RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 15 Sprachen zur Verfügung
Neue Sprachen:  CS - HU - PL - RO

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG): Zwölfpunkte-Aktionsplan

Trotz der großen Fortschritte, die in einigen Regionen der Welt in bestimmten Bereichen erzielt wurden, muss noch viel getan werden, um alle Millenniumsentwicklungsziele (MDG) bis 2015 zu erreichen. Daher stellt die Kommission einen mittelfristigen Aktionsplan vor, um den Fortschritt zu beschleunigen. Dieser Aktionsplan diente als Grundlage für die Erarbeitung eines gemeinsamen europäischen Standpunkts für den "Millenniumsgipfel" der Vereinten Nationen, der vom 20. bis 22. September in New York stattfand.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 21. April 2010 - Zwölfpunkte-Aktionsplan der EU zur Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele [KOM(2010)159 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Die Europäische Union (EU) bemüht sich, einen Beitrag zur Beschleunigung der Durchführung der Millenniumsziele (MGD) bis 2015 zu leisten.

Denn die von den Entwicklungsländern erzielten Fortschritte sind uneinheitlich und in manchen Bereichen und Regionen treten große Verzögerungen auf. Zwar wurden Verbesserungen bei der Reduzierung der extremen Armut, bei der allgemeinen Schulbildung und beim Zugang zu Trinkwasser erreicht, dennoch leben auch weiterhin 1,4 Milliarden Menschen im Elend (davon 51 % in Afrika südlich der Sahara) und ein Sechstel der Weltbevölkerung ist unterernährt. Nur geringe Fortschritte wurden bei der Verringerung der Mütter- und Kindersterblichkeit erzielt und beim Zugang zur Sanitärversorgung zeichnen sich auch keine Verbesserungen ab.

Erfüllung der Hilfszusagen

Die EU hat sich dazu verpflichtet, ihren Anteil an der öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA) auf 0,7 % ihres BNE (Bruttonationaleinkommens) im Jahr 2015 zu heben. Dieses Ziel muss trotz der Schwierigkeiten durch die Finanz- und Wirtschaftskrise aufrechterhalten werden. Deshalb schlägt die Kommission Folgendes vor:

  • Festlegung realistischer Jahresaktionspläne zur besseren Umsetzung der ODA;
  • Stärkung der EU-Mechanismen zur Erfüllung der Rechenschaftspflicht auf der Grundlage einer Prüfung der ODA;
  • Verabschiedung nationaler Rechtvorschriften zur Festlegung von ODA-Zielen.

Die Kommission ruft darüber hinaus die anderen internationalen Geber auf, ihre Beiträge so weit zu erhöhen, bis sie sich an die ODA der EU angleichen.

Verbesserung der Wirksamkeit der Hilfe

Die EU muss die Wirksamkeit der Entwicklungshilfe und die Koordination der verschiedenen beteiligten Akteure verbessern. In dieser Hinsicht schlägt die Kommission Folgendes vor:

  • bis 2013 die schrittweise Nutzung eines gemeinsamen Rahmens und eines einheitlichen Programmierungszyklus für die Mitgliedstaaten und die EU;
  • Einrichtung eines operativen Rahmens für die Wirksamkeit der Hilfe, die Arbeitsteilung, die Transparenz der Finanzierungen, der gegenseitigen Rechenschaftspflicht der EU und der Entwicklungsländer;
  • Unterstützung der Anwendung der Agenda zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit durch andere Geber.

Aktionsplan für raschere Fortschritte bei der Verwirklichung der MDG

Um raschere Fortschritte bei der Verwirklichung der MDG zu erzielen, schlägt die Kommission Folgendes vor:

  • den Schwerpunkt vorrangig auf jene Länder und Bevölkerungen zu legen, in denen am meisten Fortschritte nötig sind. Dazu gehören die am wenigsten entwickelten Länder und die Länder in fragilen Situationen;
  • die Ausrichtung auf die am stärksten in Rückstand geratenen MDG und Verbesserung der Auswirkung der sektorbezogenen EU-Politik, insbesondere in den Schlüsselsektoren Gesundheit, Erziehung, Ernährungssicherheit und Geschlechtergleichstellung;
  • die Förderung der Eigenverantwortung der Partnerländer für die Verwirklichung der MDG, insbesondere durch Integration der Millenniumsziele in die eigenen Entwicklungsstrategien sowie durch die Verbesserung der Qualität statistischer Daten;
  • die Verabschiedung eines Arbeitsprogramms für die Politikkohärenz im Interesse der Entwicklung, das alle europäischen Politikbereiche betrifft, die sich möglicherweise auf die Partnerländer auswirken. Das betrifft vor allem die Schlüsselbereiche Wirtschaft- und Finanzen, Klimawandel, Ernährungssicherheit, Migration und Sicherheit;
  • Mobilisierung der einheimischen Ressourcen, insbesondere durch eine bessere nationale und internationale Lenkung im Steuerbereich sowie durch die Stärkung der Steuersysteme der Partnerländer;
  • Förderung der regionalen Integration und des Handels für Wachstum und Beschäftigung;
  • Ermittlung und Förderung innovativer Finanzierungsquellen, auch über öffentlich-private Partnerschaften, um stabile Einkommen für eine nachhaltige Entwicklung auch in den ärmsten und bedürftigsten Ländern zu garantieren;
  • Unterstützung von Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zur Abmilderung seiner Folgen in den Partnerländern, insbesondere durch Förderung der Kooperation, der Forschung und des Zugangs zu grünen Technologien;
  • Schaffung der Voraussetzungen für eine langfristige Sicherheit, da die meisten Länder, die bei der Verwirklichung der MDG weit zurückliegen, durch militärische Konflikte geschwächt sind;
  • neue Impulse für den Reformprozess der Weltordnungspolitik geben, um die Wirksamkeit und die Legitimität des Prozesses durch eine bessere Einbeziehung der ärmsten Länder zu verbessern, deren Interessen oft vernachlässigt werden.

Diese Ziele müssen durch den Rat und die EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Die Kommission muss die Umsetzung des Aktionsplans und seine Finanzierung beobachten.

Letzte Änderung: 04.08.2010
Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang