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Belgische Regierung verlängert Sonderbudget für den Kampf gegen die Kinderarmut

19/09/2011

Im Juni 2010 veranlasste der belgische Staatssekretär für soziale Eingliederung und Armutsbekämpfung, Philippe Courard, die Bereitstellung von 4,2 Millionen € für die Öffentlichen Sozialhilfezentren (ÖSHZ) zur Bekämpfung der Kinderarmut. 80% der Zentren nutzten dieses Budget und erzielten Ergebnisse, die äußerst positiv beurteilt wurden. Auch 2011 wurden Mittel desselben Umfangs bereitgestellt.

Kinderarmut

Den Teufelskreis durchbrechen

Diese Politik zielt darauf ab, benachteiligten Kindern Chancen für eine soziale Eingliederung zu bieten, und zwar durch einen besseren Zugang zu Kultur, Sport, neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, usw. „In bestimmten Familien wird Armut an die nächste Generation vererbt. Diesen Teufelskreis müssen wir durchbrechen“, betonte Philippe Courard und teilte zugleich mit, dass die Bereitstellung des Budgets hierfür verlängert werde. „Wenn Eltern sehr einkommensschwach sind, können ihre Kinder hierdurch eine Reihe von Initiativen in Anspruch nehmen, die für ihre Entwicklung und Zukunft nützlich sind.“

Eingliederung fördern

Die ÖSHZ haben dabei die Möglichkeit, Zielgruppen auszuwählen und (kollektiven oder individuellen) Initiativen ein Sonderbudget zur Verfügung zu stellen, um so die Sozialisierun von Kindern und Jugendlichen in ihrem Einzugsgebiet zu fördern. Dabei kann es sich um Unterstützung für Eltern in den Bereichen Gesundheit, Hygiene und Ernährung handeln, um die Finanzierung von Aktivitäten, die der Entwicklung von Kindern zu Gute kommen, oder um finanzielle Unterstützung für die Bildung (Hausaufgabenbetreuung, Schulgebühren, Teilnahme an kulturellen oder sportlichen Aktivitäten, usw.).

Armut in Zahlen

In Belgien leben 17% der Kinder unterhalb der Armutsgrenze. Bei alleinerziehenden Eltern beträgt der Anteil 39,5% und 74,4%, wenn die Eltern nicht arbeiten.

In Europa leben 20% der rund 100 Millionen Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in prekären Situationen. In den Ländern, in denen die Sozialleistungen am höchsten sind, ist die Kinderarmut dementsprechend am geringsten und der soziale Zusammenhalt am besten. So sind beispielsweise rund 12% der jungen Menschen in Skandinavien von Armut betroffen und 23% im Vereinigten Königreich.

Europäische Empfehlung 2020

In der zweiten Jahreshälfte 2010 zählte die Bekämpfung der Kinderarmut zu den Prioritäten des belgischen Vorsitzes des Rates der Europäischen Union. Infolge einer Konferenz, die zu diesem Thema in Marche-en-Famenne (BE) von Philippe Courard organisiert wurde, beschloss die Kommission, 2012 eine Empfehlung bezüglich der Kinderarmut zu veröffentlichen. Mit der Strategie Europa 2020 sollen mindestens 20 Millionen junge Menschen in den nächsten zehn Jahren aus der Prekarität befreit werden. Die von den Mitgliedstaaten geforderten Maßnahmen müssen Teil einer konkreten Strategie ab dem frühen Kindesalter sein: Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Betreuung, Bildung und Kultur sowie staatliche Hilfen, die Kindern direkt zu Gute kommen (kostenlose Schulmaterialien und kostenloses Mittagessen in der Schulkantine, freier Zugang zu kulturellen und sportlichen Aktivitäten, usw.) oder ihren Familien (bezahlbare Betreuungsdienste, flexible Arbeitszeiten, bezahlter Elternurlaub, usw.).

For further information

Portal belgium.be – Offizielle Informationen und Dienste

Portal des belgischen Vorsitzes der Europäischen Union – Philippe Courard – Pressemitteilung 03/09/2010

 
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