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Behandlung der Nahrungsmittel mit ionisierenden Strahlen

Die Behandlung der Lebensmittel mit ionisierenden Strahlen wird in der Europäischen Union (EU) harmonisiert. Diese Konservierungsmethode unterliegt besonderen Bedingungen.

RECHTSAKT

Richtlinie 1999/2/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Februar 1999 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über mit ionisierenden Strahlen behandelte Lebensmittel und Lebensmittelbestandteile [Amtsblatt L 66 vom 13.3.1999].

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Richtlinie betrifft die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Einfuhr von Lebensmitteln und Lebensmittelbestandteilen, die mit ionisierenden Strahlen behandelt wurden. Sie gilt nicht für Lebensmittel, die mit ionisierenden Strahlen von Mess- oder Prüfgeräten innerhalb bestimmter Grenzen bestrahlt wurden, und ebenso wenig für die Bestrahlung von Lebensmitteln, die für Patienten zubereitet werden, die unter medizinischer Kontrolle sterile Nahrung erhalten müssen.

Die Bestrahlung dient dazu, die Zahl der Krankheitserreger in Lebensmittelbestandteilen zu reduzieren, um die Haltbarkeit des Endproduktes zu verlängern.

Anwendungsbestimmungen

Bestrahlte Lebensmittel dürfen nur dann in den Verkehr gebracht werden, wenn sie den Vorschriften der Richtlinie entsprechen. Die Anhänge I, II und III enthalten in diesem Zusammenhang:

  • die Bedingungen für die Zulassung der Bestrahlung von Lebensmitteln (technologische Notwendigkeit, Nutzen für den Verbraucher usw.), die zulässigen Zwecke (Verringerung der Krankheitserreger, Beseitigung von Schadorganismen) sowie die entsprechenden Genusstauglichkeitsbedingungen und die Verpflichtung, die Hygienemaßnahmen beizubehalten. Die Behandlung mit ionisierenden Strahlen in Verbindung mit einer chemischen Behandlung ist nur dann zulässig, wenn diese anderen Zielen dient;
  • die Quellen ionisierender Strahlung (Gammastrahlen, Röntgenstrahlen und Elektronen, die bestimmten Merkmalen entsprechen);
  • die Dosimetrie (Bestimmung der durchschnittlich absorbierten Gesamtdosis und der Messverfahren). Überdies heißt es in der Richtlinie, dass die Bestrahlungshöchstdosis für Lebensmittel in Teildosen verabreicht werden kann.

Diese Anforderungen werden nach Maßgabe des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts angepasst.

In Betracht kommende Produkte

Bei der Behandlung und dem Inverkehrbringen müssen die Bestimmungen dieser Richtlinie und die vom Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit empfohlene Höchstdosis berücksichtigt werden und somit das Verzeichnis der in den Mitgliedstaaten zugelassenen Behandlungen und das Verzeichnis der für die Behandlung mit ionisierenden Strahlen zugelassenen Anlagen.

Etikettierung und Verpackung

Der Hinweis „bestrahlt“ oder „mit ionisierenden Strahlen behandelt“ muss an folgenden Stellen vermerkt sein:

  • auf dem Etikett oder der Verpackung;
  • auf den Begleitdokumenten der mit ionisierenden Strahlen behandelten Lebensmittel oder der Lebensmitteln, die bestrahlte Bestandteile enthalten.

Handelt es sich um Erzeugnisse für den Verkauf an den Endverbraucher, so gelten die Etikettierungserfordernisse der Richtlinie 79/112/EWG des Rates über die Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln sowie die Werbung hierfür. Bei Erzeugnissen, die nicht für den Endverbraucher bestimmt sind, müssen die Bestrahlung ebenso wie der Name und die Anschrift der Einrichtung, die die Bestrahlung durchgeführt hat, angegeben werden.

Übermittlung von Informationen

Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission Folgendes mit:

  • Name der zuständigen Behörden für die Regelung (Zulassung der Bestrahlungsanlagen, Erteilung einer Referenznummer) und für die Überwachung der Bestrahlung von Lebensmitteln,
  • Angaben zu den zugelassenen Bestrahlungsanlagen und
  • Ergebnisse der Kontrollen in den Bestrahlungsanlagen und der Kontrollen auf der Stufe des Inverkehrbringens.

