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Das Eurochild-Projekt „Speak up!“ für die Rechte des Kindes

02/04/2013

Eurochild ist ein Netzwerk europäischer Organisationen und Partnerschaften (aus Polen, Schweden, den Niederlanden, Großbritannien, Irland, Griechenland und Bulgarien), dessen Hauptaufgabe darin besteht, die Rechte von Kindern zu fördern. Mit der finanziellen Unterstützung des Programms für Grundrechte und Unionsbürgerschaft der Europäischen Kommission, konnte Eurochild das zweijährige Projekt mit dem Titel „Speak up!“ durchgeführen. Das oberste Ziel dieses Projektes bestand darin, zu untersuchen, wie Kinder ihre eigenen Rechte wahrnehmen, wie diese Rechte geschützt werden können und wie sie sich nach Meinung der Kinder in der nationalen und europäischen Politik niederschlagen.

child speaking up

Das Projekt

Das „Speak up!“-Projekt bestand darin, dass jeder Eurochild-Partner eine Fokusgruppe mit Kindern im Alter zwischen 12 und 15 Jahren gebildet hat. Diese Fokusgruppen haben untersucht, in welchem Maße Kinder über ihre Rechte informiert zu sein schienen und welches ihrer Meinung nach die vier wichtigsten Rechte für sie seien. In einigen der Fokusgruppen waren schwache bzw. benachteiligte Kinder aus sehr schwierigen Verhältnissen, wie z. B. Kinder oder Jugendliche aus Einrichtungen für Jugendliche oder Zentren für Asylsuchende oder Kinder/Jugendliche mit Gehörproblemen oder Gehörlosigkeit. Zusätzlich gab es sogenannte „Kontrollgruppen“ mit Schulkindern. Diese wurden eingerichtet, um Vergleiche über die einzelnen Gruppen hinweg zu ermöglichen.

Ergebnisse und Empfehlungen

Kinder (insbesondere diejenigen, die gefährdet sind und in benachteiligten Verhältnissen leben) sind nicht angemessen über ihre Rechte informiert

Das „Speak Up!“-Projekt half, Lücken in der derzeitigen europäischen Politik und Praxis für den Schutz der Rechte von Kindern zu identifizieren. Eurochild empfielt eine europaweite Bewusstseinskampagne für Kinder, junge Leute und Erwachsene, um das Bewusstsein über die Rechte von Kindern zunehmend zu stärken und um sicherzustellen, dass die Meinungen der Kinder geschätzt werden. Diese Kampagne würde darauf abzielen, europäische und Nichtregierungsorganisationen von Mitgliedsstaaten einzubeziehen und die bereits vom Europarat und von der Europäischen Kommission geleistete Arbeit fortsetzen.

Eurochild möchte sicherstellen, dass Kinder in diesem Europäischen Jahr der Bürgerinnen und Bürger 2013 deutlich wahrgenommen werden und darüberhinaus ein Europäisches Jahr unterstützen, in dem die Rechte von Kindern im Mittelpunkt stehen.

Kinder sind mit einem hohen Maß an Diskriminierung konfrontiert

Dieses ist mitunter auf Behinderungen, ethnischen oder religiösen Hintergrund, Sexualität, soziale Benachteiligung oder auf die einfache Tatsache der Minderjährigkeit zurückzuführen. Eurochild ist der Meinung, dass es dringend notwendig ist, dass Politik und Praxis innerhalb der jeweiligen Mitgliedstaaten angegangen werden, sodass Kinder nicht mehr direkt oder indirekt durch sie diskriminiert werden.

Eurochild glaubt, dass eine Begutachtung darüber erfolgen sollte, wie EU-Verordnungen Kinder künftig schützen und die Wahrnehmung in Bezug auf Altersdiskriminierung und Rechte von Kindern stärken können. Rechte von Kindern in Bezug auf Nichtdiskriminierung müssen in den nationalen und europäischen Institutionen geklärt werden, damit Kindern der Zugang zu Gesundheitsfürsorge, Bildung, Wohnungswesen und besonderer Fürsorge gewährleistet wird.

Kinder werden selten angesprochen oder ihre Meinungen werden selten angehört

Kinder schienen nicht bereit, ihre Meinungen mitzuteilen, da sie den Eindruck hatten, sie seien ohnehin nicht sehr nützlich und es nur selten Gelegenheit gibt, sie zu äußern. Kinder, die diskriminiert werden, neigen dazu, diese Unterdrückung zu verinnerlichen, was ihr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl beeinträchtigen kann. Es kann jedoch sehr viel mehr getan werden, um Kinder und Jugendliche zu motivieren, sich an Kinderausschüssen und Selbsthilfegruppen zu beteiligen. Die jüngst in der „Empfehlung des Europarats über die Partizipation von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren“ identifzierten Maßnahmen müssen zeitnah umgesetzt werden.

Eurochild betont die Bedeutung der Schulung qualifizierter Fachkräfte, um solche Fälle der verinnerlichten Unterdrückung zu erkennen und die wirksamsten Methoden für die Arbeit mit schwachen oder sozial benachteiligten Kindern zu wählen. Ferner müssen Organisationen und Fachkräfte auch eindeutig besser über bewährte Praktiken der Einbeziehung von Kindern informiert sein. Durch ein stärkeres Bewusstsein kann Organisationen auch geholfen werden, ihre Ansätze bzw. Methodiken der Einbeziehung durch Verwendung von Indikatoren und Maßstäben zu verbessern.

Weitere Informationen und die wichtigsten Ergebnisse des „Speak up!“-Projektes (Schlussbericht, Abschlussseminar, Hilfsmittel, Partner usw.) finden Sie auf folgender Website: http://www.eurochild.org/?id=454

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