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Unterstützung von Kindern von inhaftierten Personen

07/02/2014

Die extremen Nachteile, die jungen Menschen mit inhaftierten Eltern entstehen, werden in keinem Land wirklich erkannt. Und dies, obwohl Schätzungen zufolge ca. 800.000 Kinder in der EUpdf von der Inhaftierung eines Elternteils betroffen sind. Im Vereinigten Königreich liegt die Zahl bei über 160.000 und ist somit höher als die Zahl der Kinder, deren Eltern geschieden sind.

Das COPING-Projekt – Forschungsprojekt über die Risiken auf die psychische Gesundheit, denen Kinder von Strafgefangenen ausgesetzt sind und darüber, wie man ihnen Hilfestellung geben kann

Eines der Ziele des EU-Mehrjahresforschungsprojekts COPING FP7 (Vereinigtes Königreich, Deutschland, Schweden und Rumänien) bestand darin,  Nachweise zu den psychischen Gesundheitsproblemen zu erbringen, die Kinder von Strafgefangenen aufweisen und eine politische Lösung zu finden, die die Belastung, denen diese Kinder ausgesetzt sind, angeht. Es wurde herausgefunden, dass für Kinder, die einen Elternteil oder einen Betreuer haben, der inhaftiert ist, weitaus größere psychische Gesundheitsrisiken bestehen als für Kinder, bei denen dies nicht der Fall ist (insbesondere, wenn sie älter als 11 Jahre sind). Die Stärkung der Widerstandskraft dieser Kinder wird als zentral angesehen, damit es ihnen möglich ist, besser mit der Situation umzugehen, sie und ihre Familien gestärkt werden können und die Wahrscheinlichkeit erhöht werden kann, dass sie ein gesundes, produktives Erwachsenenleben führen können. 

Reformierung des Strafjustizwesens, um Kinder zu schützen

In vielen Gefängnissen werden Dienstleistungen angeboten, aber oftmals ist Stigmatisierung der Grund dafür, dass diese Interventionen und Dienste nicht in Anspruch genommen werden und im schulischen Umfeld nicht optimal zur Anwendung kommen. Die Empfehlungen, die aus diesem Projekt hervorgingen, betonten, dass es notwendig ist, politische Reformen herbeizuführen, um diese Kinder stärker zu unterstützen, indem das Strafjustizwesen kinderfreundlicher gestaltet wird. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass Kinderrechtsbeauftragte eingesetzt werden, die dafür verantwortlich sind, die bedürftigen Kinder zu schützen oder sicherzustellen, dass die Perspektive der Kinder in diesem Prozess berücksichtigt wird. Mitarbeiter der Strafjustiz könnten beispielsweise: in Erfahrung bringen, ob die Möglichkeit besteht, dass Kinder anwesend sein werden, bevor eine Hausdurchsuchung angeordnet und ein Elternteil verhaftet wird; dafür sorgen, dass – soweit möglich – die Gewaltanwendung bei einer Verhaftung so gering wie möglich gehalten wird und es vermieden wird, Eltern Handschellen anzulegen; dem Kind erklären, was passiert, wenn das Haus durchsucht wird und eine Verhaftung vorgenommen wird, ihm sagen, was als nächstes passieren wirdpdf und ihm die Möglichkeit geben, sich zu verabschieden. Schließlich ruft das Projekt dazu auf, dass Maßnahmen ergriffen werden, die es den Kindern ermöglichen, dauerhaft mit dem inhaftierten Elternteil in Kontakt zu stehen und sowohl dem inhaftierten Elternteil oder Betreuer als auch der Person, die sich um das Kind kümmert, Unterstützung zuzusichern. Diese Maßnahmen sollen Einfluss auf die Rollen nehmen, die NROs und Schulen in diesem Zusammenhang spielen.

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