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Kulturhauptstadt Europas

Die Veranstaltung „Kulturhauptstadt Europas“ gibt den europäischen Städten die Möglichkeit, über einen Zeitraum von einem Jahr ein Kulturprogramm zu präsentieren und damit den Reichtum und die Vielfalt der europäischen Kulturen sowie ihre Gemeinsamkeiten zu veranschaulichen.

RECHTSAKT

Beschluss Nr. 1622/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. Oktober 2006 über die Einrichtung einer Gemeinschaftsaktion zur Förderung der Veranstaltung Kulturhauptstadt Europas für die Jahre 2007 bis 2019.

ZUSAMMENFASSUNG

Dieser Beschluss richtet die Veranstaltung „Kulturhauptstadt Europas“ ein und legt das Auswahlverfahren für die Städte fest, denen der Titel in den Jahren 2013 bis 2019 verliehen werden soll. Zudem führt sie ein Verfahren für die Überwachung der Vorbereitungen bis zum Jahr der Veranstaltung ein.

Das Kulturprogramm und seine europäische Dimension

Jede Bewerbung beinhaltet ein Kulturprogramm von europäischer Dimension, das an den in Artikel 167 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (EU) vorgesehenen Zielen ausgerichtet ist. Das Programm muss eine Reihe von Kriterien erfüllen, die sich in zwei Kategorien einordnen lassen:

  • „Europäische Dimension“, d. h. Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Kulturakteuren auf allen Ebenen. Das Programm muss auch den Reichtum der kulturellen Vielfalt in Europa und die gemeinsamen Aspekte der europäischen Kulturen in den Blickpunkt rücken;
  • „Stadt und Bürger“, d. h. es geht darum, das Interesse der Bürger der Stadt für die Veranstaltung auf europäischer Ebene zu wecken und die längerfristige kulturelle Entwicklung der Stadt zu fördern.

Das Programm erstreckt sich normalerweise auf ein Jahr. Die Kommission kann die Qualität der Vorbereitungen mit dem Melina-Mercouri-Preis auszeichnen, der aus dem Programm Kultur finanziert wird.

Auswahlverfahren

Von 2007 bis 2019 hat jeder Mitgliedstaat gemäß einer festgelegten zeitlichen Abfolge die Gelegenheit, Gastgeber der Veranstaltung zu sein. Ab 2011 erfolgt die Auswahl zwischen jeweils zwei Mitgliedstaaten.

Die Auswahl der „Kulturhauptstädte Europas“ erfolgt in vier Phasen:

  • Einreichung von Bewerbungen: Die betreffenden EU-Mitgliedstaaten veröffentlichen spätestens sechs Jahre vor Beginn der Veranstaltung eine Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen. Ab dem Tag der Veröffentlichung haben die interessierten Städte zehn Monate Zeit, um ihre Bewerbung vorzulegen;
  • Vorauswahl: Spätestens fünf Jahre vor Beginn der Veranstaltung wird die Jury einberufen, um die Bewerbungen zu prüfen und eine Auswahlliste der Städte vorzuschlagen, die an dem weiteren Auswahlverfahren teilnehmen können. Die Jury setzt sich aus 13 Experten zusammen. Sieben davon werden vom Europäischen Parlament, vom Rat, von der Kommission und vom Ausschuss der Regionen ernannt. Die sechs anderen Mitglieder werden von den betreffenden EU-Mitgliedstaaten benannt;
  • Endauswahl: Neun Monate nach der ersten Auswahlsitzung kommt die Jury erneut zusammen, um die inzwischen weiter konkretisierten Programme der auf der Auswahlliste stehenden Bewerberstädte zu beurteilen und davon ausgehend eine Stadt als „Kulturhauptstadt Europas“ vorzuschlagen. In dieser Phase legt die Jury dem betreffenden EU-Mitgliedstaat sowie der Kommission einen Bericht vor, in der sie auch an die ausgewählte Stadt gerichtete Empfehlungen ausspricht;
  • Ernennung: Vier Jahre vor Beginn der Veranstaltung legen die beiden EU-Mitgliedstaaten, die für das betreffende Jahr die Berechtigung dazu haben, den EU-Organen unter Berücksichtigung der von der Jury ausgesprochen Empfehlungen die Bewerbung einer Stadt vor. Der Rat ernennt offiziell eine Stadt in den beiden betroffenen Mitgliedstaaten zur „Kulturhauptstadt Europas“.

Überprüfungsphase

Die von den Organen benannten Experten unterstützen die ernannten Städte bei der Realisierung ihrer Programme und achten dabei insbesondere auf den europäischen Mehrwert dieser Programme.

Zwei Jahre vor Beginn der Veranstaltung nehmen die Experten eine Halbzeitüberprüfung der Programme der Kulturhauptstädte Europas vor und beurteilen dabei den Stand der Vorbereitungen und die europäische Dimension.

Spätestens acht Monate vor Beginn der Veranstaltung bewerten die Experten im Rahmen einer abschließenden Überprüfung die bisherigen Vorbereitungen und ermitteln, was noch zu tun ist. Sie legen der Kommission und den betreffenden Städten einen Bericht vor, der ihre Schlussfolgerungen enthält und gegebenenfalls die Verleihung des Melina-Mercouri-Preises empfiehlt.

Hintergrund

Die Veranstaltung „Kulturhauptstadt Europas“ wurde vom Rat am 13. Juni 1985 begründet und hat sich im Laufe der Jahre zu einer der beliebtesten Aktionen der Europäischen Union entwickelt. Da die europäischen Bürger in großer Zahl an dieser Veranstaltung teilnehmen und eine beträchtliche kulturelle und sozioökonomische Wirkung von ihr ausgeht, konkurrieren jährlich immer mehr Städte um den Titel „Kulturhauptstadt Europas“. Entsprechend wurde das Verfahren zur Ernennung der Städte modernisiert, um es effizienter zu gestalten und auf die jüngste EU-Erweiterung abzustimmen.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Entscheidung Nr. 1622/2006/EG

23.11.2006

-

ABl. L 304 vom 3.11.2006

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Beschluss 2007/324/EG des Rates vom 7. Mai 2007 über die praktischen und verfahrenstechnischen Modalitäten für die Ernennung von zwei Mitgliedern der Auswahljury sowie der Überwachungs- und Beratungsjury im Rahmen der Gemeinschaftsaktion Kulturhauptstadt Europas durch den Rat [Amtsblatt L 122 vom 11.5.2007].

Letzte Änderung: 26.09.2011
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