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Fünf Jahre Euro-Banknoten und Euro-Münzen

Am 1. Januar 2002 hielt der Euro Einzug im Alltag der Bürger von zwölf Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Fünf Jahre nach Einführung der Euro-Banknoten und Euro-Münzen zieht die Europäische Kommission Bilanz.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Wirtschafts- und Sozialausschuss, den Ausschuss der Regionen und die Europäische Zentralbank: Fünf Jahre Euro-Banknoten und Euro-Münzen [KOM(2006) 862 endgültig - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Die Europäische Kommission zieht eine Bilanz der Einführung der Euro-Banknoten und Euro-Münzen im Alltag der Bürger zum 1. Januar 2002.

Die Information der Bürger über den Euro ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung

Nach einer bei den Bürgern durchgeführten Umfrage fehlt es immer noch an grundlegenden Informationen über die Vorteile des Euro, außerdem bestehen Wissenslücken und vielfach gar falsche Vorstellungen. Die Europäische Kommission ist daher der Ansicht, dass die Anstrengungen intensiviert werden müssen, um die Öffentlichkeit in der EU über den Euro zu informieren, denn es sind nach wie vor zahlreiche Defizite festzustellen:

  • Fehlendes Bewusstsein hinsichtlich der Vorteile des Euro: Lediglich ein Viertel der Bürger im Euroraum (23 %) weiß, dass beim Abheben von Geld mit einer Bankkarte in einem anderen Land des Euroraums, bei Bezahlung mit einer Bankkarte (27 %) oder bei Banküberweisungen (16 %) innerhalb des Euroraums keine zusätzlichen Gebühren berechnet werden.
  • Ein falscher Eindruck hält sich hartnäckig: Eine große Mehrheit (93 %) der Befragten im Euroraum glaubt, dass der Euro zu zusätzlichen Preissteigerungen geführt hat. Auch in den zehn im Mai 2004 der Europäischen Union beigetretenen Mitgliedstaaten glauben 45 % der Befragten, dass die Einführung des Euro zu einer höheren Inflation führen wird. Dies steht allerdings im Widerspruch zu den Statistiken der EZB. Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag seit der Einführung des Euro 1999 durchweg unter 2,4 %.
  • Doppelte Preisauszeichnungen: Bei den alltäglichen Einkäufen rechnet eine deutliche Mehrheit (57 %) der Bürger im Euroraum in Euro, während ein Fünftel weiterhin in der bisherigen nationalen Währung rechnet. Bei größeren Anschaffungen, wie beim Auto- oder Haus- bzw. Wohnungskauf, rechnet ein erheblicher Teil der Bevölkerung (40 %) nach wie vor in der vorherigen nationalen Währung. Die Kommission wiederholt ihre Empfehlung aus dem Jahr 2002, die Praxis der doppelten Preisauszeichnung im Euroraum (außer in Slowenien) so bald wie möglich einzustellen. Doppelte Preisauszeichnungen helfen den Verbrauchern zwar in der ersten Phase der Umstellung auf den Euro, werden jedoch später kontraproduktiv, wenn sie zu lange fortgeführt werden.

Ständige Verbesserung der Euro-Münzen und -Banknoten

Die Euro-Banknoten und -Münzen werden hinsichtlich ihrer Qualität, Zuverlässigkeit und Nutzerfreundlichkeit ständig verbessert. Kurz nach Einführung des Euro-Bargelds leitete die Europäische Zentralbank die Vorbereitungen für die nächste Serie von Euro-Banknoten ein, um sicherzustellen, dass die Sicherheitsmerkmale ständig auf dem neuesten Stand der Technik sind.

Die Zahl der entdeckten Fälschungen von Euro-Banknoten und Euro-Münzen ist, gemessen an der in Umlauf befindlichen Menge, äußerst gering. Die Europäische Kommission weist darauf hin, dass die Zahl der gefälschten US-Dollar-Banknoten erheblich höher ist.

