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Vorstellung neuer Möglichkeiten zur Investition in Kinder: Eine europäische Seminarreihe

11/06/2014

Die Europäische Kommission organisiert über das gesamte Jahr 2014 hinweg in ganz Europa eine Reihe an Seminaren zum Thema Empfehlungen für Investitionen in Kinder. Die erste Veranstaltung dieser Reihe fand während der Spitzenveranstaltung Nationale Kinder- und Jugendkonferenz statt, die vom 27. bis 28. März 2014 vom italienischen Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik ausgerichtet wurde. Im Rahmen der Konferenz organisierte das Europäische Institut für öffentliche Verwaltung (EIPA) ein spezielles Seminar zum Thema Empfehlungen für Investitionen in Kinder. Im Mai 2014 fand in Griechenland ein zweites Seminar zur Implementierung dieser Empfehlungen statt; der Fokus dieses Seminars, das ebenfalls durch das EIPA organisiert wurde, lag auf der Implementierung der Empfehlungen in Griechenland.

Bezüge zur EU-Agenda

Offenkundig gab es Bezüge zwischen dieser Konferenz und der EU-Agenda, die sich nicht nur auf den Namen der Konferenz in Italien und des Seminars in Griechenland bezogen – „Investitionen in Kinder“ – sondern auch auf die Inhalte vieler Workshops. Diese behandelten neben den Themen Kinderarmut, frühkindliche Erziehung und Bildung sowie Kinder und Familie, auch die Aspekte des frühzeitigen Eingreifens und der Prävention. Ebenso standen soziale Innovation und sozialpolitische Forschung im Mittelpunkt der Konferenz in Italien, auf der auch neue Programme vorgestellt wurden, darunter insbesondere ein Pilotprogramm (PIPPI), das aktuell in 10 italienischen Städten zum Einsatz kommt und bald ausgeweitet werden soll. Es zielt schwerpunktmäßig darauf ab, Kinder in Risikosituationen nicht aus ihrem familiären Umfeld zu nehmen. Auf dem Seminar in Griechenland kamen 40 Mitglieder des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt sowie andere Repräsentanten der EU und diverser Interessenvertreter zusammen. Gemeinsam untersuchten sie unter anderem den Stand der Implementierung der Empfehlung und die mögliche Rolle des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (ERDF).

Seminar in Italien – „In Italien in Kinder investieren: Hilfsmittel und Finanzierungsmöglichkeiten der EU“

25 Teilnehmer, darunter Experten und Mitglieder der Zivilgesellschaft sowie (lokaler) Behörden, nahmen an dem Seminar teil. Zunächst wurden die Kernbotschaften der Empfehlung vorgestellt, anschließend diskutierten die Experten die größten Herausforderungen, die sich Italien stellen und das Europäische Institut für öffentliche Verwaltung stellte Finanzierungsmöglichkeiten der EU vor. Zudem wurden Italiens Pläne für den anstehenden Planungszeitraum vorgestellt und hervorgehoben, dass der Europäische Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (FEAD) voraussichtlich stärker auf Kinder ausgerichtet werden wird. Das Seminar bot zudem die Möglichkeit, die Herausforderungen darzulegen, die sich aus der Gleichgewichtsfindung zwischen den „passiven“ und „aktiven“ Dimensionen des Europäischen Sozialfonds (ESF) ergeben. In den Gesprächsrunden wurde auch die Notwendigkeit hervorgehoben, zu entscheiden, wie Investitionen und Finanzierungen so gelenkt werden können, dass sie für konkrete prioritäre Maßnahmen eingesetzt werden können. Zu einem späteren Zeitpunkt des Seminars wurde anhand von 6 Projekten im Bereich frühkindlicher Erziehung und Bildung verdeutlicht, welch vielfältige Maßnahmen der Europäische Sozialfonds unterstützen kann. Auch die mit den Maßnahmen einhergehenden Herausforderungen wurden beschrieben:

  • Es ist schwierig, innovative Ansätze weiter auszubauen und die Förderungszeit zu verlängern.
  • Die Notwendigkeit, nach Bedarf handeln zu können und Leistungen anzubieten, die insbesondere von benachteiligten Familien in Anspruch genommen werden.
  • Die Notwendigkeit, den Aktionsradius des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Europäische Fonds für regionale Entwicklung (ERDF) stärker miteinander zu verknüpfen.
  • Die Notwendigkeit eines Kapazitätsaufbaus insbesondere im Nonprofit-Bereich.

Seminar in Griechenland zur Implementierung der Empfehlung „Investitionen in Kinder“

An diesem EU-Seminar nahm eine Vielzahl an Interessenvertretern aus der EU und Griechenland teil, darunter Mitarbeiter des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt, Verwaltungsbehörden des ESF aus den 13 Regionen, die für die Implementierung des fondsübergreifenden operationellen Programms von ESF und ERDF verantwortlich sind sowie Stellvertreter von wichtigen Interessenvertretern wie UNICEF und Eurochild. Die 40 Teilnehmer hörten eine Reihe an Grundsatzreden, unter anderem von der Generaldirektion für Beschäftigung, Soziales und Integration (DG EMPL). Der Fokus des Seminars lag auf dem Stand der Implementierung der Empfehlung zu Investitionen in Kinder, der Verwendung des Europäischen Sozialfonds, dem Austausch von bewährten Praktiken (insbesondere von Praktiken im Rahmen von EPIC und der Eurochild- und ESN-Netzwerke) sowie der Antwort Griechenlands auf die Empfehlung und der potenziellen Förderung neuer Projekte, die sich auch künftig an Kinder richten werden. Im Rahmen des Seminars wurde über die Komplementarität zwischen dem ESF und nationalen Programmen und über den Evaluierungsbedarf diesbezüglich diskutiert. Das Kinderhilfswerk UNICEF legte seinen neuesten Bericht zur Kinderarmut in Griechenland vor, während das Netzwerk Eurochild seine Vision des Wohlergehens von Kindern vorstellte und den Einsatz des neu verabschiedeten Europäischen Verhaltenskodex für Partnerschaft (ECCP) bei der Implementierung der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds hervorhob. Kurzum: Diese Seminare boten den paneuropäischen Interessenvertretern Gelegenheit, darüber nachzudenken, welche Herausforderungen mit Kinderarmut einhergehen und welche Möglichkeiten zur Unterstützung des Wohlergehens von Kindern dank EU-Förderung und branchenübergreifender Zusammenarbeit in Europa bestehen.

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