RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 23 Sprachen zur Verfügung
Neue Sprachen:  BG - CS - ET - GA - LV - LT - HU - MT - PL - RO - SK - SL

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Einführung des Euro: Konvergenzkriterien

Bevor der Euro als gemeinsame Währung eingeführt werden kann, muss jeder Mitgliedstaat bestimmte wirtschaftliche und finanzielle Voraussetzungen erfüllen, die sogenannten Konvergenzkriterien. Es gibt vier Konvergenzkriterien:

  • die Preisstabilität;
  • die Finanzlage der öffentlichen Hand;
  • die Teilnahme am Wechselkursmechanismus des europäischen Währungssystems;
  • die Konvergenz der Zinssätze;

Wenn also ein Mitgliedstaat den Euro einführen möchte, überprüft der Rat der Europäischen Union (EU), ob dieser Mitgliedstaat alle vier Kriterien erfüllt. Ist dies der Fall, erlässt der Rat einen Beschluss, der den Mitgliedstaat zur Einführung des Euro berechtigt, und in dem die Ergebnisse der Überprüfung der Konvergenzkriterien in diesem Mitgliedstaat mitgeteilt werden.

Preisstabilität

Die Mitgliedstaaten müssen eine dauerhafte Preisstabilität ausweisen. Zur Überprüfung dieses Kriteriums beobachtet der Rat ein Jahr lang die Inflationsrate des Mitgliedstaates und vergleicht diese mit der Inflationsrate der drei Mitgliedstaaten, die auf dem Gebiet der Preisstabilität die besten Ergebnisse aufweisen. Wenn die Inflationsrate des Mitgliedstaats, der den Euro einführen möchte, die der drei besten Mitgliedstaaten um nicht mehr als 1,5 % übersteigt, ist das Kriterium der Preisstabilität erfüllt.

Finanzlage der öffentlichen Hand

Der Mitgliedstaat muss tragbare öffentliche Finanzen aufweisen. Das heißt, die öffentliche Haushaltslage darf kein übermäßiges Defizit ausweisen.

Teilnahme am Wechselkursmechanismus des Europäischen Währungssystems

Das Europäische Wechselkurssystem ist ein Wechselkursmechanismus zwischen dem Euro und den Währungen der Mitgliedstaaten, die den Euro nicht eingeführt haben. Sein wichtigstes Ziel ist die Stabilisierung der europäischen Währungskurse, indem größere Schwankungen zwischen dem Wert des Euro und dem Wert der übrigen nationalen Währungen vermieden werden.

Möchte ein Mitgliedstaat den Euro einführen, muss er mindestens zwei Jahre vor der Einführung am Wechselkursmechanismus teilgenommen haben. Außerdem darf seine Währung in diesen zwei Jahren keinen größeren Spannungen verzeichnet haben sein.

Konvergenz der langfristigen Zinssätze

Die langfristigen Zinssätze werden auf der Grundlage von Staatsschuldverschreibungen oder vergleichbarer Wertpapiere berechnet.

Der langfristige Zinssatz des Mitgliedstaats, der sich um die Einführung des Euro bewirbt, wird dann mit einem Referenzwert verglichen, der sich aus der Berechnung des durchschnittlichen langfristigen Zinssatzes der drei EU-Mitgliedstaaten ergibt, die die besten Ergebnisse im Bereich der Preisstabilität vorweisen. Um dieses Kriterium zu erfüllen, darf der Zinssatz des Mitgliedstaates um nicht mehr als 2 % über dem Referenzwert liegen.

Konvergenzberichte

Für Mitgliedstaaten, die die Konvergenzkriterien nicht erfüllen, gilt eine Ausnahmeregelung in Bezug auf die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion. Die Europäische Union und die Zentralbank erstellen mindestens alle zwei Jahre Konvergenzberichte zu diesen Mitgliedstaaten. Diese Berichte untersuchen den Fortschritt dieser Mitgliedstaaten im Hinblick auf die Erfüllung der Konvergenzkriterien.

Für Dänemark und das Vereinigte Königreich gilt eine Ausnahmeregelung in Bezug auf die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion. Diese beiden Mitgliedstaaten beabsichtigen derzeit nicht, den Euro einzuführen. Deshalb gelten die Konvergenzkriterien für sie nicht.

Hintergrund

Rechtliche Grundlage der Konvergenzkriterien ist Artikel 140 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union. Zudem sind die Konvergenzkriterien Bestandteil des Protokolls Nr. 13 im Anhang der Gründungsverträge der EU.

Letzte Änderung: 15.10.2010
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang