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Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder

Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder wird in der Europäischen Union streng überwacht. In den Rechtsvorschriften werden harmonisierte Normen für die Zusammensetzung (Verzeichnis der zulässigen Produkte) und die Kennzeichnung dieser Produkte festgelegt. Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln, die die Gesundheit dieser empfindlichen Bevölkerungsgruppe beeinträchtigen können, sind verboten bzw. unterliegen Höchstgehalten, die die zulässige Tagesdosis nicht übersteigen dürfen.

RECHTSAKT

Richtlinie 2006/125/EG der Kommission vom 5. Dezember 2006 über Getreidebeikost und andere Beikost für Säuglinge und Kleinkinder (kodifizierte Fassung).

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Richtlinie ist eine Einzelrichtlinie im Sinne des Artikels 4 der Richtlinie 89/398/EWG.

Anwendungsbereich

Diese Richtlinie betrifft für einen besonderen Ernährungszweck bestimmte Lebensmittel, die den Ernährungsanforderungen gesunder Säuglinge* und Kleinkinder* gerecht werden und zur Verwendung während der Entwöhnungsperiode des Säuglings sowie als Beikost für Kleinkinder und/oder für deren allmähliche Umstellung auf normale Kost bestimmt sind. Diese Lebensmittel umfassen:

- „Getreidebeikost", die in vier Kategorien unterteilt ist:

  • Einfache Getreideprodukte, die mit Milch oder anderen geeigneten nahrhaften Flüssigkeiten zubereitet sind oder zubereitet werden müssen.
  • Getreideprodukte mit einem zugesetzten proteinreichen Lebensmittel, die mit Wasser oder anderen eiweißfreien Flüssigkeiten zubereitet sind oder zubereitet werden müssen.
  • Teigwaren, die in siedendem Wasser oder anderen geeigneten Flüssigkeiten gekocht werden.
  • Zwiebacke und Kekse, die entweder direkt oder nach dem Zerkleinern unter Zusatz von Wasser, Milch oder anderen geeigneten Flüssigkeiten verzehrt werden.

- Andere Beikost als Getreidebeikost.

Diese Richtlinie gilt nicht für Milch, die für Kleinkinder bestimmt ist.

Allgemeine Verpflichtung

Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass nur die in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie fallenden Erzeugnisse in der Europäischen Union (EU) in den Verkehr gebracht werden.

Zusammensetzung

Bei der Herstellung von Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder werden nur die Zutaten verwendet, deren Eignung für die besondere Ernährung dieser Zielgruppe durch wissenschaftliche Daten belegt ist.

Getreidebeikost muss die in Anhang I aufgeführten Anforderungen an die Zusammensetzung erfüllen.

Die in Anhang II beschriebene andere Beikost muss die dort aufgeführten Anforderungen an die Zusammensetzung erfüllen.

Bei der Herstellung von Getreidebeikost und anderer Beikost dürfen nur die in Anhang IV aufgeführten Nährstoffe entsprechend den in der Richtlinie festgelegten Höchstgehalten verwendet werden. Reinheitsanforderungen für diese Stoffe werden zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt.

Getreidebeikost und andere Beikost dürfen keinen Stoff in einer die Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern gefährdenden Menge enthalten. Die betreffenden Höchstwerte werden unverzüglich festgelegt. (Siehe die Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 in der Rubrik „Verwandte Rechtsakte").

Kennzeichnung

Außer den in der Richtlinie 2000/13/EG aufgeführten zwingend vorgeschriebenen Angaben muss das Etikett folgende Angaben enthalten:

  • das Alter, ab dem das Erzeugnis verwendet werden darf. Für kein Erzeugnis darf das angegebene Alter unter vier Monaten liegen. Erzeugnisse, die zur Verwendung ab einem Alter von vier Monaten empfohlen werden, können als ab diesem Alter geeignet ausgewiesen werden, sofern keine anderweitigen Stellungnahmen von medizinischem Fachpersonal oder von Ernährungsfachleuten vorliegen;
  • Informationen über Glutengehalt oder Glutenfreiheit, wenn das Alter, ab dem das Erzeugnis verwendet werden kann, unter sechs Monaten liegt;
  • den Brennwert in kJ und kcal sowie den in Zahlen ausgedrückten Gehalt an Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten je 100 g bzw. 100 ml des im Handel erhältlichen Produkts und gegebenenfalls je festgelegte Verzehreinheit des Produkts;
  • den in Zahlen ausgedrückten durchschnittlichen Gehalt an den einzelnen Mineralstoffen und Vitaminen, für die in Anhang I und Anhang II spezifische Gehalte festgelegt sind, je 100 g bzw. 100 ml des im Handel erhältlichen Produkts und gegebenenfalls je festgelegte Verzehreinheit des Produkts;
  • erforderlichenfalls eine Zubereitungsanleitung mit Verweis auf die Wichtigkeit ihrer Befolgung.

Die Kennzeichnung kann folgende nicht zwingend vorgeschriebene Angaben enthalten:

  • den durchschnittlichen Gehalt an in Anhang IV aufgeführten Nährstoffen (ausgedrückt in Zahlen) je 100 g oder 100 ml des im Handel erhältlichen Produkts und gegebenenfalls je festgelegte Verzehreinheit des Produkts;
  • Angaben über die in Anhang V enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe (ausgedrückt in den dort angegebenen Referenzwerten) je 100 g oder 100 ml des im Handel erhältlichen Produkts und gegebenenfalls je festgelegte Verzehreinheit des Produkts, sofern der Gehalt mehr als 15 % der Referenzwerte beträgt.

