RSS
Alphabetischer Index
Diese Seite steht in 15 Sprachen zur Verfügung
Neue Sprachen:  CS - HU - PL - RO

We are migrating the content of this website during the first semester of 2014 into the new EUR-Lex web-portal. We apologise if some content is out of date before the migration. We will publish all updates and corrections in the new version of the portal.

Do you have any questions? Contact us.


Verbraucherkreditverträge

Die Entwicklung des Kreditangebots in Europa soll mit einer Stärkung der Verbraucherrechte einhergehen.;Außerdem soll die Harmonisierung der innerstaatlichen Bestimmungen das grenzüberschreitende Kreditangebot fördern.

RECHTSAKT

Richtlinie 2008/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 über Verbraucherkreditverträge und zur Aufhebung der Richtlinie 87/102/EWG des Rates.

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Richtlinie soll die Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über Verbraucherkredite harmonisieren, um grenzüberschreitende Dienstleistungen zu erleichtern. Sie verbessert die Transparenz der Vertragsbedingungen und das Verbraucherschutzniveau.

Dagegen gilt diese Richtlinie nicht für Kreditverträge:

  • die durch eine Hypothek gesichert sind;
  • die für den Erwerb eines Grundstücks oder eines Gebäudes geschlossen werden;
  • bei denen der Gesamtkreditbetrag weniger als 200 EUR oder mehr als 75000 EUR beträgt;
  • bei denen es sich um einen Mietvertrag ohne Verpflichtung zum Erwerb oder einen Leasingvertrag handelt;
  • die zins- und gebührenfrei sind oder Überziehungsmöglichkeiten bieten;
  • die mit einer Wertpapierfirma geschlossen werden;
  • die Ergebnis einer gerichtlichen Entscheidung sind;
  • die die Stundung oder Sicherung einer Forderung zum Gegenstand haben;
  • die Darlehen zum Gegenstand haben, die einem begrenzten Kundenkreis gewährt werden.

Die Mitgliedstaaten können außerdem für Organisationen, die einen sozialen Zweck erfüllen und deren Tätigkeiten ausschließlich ihren Mitgliedern zugutekommen, weniger strenge Regeln anwenden, wenn der angebotene effektive Jahreszins unter dem marktüblichen Zinssatz liegt.

Im vorvertraglichen Stadium müssen der Kreditgeber * oder seine Kreditvermittler * rechtzeitig verständliche Informationen über die Hauptmerkmale des angebotenen Kredits vorlegen. Es handelt sich dabei um:

  • die Laufzeit des Kreditvertrags;
  • den Gesamtkreditbetrag;
  • den Sollzinssatz und den Referenzzinssatz;
  • den effektiven Jahreszins * und den vom Verbraucher * zu zahlenden Gesamtbetrag;
  • den Betrag, die Anzahl und die Periodizität der Zahlungen;
  • den Barzahlungspreis einer Ware oder einer Dienstleistung, die durch Zahlungsaufschub oder einen verbundenen Kreditvertrag finanziert wird;
  • die mit dem Vertrag verbundenen oder sich aus ihm ergebenden Kosten;
  • die vertraglichen Verpflichtungen;
  • die Verbraucherrechte;
  • die Folgen von Zahlungsverzug und Vertragsbruch;
  • die Sicherheiten.

Die Verbraucher erhalten diese Informationen in Form eines standardisierten Formulars gemäß Anhang II dieser Richtlinie.

Zusätzlich zu den umfassenden vorvertraglichen Informationen müssen die Kreditgeber den Verbrauchern angemessene Erläuterungen geben, damit diese den Kreditvertrag auswählen können, der ihren Bedürfnissen und ihrer finanziellen Situation entspricht. Außerdem müssen die Kreditgeber die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden vor Vertragsabschluss beurteilen und dabei das Recht der Verbraucher auf Information im Falle einer Ablehnung des Kreditantrags einhalten.

Der Vertrag muss die wesentlichen Informationen zum ausgewählten Kreditangebot enthalten. Bei Änderungen des Sollzinssatzes * wird der Verbraucher über den neuen Betrag, die Anzahl und die Periodizität der Zahlungen informiert.

Die Verbraucher können ihr Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen ausüben, indem sie dem Kreditgeber ihre Absicht innerhalb von 14 Tagen ab Vertragsabschluss mitteilen.

Die Verbraucher haben ebenfalls die Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlung ihrer Verbindlichkeiten. Dieses Recht können sie unter der Voraussetzung, dass der Kreditgeber eine angemessene und objektiv gerechtfertigte Entschädigung erhält, jederzeit ausüben.

Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Kreditgeber und die Kreditvermittler ihren Verpflichtungen nachkommen. Sie garantieren die Umsetzung der Kontrollen durch eine unabhängige Behörde.

Hintergrund

Diese Richtlinie hebt die Richtlinie 87/102/EWG auf, um den Verbraucherschutz zu stärken. Sie muss von den Mitgliedstaaten vor dem 12. Mai 2010 umgesetzt werden.

Schlüsselwörter des Rechtsakts
  • Kreditgeber: eine natürliche oder juristische Person, die in Ausübung ihrer gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit einen Kredit gewährt oder zu gewähren verspricht.
  • Kreditvermittler: eine natürliche oder juristische Person, die nicht als Kreditgeber handelt und die in Ausübung ihrer gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit:
    1. Verbrauchern Kreditverträge vorstellt oder anbietet;
    2. Verbrauchern bei Vorarbeiten zum Abschluss von Kreditverträgen behilflich ist;
    3. für den Kreditgeber Kreditverträge mit den Verbrauchern abschließt.
  • vom Verbraucher zu zahlender Gesamtbetrag: die Summe des Gesamtkreditbetrags und der Gesamtkosten des Kredits für den Verbraucher.
  • effektiver Jahreszins: die Gesamtkosten des Kredits für den Verbraucher, die als jährlicher Prozentsatz des Gesamtkreditbetrags ausgedrückt sind.
  • Sollzinssatz: der als fester oder variabler periodischer Prozentsatz ausgedrückte Zinssatz, der auf jährlicher Basis auf die in Anspruch genommenen Kredit-Auszahlungsbeträge angewandt wird.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Richtlinie 2008/48/EG

11.6.2008

12.5.2010

L 133/66 vom 22.5.2008

Letzte Änderung: 22.01.2009

Siehe auch

Rechtlicher Hinweis | Über diese Website | Suche | Kontakt | Seitenanfang