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Europäisches Parlament unterstützt allgemeinen Zugang zu frühkindlicher Bildung und Erziehung

17/05/2011

Die parlamentarische Entschließung, die nicht bindend ist, wurde mit 506 Ja-Stimmen, 27 Gegenstimmen und 55 Enthaltungen verabschiedet. Die Enthaltungen und Gegenstimmen kamen zu einem großen Teil von MdEP von anderen politischen Parteien des Vereinigten Königreichs.

Guter Start = bessere Zukunft

In der Entschließung wird anerkannt, dass frühkindliche Erziehung und Betreuung (FKEB) aufgrund der Gehirn- und der kognitiven Entwicklung in diesem Lebensalter besonders wichtig ist. Nach der Abstimmung erklärte Honeyball: „Diejenigen, die in ihren frühesten Jahren, vor dem Schulpflichtalter, einen hohen Grad an Betreuung und Aufmerksamkeit sowie ein wenig Erziehung erhalten haben, kommen in der Schule besser mit, sind gesünder und haben größere Chancen, eine Arbeit zu finden, als die anderen, die nicht so viel Glück hatten.“

Angesichts der zahlreichen Vorteile bedauert die Entschließung, dass FKEB „in der Regel weniger Aufmerksamkeit und Investitionen erhält als alle anderen Erziehungsstadien, obwohl klare Beweise dafür vorliegen, dass Investitionen in FKEB sich wirklich lohnen.“ Ferner stellt sie fest, dass arme und sozial gefährdete Familien nachweislich den größten Nutzen aus öffentlich finanziertem Zugang zu FKEB-Dienstleistungen ziehen. Den MdEP zufolge sollten die Mitgliedstaaten ein obligatorisches Vorschuljahr einführen.

Europäischer Rahmen

Das Parlament „ruft zur Entwicklung eines ’europäischen Rahmens’ für frühkindliche Erziehungs- und Betreuungsdienstleistungen auf“. Die MdEP sind der Ansicht, dass die Dienstleistungen „idealerweise für alle Eltern und Kinder zugänglich sein sollten, ungeachtet ihres Hintergrunds oder finanziellen Status“.

Das Konzept eines europäischen Rahmens soll weder eindimensional sein noch Vorschriftcharakter haben. „Was die EU anbelangt, besteht Europa aus einer reichen und vielfältigen Mischung von Bildungstraditionen; frühkindliche Bildung und Erziehung wird hier auf viele verschiedene Arten erteilt“, erklärte Honeyball. „Es ist wichtig, dass diese Dienstleistungen für alle verfügbar sind, auf eine Weise, die Kinder nicht stigmatisiert, indem man sich lediglich auf Personen mit benachteiligten sozialen oder wirtschaftlichen Hintergründen konzentriert.“

Besser qualifiziertes und bezahltes Personal

Die MdEP sehen ein, dass die Mitgliedstaaten die „Qualität“ der Bildung auf unterschiedliche Weise messen, unterstreichen aber, dass die Fähigkeiten und Qualifikationen des Personals die „bedeutendsten Auswirkungen“ auf Normen haben.

Viele Mitgliedstaaten verlangen keine speziellen Qualifikationen für die Betreuer von Kleinkindern, und viele Arbeitnehmer in diesem Bereich werden relativ niedrig bezahlt. Die MdEP möchten, dass mehr Ausbildung erteilt wird und, idealerweise, alle qualifizierten FKEB-Arbeitnehmer ein Gehalt bekommen, das dem von Grundschullehrern entspricht. Ferner würden die MdEP gern gegen das Klischee angehen, dass FKEB-Jobs nur für Frauen bestimmt sind, und wünschen sich Maßnahmen, um mehr Männer für diesen Sektor zu gewinnen.

Die MdEP sind der Ansicht, dass es ebenfalls entscheidend ist, auf die Familien zuzugehen, und dass mehr getan werden könnte, um Eltern Beratungsdienstleistungen anzubieten, sowohl in Kindergärten als auch zu Hause. Im Allgemeinen sollten die Dienstleistungen „rundherum partizipativ sein und das gesamte Personal, die Eltern und, wo möglich, die Kinder selbst mit einbeziehen.“

Mehr EU-Forschung erforderlich

Die MdEP sind besorgt, dass im Bereich der frühkindlichen Bildung nicht genug geforscht wird. In den USA werden zwar mehr Untersuchungen durchgeführt, aber die Ergebnisse lassen sich nicht immer einfach auf die unterschiedlichen Kontexte in der EU übertragen. Die MdEP befürworten die EU-Strategie 2020 und die Barcelona-Ziele , glauben jedoch, dass mehr und bessere Forschung der EU helfen könnte, sie zu überarbeiten.

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