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MEDIA II (1996-2000): Programm zur Förderung der Projektentwicklung und des Vertriebs europäischer audiovisueller Werke

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Mit dem Programm MEDIA II soll die audiovisuelle Industrie der Europäischen Union unterstützt werden, um die Produktion und Verbreitung europäischer audiovisueller Werke anzukurbeln. Die dahinter stehende Absicht lautet, die Beherrschung des europäischen Markts durch vor allem amerikanische Importprogramme zu verhindern.
Das Programm umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1996 bis 31. Dezember 2000 und bildet die Fortsetzung von MEDIA (1991-1995).
Es besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil betrifft die Entwicklung und den Vertrieb europäischer audiovisueller Werke, der zweite die Fortbildung von Fachleuten (MEDIA II „Fortbildung").
Das nachstehend erläuterte Teilprogramm MEDIA II „Entwicklung und Vertrieb" soll die Entwicklung von Produktionsprojekten sowie die Verbreitung europäischer Filme und Fernsehprogramme inner- und außerhalb der EU fördern.

RECHTSAKT

Beschluss des Rates 95/563/EG vom 10. Juli 1995 über ein Programm zur Förderung der Projektentwicklung und des Vertriebs europäischer audiovisueller Werke (MEDIA II - Projektentwicklung und Vertrieb) (1996-2000)

ZUSAMMENFASSUNG

Um die im Rahmen des Programms MEDIA I (1991-1995) eingeleiteten Maßnahmen zur Förderung der europäischen audiovisuellen Industrie weiterzuführen, hat die Kommission ein neues Aktionsprogramm aufgelegt (MEDIA II); Laufzeit: 1. Januar 1996 bis 31. Dezember 2000.

Das Programm MEDIA II zielt u. a. darauf ab,

  • günstige Rahmenbedingungen für Initiativen und Projekte von Unternehmen (insbesondere mittelständischen Unternehmen - KMU) zu schaffen, indem u. a. finanzielle und technische Unterstützung geleistet wird;
  • die Entwicklung von Produktionsvorhaben zu fördern;
  • den europäischen Vertriebssektor im Kino- und Videobereich zu stärken, indem die Vernetzung der europäischen Verleihunternehmen sowie deren Bereitschaft gefördert werden, in die Produktion von europäischen Kinofilmen zu investieren;
  • die grenzübergreifende Ausstrahlung europäischer Filme zu fördern;
  • die Mehrsprachigkeit von Fernseh- und Kinofilmen sowie sonstigen audiovisuellen Produktionen aktiv zu unterstützen;
  • eine unabhängige europäische Produktion und ihren Marktzugang durch die Bereitstellung von Diensten und geeignete Maßnahmen zu fördern.

Diese Maßnahmen sollen, allgemeiner ausgedrückt, dazu beitragen,

  • die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen Industrie zu stärken;
  • das europäische audiovisuelle Erbe aufzuwerten;
  • das Potenzial in Ländern oder Regionen mit geringer audiovisueller Produktionskapazität und/oder mit geringer geografischer Ausdehnung oder kleinem Sprachgebiet zu entwickeln;
  • dass sich ein unabhängiger Produktions- und Vertriebssektor, insbesondere von KMU, entwickelt.

Der Gemeinschaftsanteil beträgt 50 % der Gesamtkosten eines Projekts, sodass die Zuschussempfänger selber einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung leisten müssen.

Die Mittelausstattung für die Durchführung des Programms beläuft sich auf rund 310 Millionen ECU.

An dem Programm MEDIA II können sich neben den Mitgliedstaaten der Europäischen Union die Staaten beteiligen, die Kooperationsabkommen mit Bestimmungen über den audiovisuellen Bereich geschlossen haben, sowie die Staaten, die Mitglieder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sind.

Nach zweieinhalbjähriger Laufzeit des Programms unterbreitet die Kommission dem Europäischen Parlament, dem Rat sowie dem Wirtschafts- und Sozialausschuss einen Bericht über die Evaluierung der Ergebnisse, dem gegebenenfalls Vorschläge für Maßnahmen zur Anpassung des Programms beigefügt sind.

Die Dauer des Programms MEDIA II beträgt fünf Jahre (1996-2000).

BEZUG

RechtsaktDatum des InkrafttretensTermin für die Umsetzung in den MitgliedstaatenAmtsblatt
Beschluss 95/563/EG [Annahme im Konsultationsverfahren CNS/1995/0027]1.1.1996-Abl. L 321 vom 30.12.1995

VERWANDTE RECHTSAKTE

ERGEBNISSE UND UMSETZUNG

Bericht der Kommission über die Durchführung und die Ergebnisse des Programms MEDIA II (1996-2000) [KOM(2003) 802 endg. - Nicht im Amtsblatt veröffentlicht]

In dem Bericht werden die Auswirkungen des Programms MEDIA II auf den europäischen audiovisuellen Bereich im Allgemeinen und auf die einzelnen Aktionsfelder (Vertrieb, Entwicklung, Fortbildung) im Besonderen bewertet.

Globale Wirkung: Die im Rahmen von MEDIA II gewährten Zuschüsse beliefen sich auf nur 0,51 % des Gesamtvolumens des europäischen audiovisuellen Sektors. In Ländern mit geringem Produktionspotenzial waren sie jedoch deutlich höher (0,80 %). In Griechenland, Belgien und Luxemburg lag dieser Prozentsatz sogar über 1 %. Die im Rahmen des Programms gewährten Zuschüsse hatten eine nicht zu unterschätzende, wenn auch schwer quantifizierbare Anschubwirkung. Bei der Halbzeitbewertung von MEDIA II war festgestellt worden, dass jeder von der Gemeinschaft investierte Euro zu Folgeinvestitionen der Industrie in Höhe von 5,75 geführt hat. Dieser Multiplikatoreffekt war im Vertriebsbereich stärker als in den Bereichen Entwicklung und Fortbildung.

