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Kurzdossiers

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Autoren im Umfeld von EPIC haben eine Reihe von Aufsätzen zum Thema Familien- und Kinderpolitik verfasst. Spezifische Aufsatzthemen sind u.a.: die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Kinderbetreuung, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Regelungen für die Elternzeit.

EPIC-Kurzdossier zur Unterstützung der Kindererziehungpdf(431 kB)

Dieses Kurzdossier bietet einen Überblick über die verschiedenen Initiativen bei der Kindererziehung, die von verschiedenen EU-Mitgliedstaaten eingeführt wurden, um Kindern anhand von Kinderbetreuungsmaßnahmen und Elternzeitangeboten bessere Chancen im Leben zu bieten. Diese Initiativen gelten als einzigartig, da sie darauf abzielen, Eltern derart zu unterstützen, dass diese ihre eigenen Ressourcen wirksamer nutzen können, um das Leben ihrer Angehörigen zu verbessern. Zu diesen Initiativen gehören in der Regel beschäftigungspolitische Maßnahmen, die berufstätigen Eltern dabei helfen, ihre Arbeit und ihr Familienleben miteinander zu vereinbaren: Dienstleistungen, die es werdenden Eltern ermöglichen, sich auf die Geburt vorzubereiten und die finanziell benachteiligte Familien unterstützt, so dass diese für ihre Kinder sorgen können. Letztendlich sollen diese Maßnahmen das Wohlergehen der Kinder sicherstellen und deren körperlichen, emotionalen und sozialen Bedürfnissen nachkommen. Diese Maßnahmen sollen jedoch auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen, damit Eltern eine bezahlte Arbeit aufnehmen können. Es wird davon ausgegangen, dass frühkindliche Maßnahmen kosteneffizient sind, da sie den Anstieg des Humankapitals in Bezug auf benachteiligte Kinder fördern. Damit einher gehen eine niedrigere Schulabbrecherquote und eine geringere Notwendigkeit, mit Straftaten oder unsozialem Verhalten umgehen zu müssen.

Die Verbesserung erzieherischer Fähigkeiten kann sich entscheidend auf die Entwicklung und das Wohlergehen von Kindern auswirken. Zentrale unterstützende Maßnahmen für die Kindererziehung sind Beratungen und die Bereitstellung von erforderlichen Informationen. In diesem Zusammenhang kommen Eltern und Dienstleister verschiedenster Bereiche zusammen. In vielen EU-Ländern wurden derartige Kooperationen erfolgreich ins Leben gerufen. Dazu gehören unter anderem: Netzwerke (Frankreich, Belgien, Finnland); Informationszentren für Familien (England, Finnland, Schweden, Belgien, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Ungarn, Italien); Bildungsprojekte für Kinder (Frankreich); Dienstleistungen für werdende Eltern und junge Eltern; Programme zur Förderung positiver Kindererziehung und Konfliktlösungen (Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Polen); IKT-gestützte und internetbasierte Dienstleistungen (Vereinigtes Königreich, Schweden) und Schulungsprogramme für Ausbilder (Deutschland, Italien, Dänemark, Niederlande, England).

EPIC-Kurzdossier zu den Auswirkungen von Veränderungen des Sozialsystems während der Wirtschaftskrise auf Kinder (GD Beschäftigung, Soziales und Inklusion, Europäische Plattform für Investitionen in Kinder, 2014)pdf(4 MB)

Kinder sind stärker armutsgefährdet und eher von sozialer Exklusion betroffen als Erwachsene. Zu diesem Ergebnis kam die Europäische Kommission 2013 in ihrer Empfehlung „Investitionen in Kinder: Den Kreislauf der Benachteiligung durchbrechen“. Die Wirtschaftskrise und deren vielfältige Auswirkungen haben das Armutsrisiko sowie das Risiko sozialer Exklusion erhöht, insbesondere aufgrund der Kürzung öffentlicher Mittel, die dazu führte, dass zu wenig in kindesbezogene politische Maßnahmen investiert wurde. Den Behörden wird jedoch immer stärker bewusst, dass Einsparungen bei frühzeitigen und präventiven politischen Maßnahmen dazu führen können, dass künftig wesentlich mehr öffentliche Mittel ausgegeben werden müssen. Aus diesem Grund wurden neue Initiativen ins Leben gerufen, die sich auf die Implementierung kostenwirksamer Maßnahmen konzentrieren, die das Kinderbetreuungs- und Bildungsangebot sowie die Gesundheitsfürsorgeleistungen optimieren sollen und darauf ausgerichtet sind, Themen wie Arbeitslosigkeit und Wohnraumprobleme anzugehen. All dies sind wesentliche Aspekte im Zusammenhang mit der Optimierung des Wohlergehens von Kindern und Familien sowie im Hinblick auf die Förderung von Stabilität. Eine Handvoll europäischer Länder hat Maßnahmen vorangetrieben, die die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Kinder und Familien abmildern sollen. In Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien wurden neue finanzielle Unterstützungen, stärkere Steuerermäßigungen/Steuerbefreiungen, Kinderbetreuungsmaßnahmen und eine längere Elternzeit eingeführt. Mit Initiativen dieser Art sollen sozial schwache Mitglieder der Gesellschaft, die in der Regel am stärksten von Wirtschaftskrisen betroffen sind, nachhaltig und stärker unterstützt werden.

