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Schottland ruft Kampagne zur Bekämpfung von Kinderarmut ins Leben

28/04/2011

Am 15. März führte Nicola Sturgeon, stellvertretende Erste Ministerin Schottlands, die schottische Strategie zur Bekämpfung der Kinderarmut ein. Ein Fünftel der Kinder in Schottland wächst in relativer Armut auf, und die Zukunft dieser Kinder hängt in großem Maße von der wirtschaftlichen Situation ihrer Eltern ab.

In dem bislang größten koordinierten Versuch, mehr Kinder aus der Armut zu führen, soll die Kampagne, ein Novum in ihrer Art, den ärmsten Familien Schottlands zugutekommen, ihnen bei der Steigerung des Haushaltseinkommens helfen und die Lebenschancen ihrer Kinder verbessern.

Hilfe für die schwächsten schottischen Familien

Die Strategie ist in den Rahmen der Ziele des UK Child Poverty Act 2010 eingebettet. Das Gesetz enthält eine Reihe von Zielvorgaben zur Bekämpfung der Kinderarmut, die bis 2020 erfüllt werden sollen. Diese Zielvorgaben stehen im Zusammenhang mit dem Niveau der Kinderarmut im Hinblick auf relative Einkommensschwäche, Einkommensschwäche in Verbindung mit materieller Unterversorgung, absolute Einkommensschwäche und anhaltende Armut.
Zur Erklärung der Hintergründe einer derartigen Kampagne in Schottland sagte Sturgeon: „Wir haben bereits innovative eigene Politikstrategien, wie etwa Heizkostenbefreiung für einkommensschwache Familien, Befreiung von der Gemeindesteuer und Abschaffung der Rezeptgebühren. Aber wir müssen noch mehr tun. Die allererste landesweite schottische Strategie wird dazu beitragen, dass die ärmsten Familien in den Mittelpunkt aller politikstrategischen Maßnahmen rücken, sei es in der Wohnungspolitik, im Gesundheitswesen oder bei der Bildung.“

Zwei Hauptziele: höhere Haushaltseinkommen und gesteigertes Wohl des Kindes

Die schottische Regierung hat zwei Kernziele definiert, die zur Verringerung der Kinderarmut beitragen sollen. Das eine steht im Zusammenhang mit der Erhöhung der Haushaltseinkommen. Dies beinhaltet eine höhere Zahl erwerbstätiger Eltern durch Initiativen wie Community Jobs Scotland und ein größeres Angebot an Ausbildungsplätzen. Ein weiteres Ziel ist eine geringere Belastung der Familieneinkommen durch die Bereitstellung von Gutscheinen für Schulkleidung, die Befreiung von der Gemeindesteuer, die Abschaffung der Rezeptgebühren und die Übernahme der Heizkosten.

Das zweite Kernziel ist die Verbesserung des Wohles des Kindes und der Lebenschancen. Zum einen kann man dies dadurch erreichen, dass man mit Projekten wie You First für schwache Familien und das Partnerschaftsprogramm Familienpflege (Family Nurse Partnership Programme), das Ersteltern im Teenageralter zwei Jahre lang Unterstützung bietet, die elterlichen Erziehungskompetenzen fördert und Eltern hilft, ein fürsorgliches Zuhause zu schaffen. Außerdem wurden bessere Wohnungsmöglichkeiten und Gemeinden durch den Bau neuer, erschwinglicher Unterkünfte in Siedlungen mit Bewohnern aus gemischten Einkommensschichten mit mehr Grünflächen, Freizeit- und Sportmöglichkeiten als Schlüsselfaktoren herausgestellt. Über den Bildungszuschuss (Education Maintenance Allowance) wird die Regierung außerdem die finanzielle Unterstützung für den Verbleib Jugendlicher im Bildungssystem aufstocken.

Ein Fonds für „Junge Jahre“

Konkret wird ein Fonds für „Junge Jahre“ („Early Years“ fund) mit einem Budget von 6,8 Millionen £ (etwa 7,7 Millionen €) eingerichtet. Nationale Organisationen aus dem Freiwilligensektor können sich ab Mai dafür bewerben. Über den Fonds werden Projekte finanziert, die Unterstützung für Elternbildung, bezahlbare Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Spielaktivitäten, Bindung und Beziehungsbildung sowie Initiativen für Familiengesundheit bieten.

Douglas Hamilton, Leiter von Save the Children in Schottland, hat die Strategie begrüßt und betont: „Heutzutage werden viel zu viele Kinder in Schottland ohne warmherziges Zuhause, ohne richtige Ernährung und ohne Hoffnung auf eine gute Bildung geboren. Deshalb ist die erste nationale Strategie zur Bekämpfung von Kinderarmut so ein wichtiger Schritt nach vorn.“

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