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Schlüsselkompetenzen für eine Welt im Wandel

Im vorliegenden Bericht werden die im Zeitraum 2007-2009 erzielten Fortschritte der EU-Mitgliedstaaten bei der Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ bewertet. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung des Europäischen Bezugsrahmens zu Schlüsselkompetenzen. Der Bericht untersucht aber auch die Entwicklung der nationalen Strategien für lebenslanges Lernen sowie die Reform der Systeme derSysteme derderallgemeinen und beruflichen Bildung und die Modernisierung der Hochschulbildung.

RECHTSAKT

Gemeinsamer Fortschrittsbericht 2010 des Rates und der Kommission über die Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010" – Schlüsselkompetenzen für eine Welt im Wandel [Amtsblatt C 117 vom 6.5.2010].

ZUSAMMENFASSUNG

Der vierte gemeinsame Fortschrittsbericht über die Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ stellt fest, dass die politische Zusammenarbeit auf europäischer Ebene die Bildungsreformen in den beteiligten Ländern maßgeblich vorangebracht hat. Die Leistungen der Bildungs- und Berufsbildungssysteme in der Europäischen Union (EU) haben sich verbessert. Trotzdem wurden die meisten der für 2010 gesetzten Ziele nicht erreicht. Daher sind weitere Anstrengungen erforderlich, um die verbleibenden Herausforderungen zu bewältigen.

Schlüsselkompetenzen

Viele EU-Mitgliedstaaten haben den Europäischen Bezugsrahmen zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen als Ausgangspunkt für Reformen ihrer nationalen Aus- und Weiterbildungssysteme genutzt. Dies hat zu einer Ausrichtung auf mehr kompetenzbasierte Lehr- und Lernkonzepte beigetragen. Erhebliche Fortschritte wurden bei den Schulcurricula erzielt, in denen bereichsübergreifende Schlüsselkompetenzen expliziter genannt werden. Allerdings sind bei der Organisation des Lernens weitere Anstrengungen erforderlich. Dazu zählen die:

  • Nutzung bereichsübergreifender Schlüsselkompetenzen (digitale Kompetenz, Lernkompetenz, soziale Kompetenz und Bürgerkompetenz, Eigeninitiative und unternehmerische Kompetenz sowie Kulturbewusstsein);
  • Aktualisierung der Fähigkeiten und Kompetenzen von Lehrkräften und Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung für Schulleiter;
  • Weiterentwicklung von Instrumenten zur Bewertung und Evaluierung, mit denen die wichtigsten Fähigkeiten und Einstellungen innerhalb der Schlüsselkompetenzen, einschließlich der bereichsübergreifenden Schlüsselkompetenzen, beurteilt werden können.

Die Tatsache, dass die Lesekompetenz der Schüler in den EU-Mitgliedstaaten sich weiter verschlechtert hat, ist besorgniserregend. Abgestimmte Maßnahmen sind erforderlich, um Lese- und Schreibkenntnisse insbesondere bei Jungen und bei Kindern aus Migrantenfamilien zu erhöhen. Im Allgemeinen hat sich in den EU-Mitgliedstaaten ein stärker auf den Einzelnen zugeschnittener Ansatz für das Lernen für Schüler mit Förderbedarf durchgesetzt, ergänzt durch Programme, die auf den frühzeitigen Erwerb von Grundkompetenzen abzielen. Die Fortschritte sind jedoch recht langsam, so dass zur Bekämpfung von Benachteiligungen weiterhin große Anstrengungen erforderlich sind.

Um das gesamte Spektrum der Schlüsselkompetenzen systematischer zu berücksichtigen, müssen die EU-Mitgliedstaaten ihre berufliche Aus- und Weiterbildung weiterentwickeln. Hierbei sollte der Schwerpunkt auf Curricula, Lehre und Lernmethoden als auch auf der Ausbildung von Lehrkräften in der Berufsbildung liegen. Auch in der Erwachsenenbildung sollte das gesamte Spektrum der Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Die EU-Mitgliedstaaten haben zwar Maßnahmen zur Steigerung der Beteiligung von Erwachsenen an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ergriffen, zusätzliche Anstrengungen sollten jedoch unternommen werden, um Erwachsene aller Qualifikationsstufen zu erreichen und die Kompetenz von Lehrkräften in der Erwachsenenbildung zu verbessern.

