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Allgemeine und berufliche Bildung 2020 (ET 2020)

„Allgemeine und berufliche Bildung 2020” (ET 2020) ist ein neuer strategischer Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung, der auf dem Vorläuferprogramm aufbaut, dem Arbeitsprogramm „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ (ET 2010). Dieser Rahmen sieht gemeinsame strategische Ziele für die Mitgliedstaaten vor, darunter auch eine Reihe von Grundsätzen für das Erreichen dieser Ziele sowie gemeinsame Arbeitsmethoden mit prioritären Bereichen für jeden regelmäßigen Arbeitszyklus.

RECHTSAKT

Schlussfolgerungen des Rates vom 12. Mai 2009 zu einem strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (“ET 2020“) [Amtsblatt C 119 vom 28.5.2009].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Schlussfolgerungen sehen einen strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung bis 2020 vor. Dieser Rahmen baut auf den Fortschritten im Rahmen des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010” (ET 2010) auf und soll auf die Herausforderungen reagieren, die bei der Schaffung eines wissensbasierten Europas und bei der Verwirklichung von lebenslangem Lernen für alle noch zu bewältigen sind.

Hauptziel dieses Rahmens ist es, die Mitgliedstaaten beim Ausbau ihrer Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung zu unterstützen. Diese Systeme sollten allen Bürgern die Mittel für die Realisierung ihrer Potenziale zur Verfügung stellen sowie einen nachhaltigen wirtschaftlichen Wohlstand und Beschäftigungsfähigkeit sicherstellen. Der Rahmen sollte das gesamte Spektrum der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in einer Perspektive des lebenslangen Lernens umfassen und alle Ebenen und jede Art des Lernens (formales wie nicht formales Lernen) abdecken.

In den Schlussfolgerungen wurden vier strategische Ziele für den Rahmen festgelegt:

  • Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität – in diesem Bereich sind weitere Fortschritte bei der Umsetzung von Strategien für lebenslanges Lernen notwendig, außerdem sollten nationale Qualifikationsrahmen in Verbindung mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen entwickelt und flexiblere Lernwege geschaffen werden. Die Mobilität sollte ausgeweitet und die Europäische Qualitätscharta für Mobilität angewandt werden;
  • Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung – alle Bürger sollten die notwendigen Schlüsselkompetenzen erwerben können, und gleichzeitig sollte auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung die Effizienz und Attraktivität gefördert werden;
  • Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns – die allgemeine und berufliche Bildung sollte es allen Bürgern ermöglichen, die Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen zu erwerben und weiterzuentwickeln, die sie für ihre Beschäftigungsfähigkeit benötigen, und sie sollte weiteres Lernen, aktiven Bürgersinn und interkulturellen Dialog fördern. Bildungsbenachteiligung sollte durch ein hochwertiges Bildungsangebot für Kleinkinder und durch die Förderung der integrativen Schulbildung angegangen werden;
  • Förderung von Innovation und Kreativität – einschließlich unternehmerischen Denkens – auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung – der Erwerb von bereichsübergreifenden Schlüsselkompetenzen durch alle Bürger sollte gefördert werden, außerdem sollte sichergestellt werden, dass das Wissensdreieck aus Bildung, Forschung und Innovation funktioniert. Ein weiteres Ziel ist die Förderung von Partnerschaften zwischen der Wirtschaft und Bildungseinrichtungen sowie größerer Lerngemeinschaften, in die auch Vertreter der Zivilgesellschaft und anderer Interessengruppen einbezogen werden.

Um die Fortschritte im Hinblick auf diese Ziele messen zu können, werden Indikatoren und „europäische Benchmarks“ (in Anlage I der Schlussfolgerungen wiedergegeben) festgelegt.

Darüber hinaus wird in den Schlussfolgerungen eine Reihe von Grundsätzen festgelegt, die bei der Arbeit an den oben genannten Zielen beachtet werden sollten. Dazu zählen die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung unter dem Gesichtspunkt des lebenslangen Lernens, wobei es gilt, die offene Koordinierungsmethode (OMK) effizient zu nutzen und Synergien zwischen den verschiedenen Bereichen der allgemeinen und beruflichen Bildung zu entwickeln. Die europäische Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung sollte sektorübergreifend und transparent sein und die betreffenden Politikbereiche und alle beteiligten Interessengruppen einbeziehen. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sollten verbreitet und regelmäßig überprüft werden. Ebenso sollten eine größere Kompatibilität mit dem Kopenhagen- und Bologna-Prozess und ein intensiverer Dialog mit Drittländern sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen angestrebt werden.

Um die Arbeitsmethoden für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung effizienter und flexibler zu gestalten, sieht der Rahmen eine Reihe von Arbeitszyklen bis 2020 vor. Der erste Zyklus umfasst die Jahre von 2009 bis 2011. Für jeden Zyklus werden auf den strategischen Zielen beruhende prioritäre Bereiche für die europäische strategische Zusammenarbeit festgelegt. Die für den ersten Zyklus festgelegten prioritären Bereiche sind in Anlage II wiedergegeben. Die europäische Zusammenarbeit sollte in Form von Initiativen für wechselseitiges Lernen durchgeführt werden. All diese Initiativen sollten auf der Grundlage von klaren Mandaten, Zeitplänen und Zielvorgaben entwickelt werden. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit sollten unter allen Beteiligten umfassend verbreitet werden, um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und die Wirkung zu verstärken. Am Ende eines jeden Zyklus sollte ein gemeinsamer Bericht des Rates und der Kommission erstellt werden, der auch als Grundlage für die Festlegung neuer prioritärer Bereiche für den folgenden Zyklus dienen soll. Zusammen mit den Mitgliedstaaten wird die Kommission die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung beobachten.

Die Mitgliedstaaten sollten unter Verwendung der offenen Koordinierungsmethode zusammenarbeiten und gemeinsam darauf hinarbeiten, dass die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung auf der Grundlage der oben dargelegten strategischen Ziele, Grundsätze und Arbeitsmethoden verbessert wird. Gleichzeitig sollten sie Maßnahmen auf nationaler Ebene annehmen, um die strategischen Ziele zu erreichen und zur Verwirklichung der europäischen Benchmarks beizutragen.

Die Kommission wird ersucht, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zu unterstützen, die Fortschritte im Hinblick auf die Ziele und die Benchmarks zu bewerten und die Arbeit an den Benchmarks in Bezug auf die Mobilität, die Beschäftigungsfähigkeit und den Fremdsprachenerwerb fortzuführen. Außerdem sollte die Kommission zusammen mit den Mitgliedstaaten prüfen, inwieweit der kohärente Rahmen von Indikatoren und Benchmarks, der auf dem Arbeitsprogramm ET 2010 beruht, angepasst werden könnte, um besser den Zielen von ET 2020 zu entsprechen.

Letzte Änderung: 23.10.2009
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