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Textilerzeugnisse: Bezeichnung von Textilfasern und Etikettierung

Mit dieser Verordnung werden harmonisierte Vorschriften über die Etikettierung und Kennzeichnung von Textilerzeugnissen festgelegt, um Hindernisse für das ordnungsgemäße Funktionieren des Binnenmarkts zu beseitigen und um zu gewährleisten, dass Verbraucher angemessene Informationen erhalten.

RECHTSAKT

Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. September 2011 über die Bezeichnungen von Textilfasern und die damit zusammenhängende Etikettierung und Kennzeichnung der Faserzusammensetzung von Textilerzeugnissen und zur Aufhebung der Richtlinie 73/44/EWG des Rates und der Richtlinien 96/73/EG und 2008/121/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (Text von Bedeutung für den EWR).

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Verordnung legt die Bestimmungen fest über:

  • die Bezeichnung von Textilfasern * hinsichtlich ihrer Definition und Verwendung, um die Faserzusammensetzung von Textilerzeugnissen anzugeben;
  • die Etikettierung von Textilerzeugnissen *, die nichttextile Teile tierischen Ursprungs enthalten;
  • die Analysemethoden, um die auf den Etiketten oder Kennzeichnungen angegebenen Angaben zu überprüfen.

Erzeugnisse, die unter diese Verordnung fallen

Unter diese Verordnung fallen die folgenden Textilerzeugnisse:

  • Erzeugnisse mit einem Gewichtsanteil an Textilfasern von mindestens 80 %;
  • Erzeugnisse, die in der gleichen Weise wie Textilerzeugnisse behandelt werden.

Diese Verordnung gilt nicht für Textilerzeugnisse, die ohne Übereignung an Heimarbeiter oder selbständige Unternehmen übergeben werden oder für maßgeschneiderte Textilerzeugnisse, die von selbständigen Schneidern hergestellt wurden.

Bezeichnung von Textilfasern

Für die Beschreibung der Faserzusammensetzungen von Textilerzeugnissen dürfen nur die Textilfaserbezeichnungen nach Anhang I dieser Verordnung verwendet werden. Diese Verordnung legt fest, welche Bezeichnung welcher Fasereigenschaft entspricht. Diese Bezeichnungen dürfen nicht für andere Fasern verwendet werden.

Die Hersteller können beantragen, dass eine neue Bezeichnung von Textilfasern in Anhang I dieser Verordnung aufgenommen wird. Ihr Antrag muss ein technisches Dossier enthalten, das gemäß Anhang II zusammengestellt wurde und die folgenden Informationen enthält:

  • die vorgeschlagene Bezeichnung, die Definition und die Identifizierung der neuen Textilfaser;
  • hinreichend ausgereifte Identifizierungs- und Quantifizierungsverfahren;
  • zusätzliche Informationen über mögliche allergische Reaktionen oder das Herstellungsverfahren oder die Bedeutung für den Verbraucher.

Angabe der Zusammensetzung von Textilerzeugnissen

Die Zusätze „100 %“, „rein“ oder „ganz“ dürfen nur für Erzeugnisse verwendet werden, die ausschließlich aus einer Faser bestehen.

Ein Wollerzeugnis darf nur dann mit „Schurwolle“ (oder mit einer der in Anhang III aufgeführten Bezeichnungen) etikettiert werden, wenn es ausschließlich aus einer Wollfaser besteht, die niemals in einem Fertigerzeugnis enthalten war und keinem Spinnprozess unterlegen hat. Ist die Wolle in einem Textilfasergemisch enthalten, darf die Bezeichnung „Schurwolle“ auf dem Etikett verwendet werden, wenn:

  • die gesamte in dem Gemisch enthaltene Wolle aus einer Wollfaser besteht;
  • der Anteil dieser Wolle am Gesamtgewicht des Gemischs nicht weniger als 25 % beträgt;
  • die Wolle im Fall eines intimen Fasergemischs nur mit einer einzigen anderen Faser gemischt ist.

