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Die andauernde Segregation von Roma-Kindern in europäischen Schulen – eine enorme Herausforderung

18/11/2013

Roma sind seit Jahrhunderten Teil der Kulturlandschaft Europas. Häufig werden Mitglieder dieser ethnischen Gruppe auch zu Opfern von Diskriminierung und Vorurteilen – insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Ein markantes Beispiel der Diskriminierung in Europa ist die Segregation von Roma-Kindern an öffentlichen Schulen.

Roma sind seit Jahrhunderten Teil der Kulturlandschaft Europas. Häufig werden Mitglieder dieser ethnischen Gruppe auch zu Opfern von Diskriminierung und Vorurteilen – insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Ein markantes Beispiel der Diskriminierung in Europa ist die Segregation von Roma-Kindern an öffentlichen Schulen.

Segregation hat viele Formen

Segregation läuft in komplexen und unterschiedlichen Prozessen ab. In einigen Fällen führen die Vorschriften zur Schulaufnahme auf Grundlage der schulischen Leistungen dazu, dass eine große Anzahl von Roma-Schülern, die hinter den Erwartungen zurückbleibt, in separate Schulen kommt. In anderen Fällen entsteht Segregation in Folge von Segregation im Wohnungsbereich, was zu dem Phänomen der sogenannten „White Flight“ führt, bei dem die Anwohner der Mehrheit ihre Wohngebiete aufgrund steigender Zahlen von Anwohnern aus Minderheiten verlassen, sodass sich die ohnehin bestehenden Tendenzen zur Segregation sowohl im Wohnungsbereich als auch in Schulen auf diese Weise noch verschärfen. Letztlich verbünden sich Lehrer, Eltern und manchmal auch Schulleiter in losen Zusammenschlüssen miteinander, um im schulischen Interesse der Kinder „störende“ Roma-Schüler aus Klassenräumen oder Schulen zu entfernen oder auszugrenzen. Diese und viele weitere Faktoren beeinflussen sich gegenseitig und führen in weiten Teilen Europas zur effektiven Segregation von Roma-Kindern in Schulen.

Regulierungsbemühungen scheinen unzureichend, um das Problem anzugehen

Sowohl die EU als auch nationale Regierungen haben Gesetze (wie die Richtlinie zur Gleichbehandlung ohne Unterschied der Rasse) zum Verbot von Segregation an Schulen erlassen. Darüber hinaus hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einer Handvoll Fälle Stellung gegen Segregation bezogen. Jedoch weisen juristische Überprüfungenpdf darauf hin, dass kein Gericht auf europäischer oder nationaler Ebene jemals die Beendigung der Segregation von Schulen angeordnet hat und nur wenige Politiken darauf ausgerichtet sind, die wesentlichen Mittel anzugehen, durch die Segregation passiert. In der Tat hat ein aktueller Bericht pdfdes FP7-Projekts „Accept Pluralism“ („Pluralismus akzeptieren“) aufgezeigt, dass die Segregation von Roma-Kindern in ganz Europa eine andauernde Realität darstellt.

Kulturaustausch im größeren Kontext des Kampfs gegen Rassismus

Obwohl allgemein angenommen wird, dass Integrationsbemühungen Gemeinden dabei helfen können, rassistische Einstellungen zu verhindern und entgegenzutreten, legt der Bericht nahe, dass diese Maßnahmen möglicherweise nicht den gewünschten Effekt erzielen oder auf lange Sicht sogar fehlschlagen könnten. Der Bericht suggeriert die Erwägung von Politikansätzen, die auf die Aufwertung der kulturellen Identität der Roma ausgerichtet sind, um so die Beziehungen zwischen den Gemeinden zu verbessern – beispielsweise durch die Einbeziehung interkultureller Vermittler, interkultureller Bildung und sogenanntem interkulturellem „Bussing“ – eine Dienstleistung, bei der Kinder aus Minderheiten mit dem Bus zu Schulen der Mehrheiten befördert werden. Jedoch weisen die Autoren des Berichts darauf hin, dass bei Politiken, die strikt auf Desegregation ausgerichtet sind, nur wenig Hoffnung besteht, das Problem effektiv zu lösen. Gefordert ist ein grundlegender, kultureller Umschwung: Dem Rassismus gegen die Roma muss getrotzt werden und er muss sowohl aus der Einstellung der Öffentlichkeit als auch aus dem politischen Diskurs beseitigt werden.

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