EPIC-Kurzdossier zum Thema Sonderpädagogikpdf(687 kB)

Wussten Sie, dass es eine EU-Agentur gibt, die für die Entwicklung von sonderpädagogischen Bildungsmaßnahmen zuständig ist? Das Ziel der Europäischen Agentur für Sonderpädagogik und integrative Bildung besteht darin, qualitativ hochwertige Bildungsmaßnahmen im Zusammenhang mit besonderen Bildungsbedürfnissen zu fördern, zentrale Faktoren zu identifizieren, die positive Erfahrungen verhindern oder begünstigen und Informationen mit politischen Entscheidungsträgern zu teilen. In Europa herrscht mittlerweile ein starker politischer Konsens über die Bedeutung integrativer Bildung und die Tatsache, dass Kinder mit besonderen Bildungsbedürfnissen (etwa 15 Millionen in Europa) in das herkömmliche Schulsystem aufgenommen werden. Viele Mitgliedstaaten bei der Entwicklung kohärenter, landesspezifisch angepasster, integrativer Strategien zur frühzeitigen Intervention bedeutende Fortschritte gemacht. Diese Strategien bilden die Grundlage für Beratungsgespräche mit betroffenen Familien. Auf europäischer Ebene mangelt es jedoch am Austausch bewährter Praktiken sowie der gegenseitigen Wissensvermittlung bei der Unterstützung von Kindern mit besonderen Bildungsbedürfnissen. Die Europäischen Plattform für Investitionen in Kinder (EPIC) stellt evidenzbasierte Maßnahmen zu Themen wie frühkindliche Bildung und Erziehung oder Unterstützung bei der Kindererziehung zusammen und verbreitet diese, um Entscheidungsträger und Praktiker über mögliche Schritte zu informieren, die diese einleiten können, um Themen im Zusammenhang mit der sozialen Sicherheit für Kinder in Europa anzugehen. Auf der Webseite der Europäischen Plattform für Investitionen in Kinder finden sich viele vielversprechende evidenzbasierte Praktiken im Zusammenhang mit sonderpädagogischen Bildungsmaßnahmen, wie beispielsweise „Arbeiten und Leben mit Autismus – Hilfestellungen“ (Helping Autism Sufferers Live and Work), „STOP4-7“ und „Unglaubliche Jahre“ (Incredible Years).

EPIC-Kurzdossier zum Thema Demographie und Benachteiligungpdf(548 kB)

Bildung, Migration und Familienstruktur sind nur einige der Faktoren, die EU-weit Benachteiligungen finanzieller und sozialer Natur nach sich ziehen. Kinder sind in Europa aufgrund der in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht negativen Folgewirkungen von Alterung der Gesellschaft, Arbeitsmarktangebot und -nachfrage sowie Einkommensungleichheit besonders armutsgefährdet. Auch der vorhergesagte Rückgang der Wachstumsrate des BIP wird sich wahrscheinlich negativ auf den Lebensstandard auswirken, insbesondere auf den der Menschen, die nicht erwerbstätig sind. Zu dieser Gruppe gehören auch Kinder, die auf das Einkommen ihrer Eltern angewiesen sind. Die Bildungsleistungen von Migrantenkindern in EU-Ländern sind weniger gut als die von einheimischen Kindern und die hohe Arbeitslosigkeit sowie das niedrige Einkommen, von denen Migranten oftmals betroffen sind, haben absehbare Folgen für die Kinderarmutsquoten. Die wachsende Eheinstabilität und der stetig wachsende Teil der Bevölkerung der EU-27, die in Einzelpersonenhaushalten leben (welche stärker armutsgefährdet sind), zählen beide als Faktoren, die sich stark auf die Ungleichheit in Europa auswirken. Die Auswirkungen der Familienstruktur sind jedoch von Land zu Land unterschiedlich. Es steht außer Frage, dass Haushalte von Alleinerziehenden und Familien mit vielen Kindern stärker armutsgefährdet sind und dass die Zahl der Haushalte, die diesem höheren Armutsrisiko ausgesetzt sind, erwartungsgemäß steigen wird.

