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Fairer Handel und handelsbezogene nichtstaatliche Nachhaltigkeitssicherungskonzepte

Fairer Handel trägt wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung bei. Die Europäische Union (EU) unterstützt die Vielfalt der Zertifizierungssysteme und Kennzeichnungskonzepte.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament und den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss vom 5. Mai 2009 „Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung: die Rolle des Fairen Handels und handelsbezogener nichtstaatlicher Nachhaltigkeitssicherungskonzepte“ [KOM(2009) 215 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

In dieser Mitteilung gibt die Kommission einen Überblick über die Entwicklungen, die sich seit der Mitteilung aus dem Jahr 1999 über fairen Handel in diesem Bereich vollzogen haben.

Seither hat ein einheitliches internationales Gütezeichen die nationalen Kennzeichnungen für Fairen Handel in den Mitgliedstaaten ersetzt. Die Einführung dieses Gütesiegels hat das Vertrauen der Verbraucher und den Bekanntheitsgrad der fair gehandelten Produkte erhöht. 2009 waren zwischen 60 % und 70 % der weltweiten Verkäufe fair gehandelter Produkte für die Europäische Union (EU) bestimmt.

Das Wachstum des Sektors begünstigte die Entstehung neuer Nachhaltigkeitskonzepte. Fairer Handel * stützt sich auf die Kriterien der wirtschaftlichen, umweltbezogenen und sozialen Entwicklung. Die privaten handelsbezogenen Nachhaltigkeitskonzepte * bauen auf mindestens einer dieser drei Säulen auf.

Die Definition des Fairen Handels basiert auf gemeinsamen Kriterien, die einen integrierten Ansatz für nachhaltige Entwicklung darstellen. Diese Kriterien sind:

  • Festlegung eines fairen Preises, der die Kosten der nachhaltigen Erzeugung und die Lebenshaltungskosten deckt sowie Teilzahlungen an den Erzeuger ermöglicht;
  • Aufbau langfristiger Beziehungen zwischen Erzeugern und Händlern;
  • Transparenz und Rückverfolgbarkeit während der gesamten Lieferkette;
  • Einhaltung der Kernübereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), insbesondere in Bezug auf menschenwürdige Arbeit, Vereinigungsfreiheit und Arbeitsnormen;
  • Achtung der Menschenrechte, der Umwelt und traditioneller Produktionsmethoden;
  • Stärkung der Produktionskapazitäten und Förderung des Marktzugangs für die Erzeuger;
  • Bewusstseinsbildung bei Akteuren und Verbrauchern in Bezug auf Funktionsweise und Ziele des Fairen Handels;
  • Einführung eines Zertifizierungsprozesses;
  • Beurteilung der Auswirkungen von Fair-Trade-Maßnahmen.

Die privaten handelsbezogenen Nachhaltigkeitssicherungskonzepte ermöglichen zudem Wachstum und nachhaltige Entwicklung. Die Kommission ist der Ansicht, dass bestimmte Maßnahmen die Ergebnisse solcher Konzepte verbessern können. So sollte der nichtstaatliche Charakter der Organisationen, die diese Konzepte einrichten, beibehalten werden, Synergien zwischen einzelnen Konzepten gefördert und ihre Bekanntheit verbessert werden. Darüber hinaus sollen eine gemeinsame Definition der Grundanforderungen und Kriterien für die Bewertung der Wirkung festgelegt werden.

Die privaten Nachhaltigkeitskonzepte sind mit den Grundsätzen des multilateralen Handelssystems vereinbar. Die Welthandelsorganisation (WTO) und die EU-Handelspolitik unterstützen die Integration von Entwicklungsländern in die Weltwirtschaft. Allerdings müssen bei der Vergabe von Gütezeichen für fairen Handel die im Rahmen der WTO eingegangenen Verpflichtungen in Bezug auf die Grundsätze der Transparenz und der Nichtdiskriminierung berücksichtigt werden.

Innerhalb der EU entfallen 16 % des BIP auf den Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe. Die Verfahren der Auftragsvergabe sollten weitgehend mit den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung in Einklang stehen. 2009 hat die Kommission eine Mitteilung über umweltorientiertes öffentliches Beschaffungswesen angenommen. Zudem wird gerade ein Handbuch für eine „soziale“ Vergabepraxis erstellt. Es empfiehlt, Kriterien für den Fairen Handel in öffentlichen Ausschreibungen zu berücksichtigen.

Durch ihre Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die EU nichtstaatliche Organisationen, die im Bereich des Fairen Handels tätig sind. So finanzierte die EU zwischen 2007 und 2008 insbesondere Maßnahmen zur Sensibilisierung für den Fairen Handel in Höhe von 19 466 Mio. EUR. Dank der besonderen Rahmen zur Unterstützung der traditionellen AKP-Bananenlieferanten und der Vertragsstaaten des Zuckerprotokolls werden ebenso Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirtschaft, der Entwicklung des ländlichen Raums und des Handels durchgeführt.

In den kommenden Jahren müssen zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um die Unterstützung der EU für die Entwicklung der Konzepte für den Fairen Handel zu verstärken. Die Kommission schlägt daher vor, die derzeitigen Maßnahmen durch Bewertung der Unterstützung, Folgenabschätzung und Erhöhung der Marktransparenz zu verbessern.

Schlüsselwörter
  • Fairer Handel: Dieser Begriff wird für Organisationen verwendet, die gemäß den Standards arbeiten, die von den internationalen, der Social and Environment Accreditations and Labelling (ISEAL) angehörenden, Standardisierungs- und Konformitätsbewertungsorganisationen erstellt wurden.
  • Private Nachhaltigkeitssicherungskonzepte: Mit diesem Begriff werden Kennzeichnungskonzepte bezeichnet, die die Verbraucher über die Nachhaltigkeit der Herstellung des betreffenden Produkts informieren.
Letzte Änderung: 11.09.2009
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