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Kultur in den Außenbeziehungen der EU

Um die kulturelle Vielfalt und den interkulturellen Dialog in den Außenbeziehungen der Europäischen Union (EU) zu fördern, ersucht der Rat die Kommission und die Mitgliedstaaten, kohärente Ansätze zu definieren. Er sieht die Entwicklung von Arbeitsmethoden und Instrumenten für die Verfolgung der damit verbundenen politischen Ziele vor.

RECHTSAKT

Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 16. Dezember 2008 zur Förderung der kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs in den Außenbeziehungen der Union und ihrer Mitgliedstaaten [Amtsblatt C 320 vom 16.12.2008].

ZUSAMMENFASSUNG

Kulturaustausch und Maßnahmen der kulturellen Zusammenarbeit auf internationaler Ebene tragen zusammen mit dem interkulturellen Dialog zur Annäherung der Menschen, zur Stärkung der Rolle der Zivilgesellschaft, zur Förderung der Demokratisierung und der Menschenrechte bei. Sie spielen jedoch auch eine wichtige Rolle für eine Stärkung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Kultursektors. Daher ersucht der Rat die Mitgliedstaaten und die Kommission, entsprechende Schritte zu unternehmen, um die drei folgenden politischen Ziele zu erreichen:

  • Einbeziehung der Kultur in die Politiken und Programme im Rahmen der Außenbeziehungen der Europäischen Union (EU) sowie in die Zusammenarbeit der Union mit Drittländern und internationalen Organisationen;
  • Ratifizierung und Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen weltweit;
  • Förderung des interkulturellen Dialogs durch Projekte und Sensibilisierungsmaßnahmen, die in den Mitgliedstaaten und außerhalb der EU im Rahmen des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs (2008) angeregt wurden.

Es sollte eine globale europäische Strategie ausgearbeitet werden mit dem Ziel, die Kultur kohärent und systematisch in die Außenbeziehungen der Union einzubeziehen. Um die Ziele und die politischen Instrumente im Bereich der kulturellen Beziehungen genau festlegen zu können, sollten außerdem spezifische Strategien mit Drittländern und Regionen ausgearbeitet werden. In diesem Rahmen sollten die Kommission und die Mitgliedstaaten ihre Unterstützung für folgende Bereiche verstärken:

  • für Maßnahmen der kulturellen Zusammenarbeit mit Drittländern auf allen Ebenen (auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene);
  • für die Förderung der europäischen Kultur in all ihren Formen auf internationaler Ebene und für die Förderung der internationalen Mobilität von europäischen Kulturschaffenden;
  • für den Ausbau der Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Kompetenzen;
  • für die Mobilität junger Menschen, ihre kulturelle und künstlerische Bildung sowie ihren Zugang zu Kulturgütern;
  • für den Schutz des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte und die Bekämpfung von Nachahmung und Produktpiraterie;
  • für Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung und Aufwertung des kulturellen Erbes und zur internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Bekämpfung von Diebstahl von und des illegalen Handels mit Kulturgütern.

Um ihre Strategien besser formulieren zu können, sollten die Kommission und die Mitgliedstaaten zusammen mit Drittländern deren Kultursektoren analysieren. Diese Analysen sollten auch Entwicklungsperspektiven und einen Ordnungsrahmen für die betreffenden Sektoren umfassen. Dabei sollten die Erfahrungen der Mitgliedstaaten genutzt werden, damit die Maßnahmen der Gemeinschaft die der Mitgliedstaaten ergänzen und neue gemeinsame internationale Aktionen im Bereich der Kultur angeregt werden können. Die besonderen Merkmale des Kultursektors müssen berücksichtigt werden, wenn neue operationelle Programme festgelegt werden. Dies gilt auch für die spezifischen Strategien, die mit Drittländern und Regionen im Rahmen der Aushandlung internationaler Übereinkommen entwickelt werden.

Schließlich sollten Kulturschaffende und die Zivilgesellschaft bei der Festlegung und Durchführung der auswärtigen Kulturpolitik verstärkt einbezogen werden. Außerdem sollten Netzwerke errichtet werden, um eine engere internationale Zusammenarbeit zwischen den kulturellen Einrichtungen zu fördern.

Hintergrund

Im Juni 2008 bekräftigte der Rat die zentrale Rolle der kulturellen Zusammenarbeit und des interkulturellen Dialogs in der Außenpolitik der Union.

Diese Kurzbeschreibung hat rein informativen Charakter. Sie dient weder der Auslegung noch ersetzt sie das Referenzdokument, das die einzige verbindliche Rechtsgrundlage ist.

Letzte Änderung: 16.06.2009
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