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Europäische Frauenlobby fordert integrative Familienpolitik, die Gleichstellung von Männern und Frauen voranbringt

14/04/2011

In einer Stellungnahmepdf(397 kB) Übersetzung für diesen Link wählen , die im Vorfeld der vom 28. März bis 1. April von der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft veranstalteten Themenwoche „Europa für die Familien, die Familien für Europa“ veröffentlicht wurde, wies die EWL darauf hin, wie wichtig es sei, Ungleichheiten in Familien und zwischen unterschiedlichen Familienstrukturen zu beseitigen. Sie erklärte, dass mehr getan werden müsse, um das Wohlergehen aller Frauen und Männer, die in Familien und Lebensgemeinschaften leben, zu verbessern. Die Organisation forderte die EU sowie die Mitgliedstaaten auf, ihre Debatte über Familienpolitik auszuweiten, und schlug mehrere Anliegen vor, die im Mittelpunkt der familienpolitischen Agenda der EU stehen sollten.

Gleichstellung von Männern und Frauen als Eckpfeiler der Familienpolitik

Die EWL verwies darauf, dass die Debatte über Familienpolitik zwar auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausgerichtet sei, Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter hierbei aber fast gar nicht miteinbezogen würden. Sie warnte außerdem, dass die starke Verbindung, die zwischen der Familienpolitik und den Geburtenraten gezogen werde, zu einer engen Definition von Familie führen könne.

Die Organisation betonte, dass das Verhalten der Familienmitglieder von Geschlechterrollen bestimmt werde und nicht von individuellen Entscheidungen oder davon, was für die Familie insgesamt am vorteilhaftesten wäre. Familien betreffende Maßnahmen (Beschäftigung, Sozialschutz oder Steuern) gründen in vielen Ländern immer noch auf dem Modell, bei dem der Mann der Ernährer der Familie ist, und Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind weiterhin auf Frauen ausgerichtet. Dies verstärke die Stereotypen und Ungleichheiten der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt und in den Familien.

Die EWL verwies auf die Wichtigkeit von „gleichberechtigter Familienpolitik“, bei der die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen gefördert wird sowie Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern hinsichtlich entlohnter und nicht entlohnter Arbeit beseitigt und kulturelle Stereotypen hinterfragt werden.

Vielfalt der Familien anerkennen

Die Organisation erklärte außerdem, dass bei den politischen Maßnahmen und der Gesetzgebung die wachsende Vielfalt der familiären Beziehungen und Sorgerechtsregelungen berücksichtigt werden müsse und vermieden werden sollte, eine Definition von Familie aufzuerlegen, die bestimmte Familienstrukturen ausschließe. Aus der fehlenden Anerkennung dieser Vielfalt ergäben sich verschiedene Formen von Diskriminierung, u. a. im Hinblick auf Geschlecht, sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und Behinderung.

Die EWL äußerte zudem große Bedenken über das Fehlen politischer Initiativen auf EU-Ebene, um Alleinerziehende, die 4,3% aller europäischen Haushalte ausmachten, zu unterstützen. Bei fast 90% der Alleinerziehenden handele es sich um Frauen und viele davon seien armutsgefährdet, da der Zugang zu Beschäftigung für Alleinerziehende aufgrund fehlender bezahlbarer und angepasster Betreuungsdienste besonders schwer sei.

Gewalt gegen Frauen muss angesprochen werden

Der EAF (Europäische Akademie für Frauen) zufolge wurde das Schlüsselthema Gewalt gegen Frauen, der Frauen in sämtlichen Bereichen ihres Lebens ausgesetzt sind, einschließlich häuslicher Gewalt und Gewalt in der Familie, in der auf EU-Ebene geführten Debatte über Familienpolitik und das Wohlergehen von Familien bisher vernachlässigt. Schätzungen zufolge wird jede fünfte Frau in Europa zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben Opfer von männlicher häuslicher Gewalt und jeden Tag sterben in Europa sieben Frauen an den Folgen männlicher häuslicher Gewalt.

Die EWL betonte, dass Gewalt gegen Frauen im familiäreren Umfeld ein Menschenrechtsthema sei, mit dem sich die staatliche Politik befassen müsse. Dieses Thema sollte sichtbarer sein, wenn auf EU-Ebene über Familienpolitik und das Wohlergehen von Familien beraten werde.

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