EPIC-Kurzdossier zur Wechselbeziehung zwischen Kinderbetreuung, Elternzeit und flexiblen Arbeitszeitregelungen in Europa (GD Beschäftigung, Soziales und Inklusion, Europäische Plattform für Investitionen in Kinder, 2014)pdf(2 MB)

Die meisten Eltern in Europa bedienen sich mehrerer Methoden, um ihre Arbeit und die Kinderbetreuung miteinander zu vereinbaren. Die Methoden, für die sie sich entscheiden, hängen von ihren Vorlieben, dem Alter ihrer Kinder sowie von den Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt ab, die sich ihnen bieten. In Anspruch genommen werden unter anderem offizielle Kinderbetreuungsangebote wie Kinderkrippen, Vorschulen oder zugelassene Tagesmütter oder -väter. Zudem werden inoffizielle Betreuungsmethoden wahrgenommen, oftmals in Form von Großeltern oder nicht zugelassenen Tagesmüttern oder -vätern oder Elternzeit.

Der Mutter-/Vaterschaftsurlaub gibt Eltern die Gelegenheit, sich selbst um die Kinderbetreuung zu kümmern. Die Dauer des Urlaubs, der finanzielle Ausgleich sowie die Möglichkeit der Aufteilung auf beide Elternteile sind je nach EU-Mitgliedsstaat sehr unterschiedlich geregelt. Es kommt sehr viel häufiger vor, dass Frauen weniger arbeiten gehen, um sich um ihre Kinder zu kümmern und die Kinderbetreuung zu übernehmen, als Männer. Hierin liegen die geringe Teilnahme am Arbeitsmarkt sowie die niedrigen Beschäftigungsraten von Frauen in Europa begründet. Eine hohe Inanspruchnahme offizieller Kinderbetreuungsangebote ist jedoch keine Voraussetzung für eine hohe Arbeitsmarktteilnahme von Frauen. Fraglich ist zudem, ob offizielle Kinderbetreuungsangebote ausreichen, um eine Arbeitsmarktteilnahme von Frauen in Vollzeit zu fördern.

EPIC-Kurzdossier über die frühkindliche Förderung und den Übergang zur Hochschulbildung in Europa (GD Beschäftigung, Soziales und Inklusion, Europäische Plattform für Investitionen in Kinder, 2014)pdf(847 kB)

Die frühe Kindheit ist entscheidend für die Entwicklung kognitiver und sozialer Fähigkeiten und Verhaltensweisen eines Erwachsenen. Diese Phase stellt somit eine einzigartige Herausforderung und Möglichkeit dar, um in Kinder zu investieren. Umfangreiche Forschungen haben gezeigt, dass Maßnahmen frühkindlicher Bildung und Erziehung wirksam Benachteiligungen ausgleichen können, die durch unterschiedliche Erfahrungen in diesen frühen Jahren entstehen können und dass Maßnahmen frühkindlicher Bildung und Erziehung dazu beitragen können, den Kreislauf der Benachteiligung zu durchbrechen. Experten sind zu dem Schluss gekommen, dass defizitäre kognitive Fähigkeiten, durch die sich teilweise Diskrepanzen in den Leistungen von Erwachsenen erklären lassen, bereits im Alter von fünf Jahren vorhanden sind. Dies unterstreicht einmal mehr die Bedeutung frühzeitiger Maßnahmen verdeutlicht, dass die anschließende Schulzeit im Vergleich nur eine relativ geringe Rolle spielt.

Eine potenzielle Langzeitmaßnahme im Anschluss an erfolgreich durchgeführte Maßnahmen frühkindlicher Bildung und Erziehung ist der Hochschulzugang, insbesondere für unterrepräsentierte Gruppen, beispielsweise mit einem geringen sozioökonomischen Status. Das Ausmaß dieses ungenutzten Potenzials wurde allerdings in Europa noch nicht abschließend untersucht, auch wenn dokumentiert wurde, dass sich diese Maßnahmen langfristig auszahlen und dazu in der Lage sind, die akademischen Standards anzuheben. Ein Beispiel hierfür sind die Vorteile der Maßnahmen frühkindlicher Bildung und Erziehung in den Vereinigten Staaten. Außer Frage steht, dass derartige Maßnahmen langfristig gesehen die akademischen Leistungen benachteiligter Schüler steigern und es ihnen dadurch ein Hochschulstudium ermöglichen können.

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