Register

Die Bestrahlungsanlagen müssen über jede verwendete Quelle ionisierender Strahlung ein Register führen, das die vorgeschriebenen Informationen enthält (Art und Menge der bestrahlten Lebensmittel, Parameter für die Überwachung des Bestrahlungsvorgangs usw.). Diese Aufzeichnungen müssen fünf Jahre lang aufbewahrt werden. Die Vorschriften über die Registerführung werden von der Kommission mit Unterstützung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit festgelegt.

Einfuhr

Lebensmittel dürfen aus Drittländern nur eingeführt werden, wenn

  • sie den Bestimmungen der Rahmenrichtlinie entsprechen;
  • die Dokumente, die der Lebensmittellieferung beigefügt sind, Aufschluss geben über die Bezeichnung, die Anschrift der von der Gemeinschaft zugelassenen Bestrahlungsanlage sowie über die erforderlichen Register.

Die Kommission kann technische Vereinbarungen mit Drittländern über die Zulassung und die Kontrolle von Bestrahlungseinrichtungen in Drittländern treffen.

Gesundheitsschutz

Ein Mitgliedstaat kann sich an die Kommission wenden, wenn er der Ansicht ist, dass die Bestrahlung eines Lebensmittels gesundheitsschädlich sein könnte, obwohl die Vorschriften der Richtlinie eingehalten wurden. Die Kommission muss in diesem Fall den Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit anhören, bevor geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

BEZUG

RechtsaktDatum des Inkrafttretens - Datum des AußerkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Richtlinie 1999/2/EG

20.3.1999

-

ABl. L 66 vom 13.3.1999

Ändernde(r) Rechtsakt(e)Datum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt

Verordnung (EG) Nr. 1882/2003

20.11.2003

-

ABl. L 284 vom 31.10.2003

Verordnung (EG) Nr. 1137/2008

22.10.2008

-

ABl. L 311 vom 21.11.2008

Die im Nachhinein vorgenommen Änderungen und Berichtigungen der Richtlinie 1999/2/EG wurden in den Grundlagentext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung  hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Verzeichnis der zur Behandlung mit ionisierenden Strahlen zugelassenen Lebensmittel

Verzeichnis der in Mitgliedstaaten zur Behandlung mit ionisierenden Strahlen zugelassenen Lebensmittel und Lebensmittelzutaten [Amtsblatt C 283 vom 24.11.2009].

Richtlinie 1999/3/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Februar 1999 über die Festlegung einer Gemeinschaftsliste von mit ionisierenden Strahlen behandelten Lebensmitteln und Lebensmittelbestandteilen (Durchführungsrichtlinie) [Amtsblatt L 66 vom 13.03.1999].
Der Anhang dieser Richtlinie enthält eine erste Positivliste der Gemeinschaft für Lebensmittel und Lebensmittelbestandteile, die entsprechend den in der Rahmenrichtlinie vorgesehenen Bestimmungen mit ionisierenden Strahlen behandelt werden dürfen, nämlich getrocknete aromatische Kräuter und Gewürze, und legt die maximale durchschnittliche Gesamtenergiedosis auf 10 kGy fest.
Die Mitgliedstaaten dürfen das Inverkehrbringen von Lebensmitteln, die in Übereinstimmung mit den Bestimmungen dieser beiden Richtlinien bestrahlt wurden, nicht behindern.

Für die Behandlung mit ionisierenden Strahlen zugelassene Anlagen

Verzeichnis der zugelassenen Anlagen zur Behandlung von Lebensmitteln und Lebensmittelbestandteilen mit ionisierender Strahlung in den Mitgliedstaaten (Nach Artikel 7 Absatz 4 der Richtlinie 1999/2/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über mit ionisierenden Strahlen behandelte Lebensmittel und Lebensmittelbestandteile) [Amtsblatt C 77 vom 11.3.2011].

Letzte Änderung: 16.06.2011

Siehe auch

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