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Bekämpfung der Entwaldung

Die Entwaldung trägt in erheblichem Maße zum Klimawandel und zum Verlust der biologischen Vielfalt bei. Um diese schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt einzudämmen, schlägt die Kommission vor, den weltweiten Verlust an Waldflächen bis spätestens 2030 aufzuhalten und die Abholzung der Tropenwälder (Bruttowert) bis 2020 um mindestens 50 % zu verringern.

RECHTSAKT

Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen vom 17. Oktober 2008 - Bekämpfung der Entwaldung und der Waldschädigung zur Eindämmung des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt [KOM(2008) 645 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

ZUSAMMENFASSUNG

Etwa 30 % der Landmasse der Erde sind von Wäldern bedeckt, die eine wichtige Rolle im Umweltschutz spielen: sie gehören zu den wichtigsten Lebensräumen für die biologische Vielfalt und erfüllen wichtige Funktionen, indem sie dazu beitragen, Erosion zu verhindern, Wasser zu filtern und Kohlendioxid (CO2) zu speichern. Darüber hinaus bilden forstwirtschaftliche Ressourcen für etwa 1,6 Milliarden Menschen auf der Welt die Existenzgrundlage.

Die Wälder sind von Entwaldung bedroht. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gehen jedes Jahr etwa 13 Millionen Hektar Wald verloren. Die wichtigsten direkten Ursachen für die Vernichtung von Wäldern sind die Veränderung der Landnutzung und die schlecht kontrollierte Infrastrukturentwicklung.

Von der EU vorgeschlagene Ziele

Der Schutz der Wälder ist ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der globalen Erwärmung. Ziel der vorgeschlagenen Reaktion der Europäischen Union (EU) ist es, den Verlust der Waldfläche bis spätestens 2030 aufzuhalten und die Abholzung der Tropenwälder bis 2020 um mindestens 50 % gegenüber den derzeitigen Werten zu verringern. Diese Richtlinie zeigt die Grundzüge der von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Reaktion, motiviert alle Interessenträger zu wichtigen Beiträgen und gibt Impulse für eine Reihe erster Maßnahmen, die die Grundlage für eine tragbare globale Reaktion auf die Entwaldungsproblematik bilden können.

Die Kommission ist der Meinung, dass die Entwaldung auf mehreren Ebenen bekämpft werden muss, indem:

  • die Politikgestaltung im Forstsektor und die Institutionen auf lokaler und nationaler Ebene gestärkt werden;
  • die durch die Wälder erbrachten Leistungen angemessen entlohnt und wirtschaftlich interessanter werden als die Gewinne aus der Entwaldung;
  • der Nachfrageseite und der Verantwortung der Verbraucher Rechnung getragen wird;
  • durch das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt (EN) Biodiversitätserwägungen in die internationalen Klimaverhandlungen einfließen;
  • Waldüberwachungs- und –bewertungssysteme verbessert werden, damit hochwertige Informationen zur Unterstützung der politischen Entscheidungsfindung zur Verfügung stehen.

Beitrag der EU-Politik

Viele Bereiche der europäischen Politik haben indirekte Auswirkungen auf die Entwaldung und die EU kann dazu beitragen, eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu fördern, insbesondere durch:

  • den Aktionsplan für Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (FLEGT);
  • die im Rahmen der Globalen Allianz für den Klimaschutz (GCCA) durchgeführten Arbeiten;
  • ein umweltorientiertes öffentliches Beschaffungswesen;
  • die Förderung von Umweltzeichen und Waldzertifizierungssystemen.

Darüber hinaus unterstreicht die Kommission, dass es einen Zusammenhang zwischen der Nachfrage nach landwirtschaftlichen Grunderzeugnissen und der Landnutzung gibt. Sie betont die Notwendigkeit, die landwirtschaftliche Erzeugung ohne weitere Entwaldung zu steigern, was erhebliche Investitionen insbesondere in der landwirtschaftlichen Forschung erfordert, um die Produktivität dieses Sektors in den Entwicklungsländern zu erhöhen. Es muss zudem sorgfältig darauf geachtet werden, dass die erhöhte Nachfrage nach Biokraftstoffen die Bemühungen um den Schutz der Wälder nicht gefährden. Künftig wird die Kommission die Auswirkungen politischer Initiativen auf EU- und internationaler Ebene sowie die Auswirkungen des EU-Verbrauchs von eingeführten Nahrungsmitteln und Produkten auf die Entwaldung bewerten und die Überprüfung der Politikkohärenz im Interesse der Entwicklung fortsetzen.

Mechanismen und Finanzierungen

Für die Bekämpfung der Entwaldung in den Entwicklungsländern werden zusätzliche Finanzmittel benötigt (zwischen 15 und 25 Milliarden EUR jährlich, um die Entwaldung bis 2020 auf die Hälfte zu reduzieren). Ein Großteil der EU-Finanzierung könnte aus den Einkünften der Versteigerung von Emissionszertifikaten im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems kommen (SCEQE). Der im Januar 2008 vorgelegte Vorschlag zur Reform des Systems sieht vor, dass mindestens 20 % der Einkünfte aus Versteigerungen zur Förderung von Klimazielen, einschließlich der Bekämpfung der Entwaldung, verwendet werden.

Die Kommission schlägt zudem die Einrichtung eines globalen Waldkohlenstoffmechanismus vor. In diesem Rahmen könnte die Aufnahme von „Entwaldungsgutschriften“ (Gutschriften für vermiedene Entwaldung) in die Kohlenstoffmärkte in einer Testphase erprobt werden. Die Regierungen könnten diese Gutschriften zur Umsetzung der ihnen für die Zeit nach 2012 zugeteilten Emissionssenkungsziele nutzen. Außerdem könnte den Unternehmen für die Zeit nach 2020 erlaubt werden, die „Entwaldungsgutschriften“ zum Ausgleich eines Teils ihrer Emissionen zu nutzen.

Hintergrund

Diese Vorschläge bilden einen Beitrag der Europäischen Kommission zur Bekämpfung des Klimawandels und zum Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt. Sie sollten als Grundlage für die Position der EU bei internationalen Klimaschutzverhandlungen dienen. Die Kommission beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit den Themen Entwicklungszusammenarbeit im forstwirtschaftlichen Sektor und Waldbewirtschaftung innerhalb der Gemeinschaft. Diese Mitteilung ist mit einem Vorschlag für eine Verordnung verbunden, die das Risiko, dass Holz und Holzerzeugnisse aus illegalem Einschlag auf dem Gemeinschaftsmarkt in Verkehr gebracht werden, begrenzen soll (vgl. verbundene Rechtsakte).

VERBUNDENE RECHTSAKTE

Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Oktober 2008 über die Verpflichtungen von Marktteilnehmern, die Holz und Holzerzeugnisse in Verkehr bringen[KOM(2008) 644 endg. – Nicht im Amtsblatt veröffentlicht].

Im Rahmen der Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags und des damit verbundenen Handels legt die Kommission die Verpflichtungen von Marktteilnehmern fest, die Holz und Holzerzeugnisse auf den Gemeinschaftsmarkt bringen, um das Risiko, dass Holz und Holzerzeugnisse aus illegalem Einschlag auf dem Gemeinschaftsmarkt in Verkehr gebracht werden, weitestgehend zu begrenzen und damit insbesondere der Waldschädigung und Entwaldung Einhalt zu gebieten.

Letzte Änderung: 21.10.2008

Siehe auch

Weitere Informationen zur Entwaldung (EN) und zum Handel mit illegal eingeschlagenem Holz finden Sie auf der Website der Generaldirektion Umwelt (EN).

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