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OECD-Bericht zur bestmöglichen Nutzung von Synergien für besseres Lernen

27/06/2013

Im April 2013 hat die OECD einen 600 Seiten langen Bericht veröffentlicht, der sich schwerpunktmäßig auf die Beurteilung und Bewertung von Schülern in Primar- und Sekundarschulen konzentriert. Mit dem Fokus auf der Beurteilung von Schülern, der Evaluierung von Lehrern, Schulen und Bildungssystemen, werden die Erfahrungswerte von 28 OECD-Mitgliedstaaten analysiert. Der Bericht enthält eine internationale vergleichende Analyse von Schulsystemen sowie eine Analyse von aktuellen politischen Maßnahmen in den OECD-Ländern. Zudem bietet der Bericht ein Rahmenwerk für die Beurteilungserstellung und führt Beispiele für evidenzbasierte politische Maßnahmen an. Eine bemerkenswerte Erkenntnis besteht darin, dass zwischen den OECD-Mitgliedsstaaten noch immer große Unterschiede existieren, wie z. B. in Dänemark und Schweden, wo Schüler in Grundschulen nicht benotet werden, während die numerische Benotung in Ungarn, Italien oder Polen das wesentliche Instrument für die formelle Berichterstattung darstellt.

children and teacher in a classroom

Veränderte Bedingungen

Indikatoren in diesem Bereich wird immer mehr Bedeutung beigemessen, da diejenigen, die für die Bildungssysteme verantwortlich sind, sich verstärkt für Leistung von Schülern interessieren; dies umso mehr, da derartige Daten für einen internationalen Leistungsvergleich herangezogen werden können. Dem Bericht zufolge liegt diese Schwerpunktsetzung in der zunehmenden Abhängigkeit von Bildungsstandards wie Schulgestaltung, Lehrinhalt und Leistung begründet. Da sich immer mehr Kontrollmöglichkeiten bieten, führen politische Entscheidungsträger gleichzeitig Bildungsstandards für die Leistungen der Schüler in verschiedenen Lernphasen ein. Ein weiterer Faktor, der den Bedarf an Bewertungs- und Beurteilungsmaßnahmen in Bildungssystemen bedingt, sind die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen die OECD-Länder derzeit konfrontiert sind. Da weniger Ausgaben getätigt und die Haushaltsbudgets gekürzt werden, gibt es eine steigende Nachfrage nach evidenzbasierten Entscheidungsprozessen. Der Bericht stellt verschiedene Entwicklungen vor, darunter die Ausweitung von Bewertungsmaßnahmen in Schulsystemen, die insbesondere darauf zurückzuführen ist, dass versucht wird, ein verantwortungsvolleres und gerechteres Schulsystem herauszubilden. Beurteilungs- und Bewertungsmaßnahmen werden zudem vielseitiger und umfassen sowohl externe Schulbewertungen, als auch Selbstbewertungen. Bemerkenswert ist außerdem der wachsende internationale Einsatz solcher Indikatoren in Schulsystemen und auf internationaler Ebene.

Herausforderungen und Schwierigkeiten

Auch wenn vielen bewusst ist, dass Bewertungs- und Beurteilungsrahmenwerke im Zusammenhang mit der Etablierung gerechter Schulsysteme eine entscheidende Rolle spielen, stellt eine Umsetzung dieser Ziele eine grundlegende politische Herausforderung dar. Die Entwicklung eines objektiven Bewertungssystems für Schüler ist komplex (d. h. ein Bewertungssystem, das alle Schüler gerecht behandelt und für ein Gleichgewicht zwischen summativer Beurteilung, die einen Überblick über den Kenntnisstand eines Schülers zu einem gegebenen Zeitpunkt liefert, und formativer Beurteilung, die Lernprozess-begleitend zur Verbesserung der Ergebnisse beitragen soll, sorgt). Gleiches gilt für ein Schulbewertungssystem, das sicherstellt, dass die Qualität der Lern- und Lehrprozesse ein zentrales Thema bleibt. Bildungsungleichheit stellt noch immer eine der größten Herausforderungen dar. Aus einem OECD-Berichtpdf aus dem Jahr 2012 zum Thema Gleichheit und Gleichberechtigung in Schulen ging hervor, dass beinahe jeder fünfte Schüler nicht den minimalen Basiskenntnisstand erreichte, der für das Funktionieren in der Gesellschaft notwendig ist. Empfohlen werden Beurteilungsmethoden in Verbindung mit Feedback sowie Weiterbildungen für Lehrer, in denen diese lernen, wie sie ihre eigene Lehrtätigkeit beurteilen können, um so Unterrichtsmethoden und Lernergebnisse der Schüler zu verbessern. Eine Verringerung der Anzahl von Schulversagern wirkt sich merklich auf die allgemeine soziale und wirtschaftliche Entwicklung aus.

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