Höchstgehalt an Schädlingsbekämpfungsmitteln

Gemäß dieser Richtlinie dürfen in Getreidebeikost und anderer Beikost Rückstände einzelner Schädlingsbekämpfungsmittel nicht in einer Menge enthalten sein, die 0,01 mg/kg übersteigt, außer bei bestimmten Stoffen, deren Höchstgehalt in Anhang VII festgelegt ist.

Die für die Bestimmung des Gehalts an Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln verwendeten Analysemethoden werden genormt.

Verbotene Schädlingsbekämpfungsmittel

Durch diese Richtlinie wird die Verwendung bestimmter Schädlingsbekämpfungsmittel in landwirtschaftlichen Erzeugnissen verboten, die zur Herstellung von Säuglingsnahrung bestimmt sind (Verzeichnis in Anhang VIII).
Bei den in diesem Verzeichnis enthaltenen Schädlingsbekämpfungsmitteln oder deren Metaboliten kann der Höchstgehalt von 0,01 mg/kg für Säuglinge und Kleinkinder zu hoch sein.
Dies gilt für Schädlingsbekämpfungsmittel oder deren Metaboliten, deren zulässige Tagesdosis weniger als 0,0005mg/kg Körpergewicht beträgt

Die Bestimmungsgrenze der Analyseverfahren beträgt 0,003mg/kg. Bei diesem Gehalt gelten die Schädlingsbekämpfungsmittel als nicht verwendet. Dieser Wert kann sich aufgrund des technischen Fortschritts oder der Daten über die Umweltkontamination ändern.

Schlüsselwörter des Rechtsakts
  • Säuglinge: Kinder unter 12 Monaten.
  • Kleinkinder: Kinder von ein bis drei Jahren.
  • Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln: Rückstände eines Pflanzenschutzmittels einschließlich seiner Metaboliten (Zwischenprodukte des Zellstoffwechsels) und Abbau- oder Reaktionsprodukte, die in Getreidebeikost und Säuglingsnahrung enthalten sind.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Richtlinie 2006/125/EG26.12.2006-ABl. L 339 vom 6.12.2006

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 der Kommission vom 19. Dezember 2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln [Amtsblatt L 364 vom 20.12.2006].
In dieser Verordnung werden die Höchstgehalte in Beikost für Säuglinge und in Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder auf ein vertretbares Mindestmass festgelegt, um die Gesundheit dieser gefährdeten Zielgruppe zu schützen. Für diese Lebensmittel wurden folgende Höchstgehalte festgelegt:

  • Nitrate: 200 mg/kg;
  • Aflatoxin B1: 0,10 Mikrogramm/kg;
  • Aflatoxin M1: 0,025 Mikrogramm/kg;
  • Ochratoxin A: 0,50 Mikrogramm/kg und derselbe Höchstgehalt in diätetischen Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke, die eigens für Säuglinge bestimmt sind;
  • Patulin: 10 Mikrogramm/kg;
  • Deoxynivalenol: 200 Mikrogramm/kg;
  • Zearalenon: 20 Mikrogramm/kg und derselbe Höchstgehalt in Maisbeikost für Säuglinge und Kleinkinder;
  • Fumonisin: 200 Mikrogramm/kg in Maisbeikost für Säuglinge und Kleinkinder;
  • Blei: 0,020 mg/kg Frischgewicht;
  • Zinn (anorganisch): 50 mg/kg Frischgewicht und derselbe Höchstgehalt in Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung sowie in diätetischen Lebensmitteln in Dosen für besondere medizinische Zwecke, die eigens für Säuglinge bestimmt sind (ausgenommen getrocknete Erzeugnisse und Erzeugnisse in Pulverform);
  • Benzo(a)pyren: 1 Mikrogramm/kg Frischgewicht und derselbe Höchstgehalt in Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung sowie in diätetischen Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke, die eigens für Säuglinge bestimmt sind.

Verordnung (EG) Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Februar 2005 über Höchstgehalte an Pestizidrückständen in oder auf Lebens- und Futtermitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs [Amtsblatt L 70 vom 16.03.2005].
Um die Kontamination von Lebensmitteln durch Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln zu verhindern, werden in dieser Verordnung die Höchstgehalte für in Erzeugnissen tierischen oder pflanzlichen Ursprungs zugelassene Schädlingsbekämpfungsmittel auf das niedrigste Niveau harmonisiert. Dieses Niveau ist so niedrig, dass es besonders gefährdete Gruppen wie Kinder und Ungeborene berücksichtigt. Die für die verschiedenen Stoffe zulässige Tageshöchstdosis schließt diese Gruppe ein
Geändert durch die:
Verordnung (EG) Nr. 178/2006 vom 1. Februar 2006 [Amtsblatt 29 vom 2.2.2006] (Aufnahme des Anhangs I, in dem die Lebens- und Futtermittelerzeugnisse verzeichnet sind, für die Pestizid-Rückstandshöchstgehalte gelten).

 
Letzte Änderung: 21.05.2007
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