Strategien für lebenslanges Lernen

Die meisten EU-Mitgliedstaaten haben Strategien für lebenslanges Lernen festgelegt, die flexible Lernwege unterstützen. Sie haben auch Fortschritte bei der Etablierung nationaler Qualifikationsrahmen gemacht, die am Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) ausgerichtet sind und sämtliche Ebenen und Arten der allgemeinen und beruflichen Bildung abdecken. Es wurden auch Anstrengungen unternommen, um Systeme für lebenslange Orientierung für Erwachsene weiterzuentwickeln. Herausforderungen sind jedoch noch zu bewältigen bei der:

  • Umsetzung der Strategien für lebenslanges Lernen;
  • Weiterentwicklung der Strategien für lebenslanges Lernen in Zusammenarbeit mit Stakeholdern und anderen Politikfeldern;
  • Kohärenz und der Abdeckung der Strategien für lebenslanges Lernen, damit sie lebensumspannend angelegt und nicht auf bestimmte Bereiche oder Zielgruppen beschränkt sind;
  • Koordinierung der Systeme für lebenslange Orientierung, damit die Bedürfnisse junger Menschen berücksichtigt werden.

Berufliche Aus- und Weiterbildung

Der Kopenhagen-Prozess sieht zur Verbesserung der Attraktivität und der Qualität der Berufsbildungssysteme eine engere europäische Zusammenarbeit bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung vor. Die EU-Mitgliedstaaten tragen diesem Ziel durch die Einführung nationaler Qualitätssicherungssysteme, die sich an dem Europäischen Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung ausrichten, Rechnung. Zudem legen sie den Schwerpunkt auf die Professionalisierung der Lehrkräfte sowie die bessere Abstimmung der Berufsbildung auf die Bedürfnisse der Lernenden und der Unternehmen.

Die EU-Mitgliedstaaten müssen jedoch noch Herausforderungen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung bewältigen. Um die Relevanz der Berufsbildung für die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts zu verbessern, bedarf es z.B. folgender Maßnahmen:

  • engere Zusammenarbeit zwischen Berufsbildung und Wirtschaft;
  • Ausbau der berufspraktischen Ausbildung (zusätzlich zur schulischen Ausbildung);
  • Entwicklung von Instrumenten zur Ermittlung des künftigen Qualifikationsbedarfs.

Darüber hinaus sollten die Fortschritte bei der Schaffung von Querverbindungen zwischen Berufsbildung und Hochschulbildung, die es Teilnehmern beruflicher Bildungsgänge ermöglichen, ihre Ausbildung an einer Hochschule fortzusetzen, beschleunigt werden.

Hochschulbildung

Das Bewusstsein für die Bedeutung der Öffnung der Hochschulbildung für Lernende, die nicht den klassischen Zielgruppen zuzurechnen sind, ist in den EU-Mitgliedstaaten gestiegen. Die meisten EU-Mitgliedstaaten haben inzwischen Maßnahmen zur Erleichterung des Zugangs benachteiligter Studierender zur Hochschulbildung ergriffen. Gleichzeitig konnte die Diversifizierung der Finanzierungsquellen von Hochschuleinrichtungen ausgebaut werden. Es müssen jedoch noch:

  • öffentliche und private Investitionen in die Hochschulbildung gesteigert werden;
  • der Zugang von Arbeitskräften zur Hochschulbildung erleichtert werden, um ihnen berufliche Weiterbildung und persönliche Entwicklung zu ermöglichen;
  • die Zahl der Partnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen erhöht werden, um die Unabhängigkeit der Hochschulen zu stärken sowie ihr Management zu verbessern und ihre Rechenschaftspflicht auszubauen.

Ausblick

Die europäische Zusammenarbeit bei der Aus- und Weiterbildung hat zwar zur Verwirklichung von Reformen in den nationalen Bildungssystemen beigetragen. Es bleiben jedoch noch einige wesentliche Herausforderungen. So müssen insbesondere der Europäische Bezugsrahmen für Schlüsselkompetenzen vollständig umgesetzt sowie die Offenheit und Relevanz der allgemeinen und beruflichen Bildung verbessert werden. Zu diesem Zweck werden der Rat und die Kommission auf der Grundlage des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020) und im Rahmen der umfassenden Strategie EU 2020 zusammenarbeiten.

Letzte Änderung: 26.03.2010

Siehe auch

Website der Europäischen Kommission, Generaldirektion Bildung und Kultur: Europäische Strategie für Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung

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