Einheitliches Aussehen der Euro-Münzen

Die Euro-Münzen weisen eine bei allen Mitgliedstaaten der Eurozone identische Seite sowie eine von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat unterschiedliche nationale Seite auf.

Die nationale Seite. Hinsichtlich der für den Umlauf bestimmten Euro-Münzen hat der Rat der Europäischen Union 2003 beschlossen, dass die nationale Standardseite der Euro-Münzen bis Ende 2008 unverändert bleiben muss („Moratorium"). Eine Ausnahme gilt im Falle des Wechsels eines auf der Münze abgebildeten Staatsoberhaupts oder bei Prägung 2-EUR-Gedenkmünzen zur Würdigung bestimmter Ereignisse, allerdings mit bestimmten Auflagen hinsichtlich Menge und Häufigkeit dieser Sonderprägungen. Diese Gedenkmünzen sind für den Umlauf bestimmt, die nationale Seite ist jedoch unterschiedlich gestaltet. So sind beispielsweise sämtliche Mitgliedstaaten des Euroraums übereingekommen, zum 50. Jahrestag des Vertrags von Rom zum 25. März 2007 eine 2-EUR-Gedenkmünze (EN) auszugeben.

Vor Ablauf des Moratoriums Ende 2008 muss der Rat eine neue Entscheidung über die nationale Seite der zum Umlauf bestimmten Euro-Münzen annehmen. Im Jahr 2007 wird die Kommission eine Umfrage im Euroraum durchführen, um sich ein Bild von den Ansichten und Präferenzen der Bürger in dieser Frage zu verschaffen.

Die Mitgliedstaaten sind auch berechtigt, Euro-Sammlermünzen, z. B. aus Edelmetall, auszugeben. Diese gelten jedoch nur in dem ausgebenden Land als gesetzliches Zahlungsmittel und sind nicht für den Umlauf bestimmt.

Die gemeinsame Seite. Die Euro-Münzen zeigen auf ihrer gemeinsamen Seite eine Europakarte mit den Ländern der ehemaligen EU-15. Am 1. Mai 2004 traten zehn neue Mitgliedstaaten der EU bei. Der Rat beschloss daher am 7. Juni 2005 [PDF ], die gemeinsamen Seiten der 10-, 20- und 50-Euro-Cent-Münzen sowie der 1- und 2-EUR-Münzen dahingehend zu verändern, dass künftig sämtliche EU-Mitgliedstaaten abgebildet werden. Die kleinsten Stückelungen - also die 1-, 2- und 5-Euro-Cent-Münzen, die Europa in der Welt darstellen - sind von dieser Änderung nicht betroffen.

Als erstes Land hat Slowenien ab dem 1. Januar 2007 Münzen mit der neuen gemeinsamen Seite in Umlauf gebracht. In den zwölf Ländern der ersten Euro-Welle, die den Euro im Januar 2002 als Zahlungsmittel eingeführt haben, läuft derzeit die Umstellung auf die Produktion der neuen Münzen. Die meisten dieser Länder werden voraussichtlich bereits im Laufe des Jahres 2007 auf die neue gemeinsame Seite umstellen, andere folgen spätestens 2008.

Produktion und Lagerung von Banknoten und Münzen

Die Euro-Banknoten werden dezentral produziert, wobei eine Aufteilung nach Stückelungen vorgenommen wird: Die Europäische Zentralbank (EZB) teilt den nationalen Zentralbanken im Euroraum jährlich die Produktionsmengen zu. Jede Stückelung wird von einer begrenzten Anzahl von Druckereien produziert, und jede Zentralbank ist für die Beschaffung nur einer oder weniger Stückelungen verantwortlich. Auf diese Weise können Größenvorteile genutzt und die Effizienz erhöht werden.

Darüber hinaus sollen allgemeine Reserven sowie eine gemeinsame strategische Reserve von Euro-Banknoten - die Strategische Reserve des Eurosystems - eine ununterbrochene Versorgung mit Euro-Banknoten sicherstellen. Diese Reserven dienen beispielsweise dazu, Mitgliedstaaten, die dem Euroraum beitreten, eine erste Menge von Banknoten zur Verfügung zu stellen, die diese für die Umstellung brauchen, wie im Falle von Slowenien zum 1. Januar 2007.

