RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 15 Sprachen zur Verfügung
Neue Sprachen:  CS - HU - PL - RO

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Europäisches Aktionsprogramm zur Bekämpfung des akuten Gesundheitspersonalmangels in den Entwicklungsländern (2007-2013)

In diesem Aktionsprogramm werden Maßnahmen auf nationaler, regionaler und globaler Ebene vorgeschlagen, um dem Mangel an medizinischen Fachkräften in den Entwicklungsländern zu begegnen.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat vom 21. Dezember 2006: „Europäisches Aktionsprogramm zur Bekämpfung des akuten Gesundheitspersonalmangels in den Entwicklungsländern (2007-2013)" [KOM(2006) 870 endgültig - nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Um dem Mangel an medizinischem Personal in den Entwicklungsländern zu begegnen, sieht das Aktionsprogramm Maßnahmen auf drei Ebenen vor, d. h. auf nationaler, regionaler und globaler Ebene.

MASSNAHMEN AUF LÄNDEREBENE

Auf Länderebene werden mit dem Aktionsprogramm fünf Ziele verfolgt:

  • Beitrag zum politischen und strategischen Dialog und zur Planung auf Länderebene. Insbesondere schlägt die Kommission vor, dass die Europäische Union (EU)

    - die negativen Auswirkungen des Mangels an medizinischem Personal auf die Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele deutlich macht;

    - Fragen im Zusammenhang mit einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung prüft;

    - die Schaffung eines Mechanismus unterstützt, mit dem Budgethilfe langfristig enger an Fortschritte bei der Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele geknüpft werden kann;

    - die Verwaltung, Planung und Bewertung in Bezug auf die Humanressourcen verbessert, insbesondere durch Dialog mit der Zivilgesellschaft (z. B. mit Gewerkschaften und Forschungseinrichtungen).
  • Ausbau der nationalen Kapazitäten an Gesundheitspersonal durch:

    - Prüfung, welche Qualifikationen das Gesundheitspersonal aufweisen muss und welches Geschlechterverhältnis erforderlich ist, um den Mangel zu bewältigen;

    - Ausbau der Ausbildungskapazitäten auf Länderebene, u. a. durch Schaffung von Verbindungen zwischen Ausbildungseinrichtungen und Entwicklung von Süd-Süd- und Nord-Nord-Lerngemeinschaften;

    - Unterstützung von Partnerschaftsprogrammen zwischen Berufsverbänden und Aufsichtsbehörden.
  • Reform des öffentlichen Dienstes und Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen, damit auch Arme und Randgruppen einfacher Zugang zu Gesundheitsdiensten erhalten und die Fluktuation medizinischer Fachkräfte durch ein besseres Arbeitsumfeld und höhere Gehälter eingedämmt wird.
  • Bekämpfung von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria, da diese Krankheiten zu einer Verschärfung des Personalmangels im Gesundheitswesen geführt haben und die Gesundheitssysteme in den Entwicklungsländern zusätzlich belasten. Das Aktionsprogramm sieht vor, dass sich die EU für die Einbeziehung der Strategie „Treat, Train, Retain" (Behandlung, Ausbildung, Bindung) der WHO in die nationalen Gesundheitsstrategien einsetzt und den Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria weiter unterstützt.
  • Förderung der Gleichstellung der Geschlechter im Gesundheitswesen durch Unterstützung von Mechanismen zur Frauenförderung unter besonderer Berücksichtigung der Gleichberechtigung im Bildungsbereich sowie bei Einstellung, Gehalt, Karriereentwicklung und der Besetzung von Führungspositionen.

Außerdem muss sich die EU um Folgendes bemühen:

  • Unterstützung und Stärkung der lokalen Gemeinschaften durch Förderung von Behandlungs- und Pflegeleistungen innerhalb der Dörfer und Familien;
  • Verbesserung des Zugangs zu technischem Know-how aus Europa für die Planung des Personalbedarfs im Gesundheitswesen, insbesondere durch Einrichtung von Pools für technische Hilfe, die von den Empfängerländern verwaltet werden;
  • Unterstützung von Ländern nach einem Konflikt sowie von fragilen Staaten, in denen die Regierung nicht über die nötigen Kapazitäten für die Planung des Personalbedarfs verfügt.

MASSNAHMEN AUF REGIONALER EBENE

Das Aktionsprogramm sieht vor, dass die globalen und regionalen Maßnahmen über „Aktionsplattformen" koordiniert werden, in denen alle Schlüsselakteure vertreten sind und die sich auf die von internationalen und regionalen Beobachtungsstellen gelieferten Informationen stützen.

Förderung der politischen Führungsrolle Afrikas

Da sich der Mangel an Gesundheitspersonal auf dem afrikanischen Kontinent besonders gravierend auswirkt, muss die EU Afrika unterstützen, damit es gebührenden Einfluss auf die weltweiten Maßnahmen zur Beseitigung des Mangels an medizinischen Fachkräften erhält. Insbesondere setzt sich die EU für eine führende Rolle der Afrikanischen Union (AU) und der Neuen Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas (NEPAD) bei den regionalen Maßnahmen sowie für die Schaffung einer regionalen Aktionsplattform ein.