Wirkung des Teilprogramms Vertrieb: Was die Förderung von Kinofilmen anbelangt, so beliefen sich die MEDIA-II-Finanzhilfen auf insgesamt 62 Millionen Euro bzw. durchschnittlich 32 000 Euro je Film. Die Anzahl der alljährlich eingereichten Projektanträge stieg zwischen 1996 und 2000 um 60 %, was die Attraktivität des Zuschusses in Bezug auf das Konzept wie auch auf die bewilligten Beträge belegt.
Die Anzahl europäischer Filme, die außerhalb ihres Herkunftslandes vertrieben wurden, verdoppelte sich während der Programmlaufzeit und stieg von 246 im Jahr 1996 auf 499 im Jahr 2000. 1999 wurden 62 % dieser Filme im Rahmen von MEDIA II gefördert, im Jahr 2000 64 %.
Hingegen zeitigte MEDIA II beim Aufbau stabiler Netze von europäischen Verleihunternehmen nicht die erwartete Wirkung. Ein Grund hierfür mag sein, dass der Aufbau derartiger Netze ein mittel- bis langfristiges Ziel ist, das sich nicht während der fünfjährigen Laufzeit des Programms erreichen lässt. Außerdem haben die europäischen Verleihunternehmen große Vorbehalte, sich zusammenzuschließen.
Was die Fernsehausstrahlung nicht-nationaler europäischer Werke anbelangt, so sind 362 Projekte mit insgesamt 39 Millionen Euro gefördert worden. 65 % der bezuschussten Projekte betrafen Dokumentarfilme. Die MEDIA-Zuschüsse hatten zudem eine beträchtliche Hebelwirkung, indem sie den unabhängigen Produzenten ermöglichten, die Finanzierung internationaler Koproduktionen zu komplettieren, für die bereits 75 % der erforderlichen Mittel vorhanden waren. Die Unterstützung der Fernsehausstrahlung kam hauptsächlich den Produzenten einiger weniger Länder zugute (Frankreich, Belgien, Deutschland, Italien, Spanien und Vereinigtes Königreich). Diese Konzentration ist eine Folge des Förderkriteriums, wonach die Produzenten unabhängig sein müssen; der Umgang mit den Senderechten ist von Land zu Land sehr unterschiedlich geregelt.
Ferner wurden 64 Festivals sowie 50 Fachveranstaltungen und -messen mit insgesamt 19 Millionen Euro unterstützt.

Wirkung des Teilprogramms Entwicklung: 1178 Unternehmen erhielten einen Entwicklungszuschuss für insgesamt 1714 Projekte. Die im Rahmen von MEDIA II gewährten Hilfen beliefen sich auf insgesamt 51 Millionen Euro; auf ein einzelnes Projekt entfielen somit durchschnittlich 30 000 Euro. Die meisten Projekte betrafen Spielfilme, gefolgt von Dokumentarfilmen.
Der neue Mechanismus zur Förderung der Entwicklung von Projektpaketen (das „Slate Funding") wurde 1999 eingeführt. Damit konnten unabhängigen europäischen Produktionsgesellschaften Mittel für die Entwicklung von Projektpaketen zugewiesen werden. Im Zeitraum 1999-2000 wurden 99 Kataloge ausgewählt; durchschnittlicher Förderbeitrag: 125 000 . Insgesamt wurden 400 Projekte unterstützt.
Zwischen 1996 und 2000 konnten im Rahmen der Entwicklungsförderung 186 Produktionsgesellschaften unterstützt werden.
Alles in allem ermöglichte die Hilfe den Produzenten, ihre Konzepte zu erproben statt Projekte durchzuführen, deren Machbarkeit oder Rentabilität ungewiss waren. Die wirtschaftliche Wirkung dieser Zuschüsse auf das Investitionsniveau ist indes nur schwer quantifizierbar. Man kann jedoch davon ausgehen, dass der Mechanismus für mittlere Produzenten besonders interessant war, da sie dadurch ihren Investitionsspielraum vergrößern und ihre finanzielle Situation verbessern konnten. Für die kleinen Produzenten stellte er eine Alternative zur teuren Finanzierung über Bankkredite dar.

DURCHFÜHRUNGSMASSNAHMEN

Information 98/C 71/08 - Amtsblatt C 71 vom 7.3.1998
MEDIA II (1996-2000)
Umsetzung des Programms zur Förderung der Projektentwicklung und des Vertriebs europäischer audiovisueller Werke. Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen 6/98. „Automatische" Unterstützung für die transnationale Verteilung der europäischen Filme.

Information 98/C 171/08 - Amtsblatt C 171 vom 5.6.1998
Umsetzung des Programms zur Förderung der Projektentwicklung und des Vertriebs europäischer audiovisueller Werke. Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen 7/98. Hilfe für die Entwicklung von Multimediaprojekten.

Information 1999/C 34/08 - Amtsblatt C 34 vom 9.2.1999
Durchführung des Programms zur Förderung der Projektentwicklung und des Vertriebs europäischer audiovisueller Werke -- Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen 7/99 -- Unterstützung der Entwicklung von Produktionsprojekten und Produktionsgesellschaften.

Letzte Änderung: 20.04.2004
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