Die Europäische Zentralbank (EZB) beabsichtigt außerdem, spätestens 2012 ein einheitliches Ausschreibungsverfahren auf Ebene des Eurosystems für die Beschaffung von Banknoten zu erlassen.

Die Produktion der Euro-Münzen ist Sache der einzelnen Mitgliedstaaten. Da die Entscheidungen dezentral getroffen werden, werden die durch die Produktionszusammenlegung erzielten Effizienzgewinne - vor allem im Hinblick auf eine Koordinierung der Produktion und/oder Lagerung - teilweise zunichte gemacht. So ist es nach dem jetzigen Stand der Dinge möglich, dass einige Länder zusätzliche Euro-Münzen prägen lassen, während andere Länder über Lagerüberschüsse des betreffenden Nennwerts verfügen.

Die Kommission schlägt vor, Verbesserungsmöglichkeiten zu prüfen, vor allem hinsichtlich der kleineren Stückelungen (1, 2 und 5 Euro-Cent), auf die im Durchschnitt insgesamt etwa 80 % der Produktion neuer Münzen entfallen. Mit diesen Münzen werden nur geringe monetäre Einkünfte erzielt, doch verursachen sie - im Verhältnis zu ihrem Nennwert - hohe Produktionskosten und Ausgaben, etwa für Transport und Verpackung. Da unterschiedliche nationale Seiten in gewisser Weise den Austausch oder die Übertragung von Münzvorräten unter den Ländern einschränken und unter Umständen auch einer erhöhten Effizienz der Produktion größerer Mengen entgegenstehen, sind einige Mitgliedstaaten möglicherweise bereit, bei kleinen Stückelungen eine „Standardseite" statt der nationalen Seite zu akzeptieren.

Darüber hinaus schlägt die Europäische Kommission vor, die Möglichkeit der Schaffung einer eigenen Haushaltslinie der EU für gemeinsame Projekte und Maßnahmen im Zusammenhang mit der Prägung der Euro-Münzen zu schaffen.

Verwendung des Euro als Buchgeld (1999), Einführung von Münzen und Banknoten (2002)

Am 1. Januar 1999 führten elf EU-Mitgliedstaaten den Euro als ihre gemeinsame Währung ein. Griechenland folgte am 1. Januar 2001. Von 1999 bis 2001 konnte der Euro nur als Buchgeld, etwa bei Zahlungen per Scheck oder Überweisungen in Euro, verwendet werden. Diese Möglichkeit wurde anfangs nur wenig genutzt, und im Alltag blieb die Einführung des Euro als gemeinsame Währung weitgehend unbemerkt, da die Verbraucher in den betreffenden zwölf Ländern weiterhin mit ihren nationalen Banknoten und Münzen zahlten. Ab dem 1. Januar 2002 kamen die Euro-Banknoten und Münzen in zwölf EU-Mitgliedstaaten in Umlauf. Slowenien gehört seit dem 1. Januar 2007 dem Euroraum an.

Die Verantwortung für die Produktion und die Ausgabe der Euro-Banknoten liegt allein bei der Europäischen Zentralbank. Für die Produktion und die Ausgabe der Euro-Münzen sind die Mitgliedstaaten verantwortlich. Sowohl die Euro-Banknoten als auch die Euro-Münzen werden von den nationalen Zentralbanken im Euroraum in Umlauf gebracht.

Letzte Änderung: 17.01.2007

Siehe auch

Weitere Informationen finden Sie auf den folgenden Websites der Europäischen Kommission:

Generaldirektion (GD) Wirtschaft und Finanzen: Der Euro (EN).

Eurobarometer-Berichte: „Public opinion and the single currency" („Die öffentliche Meinung und die gemeinsame Währung") (EN).

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