Sprachunterricht und den Sprachenerwerb entwickelten Instrumente;
  • verbesserte Ausbildung der Sprachlehrer;
  • Bereitstellung von mehr Sprachlehrern;
  • Ausbildung der Lehrer, damit sie ihr Fach oder ihre Fächer in mindestens einer Fremdsprache unterrichten können;
  • Bewertung der Sprachenkompetenz der Bürger durch einen Europäischen Indikator für Sprachenkompetenz und verbesserte Vergleichbarkeit ihrer Kompetenzen.

Im dritten Aktionsbereich geht es um die Schaffung eines sprachenfreundlichen Umfelds. Hierfür hält der Aktionsplan folgende besonderen Zielvorgaben fest:

  • Förderung eines integrativen Ansatzes für die Sprachenvielfalt;
  • Schaffung sprachenfreundlicher Gemeinschaften, etwa durch den Einsatz von Untertiteln im Kino oder durch die Zurverfügungstellung der Sprachenkompetenzen der zahlreichen zweisprachigen Bürger;
  • Verbesserung des Sprachlernangebots und seiner Inanspruchnahme.

Zur Umsetzung dieser Ziele schlägt der Aktionsplan für jedes dieser Ziele Maßnahmen auf europäischer Ebene vor, die die Initiativen der Mitgliedstaaten ergänzen sollen. Diese Maßnahmen werden zwischen 2004 und 2006 durchgeführt.

Darüber hinaus versucht der Aktionsplan, einen geeigneten Rahmen für die Umsetzung dieser Ziele zu schaffen, und zwar durch Strukturen, die besser fundierte Entscheidungen (hochrangige Arbeitsgruppe, Durchführung von Studien usw.), einen effizienteren Informationsaustausch zwischen den Praktikern und eindeutige Verfahren für das Follow-up des Aktionsplans ermöglichen.

Finanzrahmen und Follow-up des Aktionsplans

Für den Zeitraum 2004-2006 stehen Mittel in Höhe von 8,2 Mrd. EUR für die Programme Sokrates, Leonardo da Vinci und MEDIA Plus zur Verfügung.

Die Mitgliedstaaten müssen der Kommission im Jahr 2007 einen Bericht über die Umsetzung des Aktionsplans vorlegen.

Hintergrund

Das Europäische Jahr der Sprachen 2001 machte deutlich, dass Sprachenlernen und sprachliche Vielfalt auf vielerlei Art gefördert werden können. Der Aktionsplan wurde im Anschluss an ein Ersuchen des Rates erarbeitet und ist das Ergebnis einer umfassenden öffentlichen Konsultation, in die die europäischen Institutionen, die zuständigen nationalen Ministerien, ein breites Spektrum von Organisationen, die die Bürgergesellschaft repräsentieren, und die breite Öffentlichkeit einbezogen waren.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 18. September 2008 „Mehrsprachigkeit: Trumpfkarte Europas, aber auch gemeinsame Verpflichtung“ [KOM(2008) 566 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

Bericht der Kommission vom 25. September 2007 über die Durchführung des Aktionsplans „Förderung des Sprachenlernens und der Sprachenvielfalt“ [KOM(2007) 554 endgültig – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].
Bei der Durchführung des Aktionsplans „Förderung des Sprachenlernens und der Sprachenvielfalt“ haben die Mitgliedstaaten und die Kommission erhebliche Fortschritte erzielt. Von den 47 Maßnahmen dieses Aktionsplans werden 41 Ende 2007 abgeschlossen sein. Gestützt auf die Länderberichte über das Follow-up des Aktionsplans ist die Kommission zu der Auffassung gelangt, dass er die Reform der Sprachenpolitik in den einzelnen Ländern beeinflusst und der Förderung des Sprachenlernens, der Sprachenvielfalt und der Mehrsprachigkeit allgemein größere Bedeutung verliehen hat. 17 Maßnahmen zur Förderung des Sprachenlernens wurden in verschiedene europäische Programme (im Wesentlichen SOKRATES und LEONARDO) integriert. Diese Unterstützung wird von Dauer sein, da ein Schwerpunkt der neuen Programmgeneration für lebenslanges Lernen 2007-2013 die Förderung des Sprachenlernens und der Sprachenvielfalt sein wird. Der Bericht erwähnt jedoch die zusätzlichen Anstrengungen, die bei der Umsetzung nationaler Reformen zur Verbesserung der Qualität des Sprachenunterrichts und der Ausbildung der Sprachenlehrer erforderlich sind. Besonderes Augenmerk müsse auch auf der Vielfalt der unterrichteten Sprachen liegen.

Letzte Änderung: 13.09.2011
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