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Kinder müssen bei Online-Spielen und In-App-Käufen geschützt werden

16/05/2014

Das Geschäft mit Spiele-Apps boomt und laut der Europäischen Kommission wird für die gesamte „App-Wirtschaft“ in den nächsten fünf Jahren ein Umsatz von rund 63 Mrd. Euro erwartet. Viele Spiele werden speziell für junge Nutzer konzipiert und vermarktet. Mehr als die Hälfte aller Online-Spiele in der EU werden derzeit als „kostenlos“ angepriesen, können aber versteckte Kosten nach sich ziehen. Einen Teil ihres Umsatzes erzielt die App-Industrie mit Spieleerweiterungen und Extras, die von den Kindern während des Online-Spiels auf den Smartphones oder Tablet-PCs ihrer Eltern dazugekauft werden können (sogenannte In-App- oder In-Game-Käufe), wobei dies häufig durch Mechanismen geschieht, aus denen nicht eindeutig hervorgeht, dass durch das Klicken auf bestimmte Links tatsächlich Geld ausgegeben wird.

(c) iStock

Marketingpraktiken nutzen die Leichtgläubigkeit von Kindern häufig aus

Wie aus den Ermittlungen des britischen Amts für fairen Handel (Office of Fair Trading) hervorgeht, handelt es sich bei diesen Spielen häufig um sogenannte „Freemium-Apps“, deren Geschäftsmodell auf der Vermarktung kostenloser Spiele und dem Online-Verkauf einzelner Elemente oder Erweiterungen beruht. Dabei kommen oftmals aggressive Geschäftspraktiken zum Einsatz, die die Unerfahrenheit, Verletzlichkeit und Leichtgläubigkeit von Kindern ausnutzen, während sie gleichzeitig aus undurchsichtigen Preisinformationen Profit schlagen. So wird den Spielern gegenüber beispielsweise behauptet, dass die Figur, deren Rolle sie im Spiel eingenommen haben, unglücklich oder anderweitig leiden wird, wenn sie keine zusätzlichen Elemente (wie z. B. Nahrung oder Kleidung für die Figur) in der App dazukaufen. Eine andere Methode sind direkte Kaufaufforderungen, die sich insbesondere an Kinder richten und bei denen das Spiel mit Möglichkeiten zum Kauf zusätzlicher Elemente unterbrochen wird.

Maßnahmen der EU und ihrer Mitgliedstaaten zur Schaffung von Kinderschutzrichtlinien

Die Sorge und Entrüstung von Eltern, deren Kinder im Rahmen von Online- und App-Spielen Käufe getätigt haben, hat in den USA zu einer Sammelklage gegen Google geführt, bei der den Geschädigten Schadenersatz in einer Gesamthöhe von 32,5 Mio. Dollar (rund 24 Mio. Euro) zugesprochen wurde. Die britischepdf Verbraucherschutzbehörde hat Richtlinien zu zulässigen Praktiken bei der Verbreitung dieser Art von Apps festgelegt und Empfehlungen für die App-Industrie abgegeben. Die Europäische Kommission hat schließlich Untersuchungen zu In-App-Käufen eingeleitet und führt derzeit Gespräche mit Branchenvertretern, um Richtlinien für bewährte Verfahren zum Schutz junger Verbraucher und deren Eltern zu entwickeln.

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