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Beschränkung der Verwendung von Epoxyderivaten in Lebensmittelverpackungen

Bestimmte Epoxyderivate (Kunststoffe) haben toxische Auswirkungen auf Lebensmittel, mit denen sie in Berührung kommen. Das europäische Recht verbietet die Verwendung zweier Stoffe (BFDGE * und NOGE *) in Materialien und Gegenständen, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen. Die Verwendung von BADGE und seinen Derivaten ist zulässig, jedoch nur unter Beachtung von Höchstwerten.

RECHTSAKT

Verordnung (EG) Nr. 1895/2005 der Kommission vom 18. November 2005 über die Beschränkung der Verwendung bestimmter Epoxyderivate in Materialien und Gegenständen, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen.

ZUSAMMENFASSUNG

Zulassung von BADGE

Infolge eines Gutachtens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Europäische Kommission die Verwendung des als BADGE * bezeichneten Stoffes in Materialien und Gegenständen * genehmigt, die zur Herstellung von Verpackungen usw. dienen, welche dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen (einschl. „ aktive und intelligente Verpackungen ").

Der spezifische Migrationshöchstwert für diesen Stoff beträgt:

  • 9 mg/kg in Lebensmitteln oder in Lebensmittelsimulanzien
  • 9 mg/6 dm2 für Behälter mit einem Fassungsvermögen von weniger als 500 ml oder mehr als 10 l, aber auch für Platten und Folien.

(Siehe auch „Übergangsbestimmungen")

Außerdem ist Materialien und Gegenständen, die BADGE enthalten, eine schriftliche Erklärung zum Nachweis der Konformität beizufügen. Diese obligatorische Erklärung wird ab dem 1. Januar 2007 verlangt.

Verbot von BFDGE *und NOGE *

Zwei andere Stoffe, die bei der Herstellung von Verpackungen und anderen Gegenständen verwendet werden, welche mit Lebensmitteln in Berührung kommen, wurden verboten: BFDGE und NOGE.

NOGE und BFDGE sind gemäß der (aufgehobenen) Richtlinie 2002/16/EG seit dem 31. Dezember 2004 verboten. Die vorliegende Verordnung greift dieses Verbot auf, das ab dem 1. Januar 2005 gilt. Gleichwohl erlaubt die Verordnung die Verwendung der betreffenden Erzeugnisse bis zur Erschöpfung der Bestände (siehe „Übergangsbestimmungen").

Ausnahmen für große Behälter

Große Behälter (Fassungsvermögen von über 10 000 l) dürfen in ihrer Spezialbeschichtung weiterhin BADGE, NOGE und BFDGE enthalten, ohne dass Grenzwerte für die Migration (bzw. den Übergang bedeutender Mengen dieser Stoffe auf Erzeugnisse, die damit in Berührung kommen) einzuhalten sind. Das Migrationsniveau für diese Art von Behälter wird gemäß der Verordnung als vernachlässigbar erachtet.

Übergangsbestimmungen

Die Stoffe BADGE, NOGE und BFDGE, die vor dem 1. März 2003 in Verkehr gebracht wurden, dürfen weiterhin vermarktet werden, sofern das Abfülldatum angegeben ist.

Hintergrund

Materialien und Gegenstände, die BADGE, BFDGE oder NOGE enthalten, können bedeutende Mengen dieser Stoffe auf Lebensmittel übertragen (Migration), insbesondere im Falle der Verwendung als Zusatzstoff, woraus sich eine Gefahr für die menschliche Gesundheit ergeben kann.

Die Verwendung und/oder das Vorhandensein von BADGE wurde durch die Richtlinie 2002/16/EG ab dem 31. Dezember 2005 verboten; die Verordnung (EG) Nr. 1895/2005, mit der diese Richtlinie aufgehoben wird, lässt jedoch erneut die Verwendung dieser Gruppe von Stoffen zu. Nach Analyse der für diese Gruppe von Stoffen vorgelegten toxikologischen Daten kam die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu dem Schluss, dass sie hinsichtlich der Karzinogenität und Gentoxizität in vivo nicht bedenklich sind.

Schlüsselwörter des Rechtsakts
  • BADGE: 2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)propan-bis-(2,3-epoxypropyl)ether und BADGE.H2O (CAS-Nr. = 076002-91-0) und BADGE.2H2O (CAS-Nr. = 005581-32-8)
  • BFDGE: Bis(2,3-epoxy-propyl)ether-bis-(hydroyxphenyl)ether
  • NOGE: Novolac-Glycidylether;
  • Materialien und Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen:
    - Materialien und Gegenstände aus Kunststoff jeder Art
    - mit Oberflächenbeschichtung versehene Materialien und Gegenstände
    - Klebstoffe.

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Verordnung (EG) Nr. 1895/20051.1.2006-ABl. L 302 vom 19.11.2005

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Verordnung (EG) Nr. 1935/2004des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Oktober 2004 über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen und zur Aufhebung der Richtlinien 80/590/EWG und 89/109/EWG [Amtsblatt L 338 vom 13.11.2004]

Richtlinie 82/711/EWGdes Rates vom 18. Oktober 1982 über die Grundregeln für die Ermittlung der Migration aus Materialien und Gegenständen aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen [Amtsblatt L 297 vom 23.10.1982; Berichtigung: L 332 vom 27.11.1982]

Letzte Änderung: 25.08.2006

Siehe auch

Eine Gesamtübersicht über Materialien, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, ist auf der Website der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz zu finden (EN).

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