Auf dem Etikett oder der Kennzeichnung von Multifaser-Textilerzeugnissen müssen die Bezeichnung und der Gewichtsanteil aller enthaltenen Fasern in absteigender Reihenfolge angegeben werden. Die Bezeichnung „sonstige Fasern“ darf verwendet werden, wenn bestimmte Fasern mit einem geringen Gewichtsanteil zum Zeitpunkt der Herstellung des Erzeugnisses nicht bestimmt werden konnten oder wenn es sich um Fasern handelt, die nicht in Anhang I aufgeführt sind. Die Bezeichnungen „diverse Faserarten“ oder „Erzeugnis unbestimmter Zusammensetzung“ dürfen auf dem Etikett eines Textilerzeugnisses verwendet werden, dessen Zusammensetzung zum Zeitpunkt seiner Herstellung schwierig zu bestimmen ist.

Nichttextile Teile tierischen Ursprungs in einem Textilerzeugnis müssen unter Verwendung des Hinweises „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ bei der Etikettierung angegeben werden.

Etikettierung und Kennzeichnung von Textilerzeugnissen

Werden Textilerzeugnisse in Verkehr gebracht, dann müssen sie zur Angabe ihrer Faserzusammensetzung etikettiert und gekennzeichnet werden. Die Etikettierung und Kennzeichnung müssen dauerhaft, leicht lesbar, sichtbar und zugänglich sein. Bei Erzeugnissen, die nicht für den Endverbraucher bestimmt sind, können diese Etiketten oder Kennzeichnungen durch Begleitpapiere (Handelsdokumente) ersetzt werden, die von dem Hersteller des Erzeugnisses geliefert werden.

Bei Textilerzeugnissen, die aus zwei oder mehr Textilkomponenten bestehen, die nicht denselben Textilfasergehalt haben, muss der Textilfasergehalt für jede Komponente angegeben werden.

Die Etikettierung darf keine Abkürzung enthalten. Darüber hinaus muss sie in einer Amtssprache oder mehreren Amtssprachen des Mitgliedstaats, in dessen Hoheitsgebiet das Textilerzeugnis in Verkehr gebracht wird, erfolgen.

Der Wirtschaftsakteur, der ein Textilerzeugnis in Verkehr bringt, ist für die Etikettierung oder Kennzeichnung zuständig.

Die Beschreibungen der Faserzusammensetzung müssen auch in Katalogen, in Prospekten und auf Verpackungen angegeben werden. Diese Informationen müssen auch beim Kauf auf elektronischem Wege sichtbar sein.

Für die in Anhang V aufgeführten Textilerzeugnisse ist die Etikettierung nicht vorgeschrieben.

Marktüberwachung

Die Überprüfung der Konformität der Faserzusammensetzung von Textilerzeugnissen wird von den Marktüberwachungsbehörden gemäß den in Anhang VIII erklärten Methoden durchgeführt.

Diese Verordnung hebt mit Wirkung vom 8. Mai 2012 die Richtlinien 73/44/EWG, 96/73/EG und 2008/121/EG auf.

Schlüsselwörter des Rechtsakts
  • Textilfaser: ein Erzeugnis, das durch seine Flexibilität, seine Feinheit und seine große Länge im Verhältnis zum Höchstquerschnitt gekennzeichnet ist und sich somit zur Herstellung von Textilerzeugnissen eignet, oder ein flexibles Band oder ein Schlauch mit einer Normalbreite von höchstens 5 mm, einschließlich der Bänder, die von breiteren Bändern oder Bahnen abgeschnitten werden, hergestellt auf der Grundlage der zur Herstellung der in Anhang I Tabelle 2 aufgeführten Fasern dienenden Stoffe und geeignet zur Herstellung von Textilfasern.
  • Textilerzeugnis: ein Erzeugnis, das im rohen, halbbearbeiteten, bearbeiteten, halbverarbeiteten, verarbeiteten, halbkonfektionierten oder konfektionierten Zustand ausschließlich Textilfasern enthält, unabhängig von dem zur Mischung oder Verbindung angewandten Verfahren.

BEZUG

Rechtsakt Datum des Inkrafttretens Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten Amtsblatt

Verordnung (EU) Nr. 1007/2011

7.11.2011

-

ABl. L 272, 18.10.11

Letzte Änderung: 09.01.2012

Siehe auch

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