Beitrag zur Entwicklung regionaler Ausbildungsressourcen

Die EU wird mit dem Siebten Forschungsrahmenprogramm (2007-2013) und den darin vorgesehenen gezielten internationalen Kooperationsmaßnahmen die Verbesserung der Ausbildungskapazitäten unterstützen. Außerdem wird die EU die Entwicklung von regionalen und überregionalen Lernnetzen, vor allem den Aufbau von Spitzenforschungsnetzen durch Nord-Süd- und Süd-Süd-Partnerschaften, vorantreiben. Schließlich wird die Taskforce zu E-Health in Afrika, die von der Kommission in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation und der WHO eingerichtet wurde, die Möglichkeiten eines stärkeren Einsatzes von Informationstechnologien prüfen.

Außerdem muss sich die EU um Folgendes bemühen:

  • Förderung des Abschlusses regionaler Übereinkünfte für den Austausch und die Weiterentwicklung von Fachwissen innerhalb Afrikas, um den regionalen Markt für Gesundheitspersonal zu stärken und die Abwanderung Hochqualifizierter zu stoppen;
  • Unterstützung der Einrichtung einer regionalen Beobachtungsstelle für personelle Ressourcen für Afrika, welche als Archiv für Verfahren fungiert, die sich in der Region bewährt haben;
  • Ausbau der regionalen Forschungskapazitäten, vor allem Erhöhung der klinischen Forschungskapazitäten über die Partnerschaft zwischen den europäischen Ländern und den Entwicklungsländern für klinische Studien (EDCTP) zugunsten Subsahara-Afrikas.

MASSNAHMEN AUF GLOBALER EBENE

Im Aktionsprogramm wird die Notwendigkeit einer besseren Koordinierung der internationalen Bemühungen zur Beseitigung des Personalmangels im Gesundheitswesen hervorgehoben. Die vorgeschlagene Vorgehensweise setzt auf zwei Ebenen an:

EU-interne Maßnahmen

Die Kommission sieht Maßnahmen vor, um die Planung des Bedarfs an Gesundheitspersonal in der EU zu verbessern und die Mobilität Hochqualifizierter zu fördern, und zwar durch

die Ausarbeitung von Leitlinien für die Einstellung von medizinischen Fachkräften aus der EU sowie aus Drittländern, um die negativen Auswirkungen auf die personellen Kapazitäten der Drittländer zu begrenzen;

  • die Behandlung von Fragen wie Übertragbarkeit von Rentenansprüchen und Anerkennung medizinischer Qualifikationen;
  • die Unterstützung von Partnerschaften zwischen medizinischen Einrichtungen aus der EU und den Entwicklungsländern.

Maßnahmen auf globaler Ebene

Die EU setzt sich für die weltweite Mobilisierung von Mitteln zum Ausbau der personellen Kapazitäten im Gesundheitswesen der Entwicklungsländer ein. Vor allem wird die EU in der internationalen Debatte folgende Punkte unterstreichen:

  • die Bedeutung einer langfristig vorhersehbaren Finanzierung;
  • die Notwendigkeit, Wege zu ermitteln, wie makroökonomisch bedingte Hindernisse für Gesundheitsinvestitionen in den einzelnen Ländern beseitigt werden können;
  • die Gewährleistung einer besseren Abstimmung der Maßnahmen mit den nationalen Prioritäten.

FINANZIERUNG

Im Aktionsprogramm wird hervorgehoben, dass umfangreichere langfristige und vorhersehbare Hilfe bereitgestellt werden muss, um für die Empfängerländer den erforderlichen finanzpolitischen Spielraum für langfristige Investitionen zu schaffen. Außerdem wird die Kommission ein System entwickeln, das die Erfassung und regelmäßige Aktualisierung der Fördermaßnahmen der Mitgliedstaaten und der Kommission im Bereich personelle Ressourcen sowie den Vergleich der Beiträge der EU mit denen anderer Geber ermöglicht. Ferner hat die Kommission beschlossen, aus den Mitteln des thematischen Programms „Investitionen in Menschen" 40,3 Mio. EUR für die Unterstützung von Gesundheitspersonalmaßnahmen mit Multiplikatorwirkung auf regionaler und globaler Ebene bereitzustellen.

ÜBERWACHUNG UND BEWERTUNG

Die EU unterstützt die Entwicklung eines Systems für die Überwachung und Bewertung der Gesundheitspersonalstrategie auf Länderebene und überwacht die EU-Maßnahmen im Rahmen der Berichte über das Aktionsprogramm zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria and Tuberkulose, die dem Parlament und dem Rat vorgelegt werden müssen.

Hintergrund

Das Aktionsprogramm schließt an die Mitteilung der Kommission vom Dezember 2005 über den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen der Entwicklungsländer an, in der die Bedeutung einer globalen Antwort vonseiten der EU zur Bewältigung dieses Problems hervorgehoben wurde. Das Aktionsprogramm wurde am 14. Mai 2007 vom Rat genehmigt.

Letzte Änderung: 24.07.2007
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang