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UNICEF-Report Card 11 über das Wohlbefinden von Kindern in Industriestaaten

08/05/2013

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat vor Kurzem eine Report Cardpdf veröffentlicht, die die Erfolge von 29 der am meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften der Welt bezüglich des Wohlergehens von Kindern vergleicht. Der Bericht stützt sich auf international erhobene Daten aus den Jahren 2009 und 2010 und bewertet Wohlergehen anhand von fünf Bereichen: Bildung, Wohnen und Umwelt, materielles Wohlergehen, Gesundheit und Sicherheit sowie Lebensweise und Risiken. Die Report Card besteht aus drei Teilen: einem Länder-Ranking, einem Überblick darüber, wie Kinder selbst ihr Wohlergehen einschätzen und einer Darstellung der Veränderungen, die sich seit der 2007 von UNICEF veröffentlichten Report Card zu demselben Thema in Bezug auf das Wohlergehen von Kindern haben verzeichnen lassen. Im Großen und Ganzen ist den Daten zu entnehmen, dass sich - unabhängig vom Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (BIP) - für die meisten Indikatoren für das Wohlergehen von Kindern Verbesserungen verzeichnen lassen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf mittel- und osteuropäische Länder der Fall.

children playing outside, (c) IStock

Die Vielschichtigkeit des Wohlergehens von Kindern

In der Report Card wird festgestellt, dass die moralische Pflicht, das Wohlergehen von Kindern zu fördern, weltweit anerkannt wird. Dies ist teilweise darauf zurückzuführen, dass das Wohlergehen in Zusammenhang mit einer Reihe von Faktoren steht, die das spätere Leben betreffen wie z. B. schulische Leistungen, Einkünfte und Beruf, Kriminalität und unsoziale Verhaltensweisen sowie Gesundheitsfürsorgekosten etc. Anhand von Behelfsindikatoren wird untersucht, welche Veränderungen sich im Laufe der Zeit in den fünf Bereichen für das Wohlergehen von Kindern ergeben haben. Der „Bildungs“-Aspekt des Wohlergehens wird daran bemessen, wie vielen Kindern eine frühkindliche Erziehung und wie vielen 15- bis 19-Jährigen eine weiterführende Bildung zuteil wird und wie viele 15- bis 19-Jährige sich nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung (NEET) befinden. Zudem werden die durchschnittlichen Noten der PISA-Studie in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften mit in die Bewertung einbezogen. Der erste Teil der Report Card enthält eine Übersichtstabelle sowie eine Auflistung verschiedener Behelfsindikatoren, die als allgemeine Indikatoren für die zuvor genannten fünf Bereiche für das Wohlergehen von Kindern gelten. Zudem werden die wesentlichen Ergebnisse in Bezug auf die einzelnen Behelfsindikatoren analysiert. Für die Analyse des materiellen Wohlergehens werden z. B. vier Indikatoren herangezogen, darunter die Höhe der relativen Kinderarmutsquote (der Anteil der Kinder, die in Haushalten leben, die über ein Einkommen verfügen, dass weniger als 50 % des nationalen Durchschnitts beträgt) und die bemessene Armutslücke bei Kindern (Bezifferung des Grades der Kinderarmut durch die Bemessung des Abstandes zwischen der Armutsgrenze und dem durchschnittlichen Einkommen derer, die unterhalb dieser Grenze liegen). Den Daten ist zu entnehmen, dass die Armutslücke bei Kindern in etwa einem Viertel der 29 untersuchten Länder bei mehr als 30 % liegt.

Veränderungen in Bezug auf das Wohlergehen von Kindern in Industrieländern in den letzten zehn Jahren

Da die Report Cards aus den Jahren 2007 und 2013 auf unterschiedlichen Datenquellen beruhen, ist es nicht möglich, die Ergebnisse uneingeschränkt zu vergleichen. Aus diesem Grunde werden im Rahmen der vergleichenden Analyse, die im Bericht von 2013 enthalten ist, Indikatoren herangezogen, die sowohl in der Report Card 2013, als auch in der Report Card 2007 verwendet wurden (wobei letztere auf Daten aus den Jahren 2001 – 2003 basiert). Obwohl bei einigen Ländern grundlegende Veränderungen festzustellen sind, bleibt das allgemeine Länderranking im Großen und Ganzen stabil und weist in Bezug auf die meisten Indikatoren für das Wohlbefinden von Kindern Verbesserungen auf. Obwohl aufgrund der Anpassung der Indikatoren ein direkter Vergleich speziell im Hinblick auf Kinderarmut nicht möglich ist, scheinen bestimmte Indikatoren wie z. B. materielle Entbehrung, rückläufig zu sein, wobei mittel- und osteuropäische Staaten gegenüber westeuropäischen Ländern aufholen. Auch in Bezug auf die Gesundheit von Kindern (bemessen an der Höhe der Kindersterblichkeit) scheint sich der Unterschied zwischen Ost- und Mitteleuropa und Westeuropa zu verringern. Die Quote der Schulbesuche im Sekundarschulbereich haben sich in 14 der 21 Länder, für die Daten vorliegen, erhöht. In einigen westeuropäischen Ländern jedoch - unter anderem in Frankreich und im Vereinigten Königreich - sind sie um etwa zwei Prozentpunkte gesunken. Andere Indikatoren zeigen, dass die Zahl junger Menschen und Kinder, die rauchen, trinken oder in Schlägereien verwickelt sind, gesunken ist. Im Vergleich hierzu zeigt das subjektive Wohlbefinden von Kindern ein differenzierteres Bild. Für die Hälfte der 21 Länder, für die Daten vorliegen, lässt sich eine Verbesserung des empfundenen Wohlbefindens verzeichnen, wohingegen sich bei der anderen Hälfte eine geringere Lebenszufriedenheit abzeichnet. Der Teil der Card, der die Entwicklungen innerhalb der letzten zehn Jahre vergleicht, stellt abschließend die wirtschaftliche Rezession und ihre Auswirkungen heraus. In diesem Teil wird ein Vergleich zu den Nationen angestellt, in denen es Ende der 1980er und Anfang der 1990er zu Rezessionen kam. Zudem wird davor gewarnt, Themen, die die Kindheit betreffen, politisch zurückzustellen.

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