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Europäische Kommission fordert allgemeinen Zugang zu hochwertiger Vorschulbildung

28/02/2011

In einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung regt die Kommission die EU-Mitgliedstaaten dazu an, bei der Verbesserung ihrer politischen Maßnahmen im Bereich der Bildung und Betreuung im frühen Kindesalter zusammenzuarbeiten. Dabei fordert sie für jedes Kind einen besseren Start ins Leben, da dies die Grundlage für lebenslanges Lernen, soziale Integration, persönliche Entwicklung und berufliche Eingliederung in späteren Lebensphasen schaffe. In einer Zeit, in der schätzungsweise fast 19 Millionen europäische Kinder von Armut bedroht sind, ruft die Kommission zum Handeln auf.

Den Teufelskreis der Armut durchbrechen

Die EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, Androulla Vassiliou, erklärte: „In frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung zu investieren gehört zum Besten, was wir für unsere Kinder – und für die Zukunft Europas – tun können.“

Dabei betonte Sie, dass es viel effektiver sei, in hochwertige Vorschulbildung zu investieren, als später zu intervenieren. Dadurch erhielten Kinder bessere Chancen im Leben und langfristig könnten Mittel eingespart werden. „Den Teufelskreis von Armut und Benachteiligung zu durchbrechen bedeutet auch, dass weniger Steuergeld für Gesundheits- und Krankenhausleistungen, Nachhilfe, Sozialhilfe und Polizeiarbeit ausgegeben werden muss.“

Die Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse von kleinen Kindern zu richten sei eine gute Möglichkeit, Probleme im späteren Leben zu verhindern. Ebenso werde das Risiko verringert, dass junge Menschen die Schule abbrechen, bevor sie die Sekundarstufe abgeschlossen haben.

Ein umfassender Aktionsplan

In den meisten EU-Mitgliedstaaten beginnt die Vollzeitschulpflicht im Alter von 5 oder 6 Jahren. Bei den Kindern im Vorschulalter gibt es in den EU-Ländern große Unterschiede bezüglich der Verfügbarkeit und Bereitstellung von Vorschulbildung und Betreuungsdiensten.

Mit ihren Vorschlägen reagiert die Kommission auf ein Anliegen, das aus dem Treffen der Bildungsminister im Mai 2009 hervorgegangen war, nachdem diese den strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung angenommen hatten. Die Minister sprachen sich dafür aus, die Fortschritte bei der Verbesserung des Zugangs zu Bildung und Betreuung im frühen Kindesalter in den EU-Ländern zu messen und zu analysieren, um so die besten Verfahren zu ermitteln. Während ihres Treffens einigten sich die Minister darauf, dass 95% der Vierjährigen Zugang zu Vorschulbildung haben sollten. Der derzeitige EU-Durchschnitt liegt bei 92,3%, wobei es jedoch starke Unterschiede bei den Wochenstundenzahlen in der Vorschulbildung und der Qualität der Dienste gibt.

Der Vorschlag der Kommission zielt darauf ab, diese Zahlen zu verbessern und alle EU-Mitgliedstaaten zu ermutigen, einen allgemeinen Zugang zu hochwertiger Vorschulbildung bereitzustellen. Dieser sollte auf einer soliden Finanzierung, einer verantwortungsvollen Verwaltung und einem ganzheitlichen Ansatz für Bildung und Betreuung gründen, wobei die Bedürfnisse von Kindern in ihrer Ganzheit betrachtet werden. Es soll außerdem sichergestellt werden, dass Bildung und Betreuung für alle Kinder, einschließlich Kinder aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen und ethnischen Minderheiten wie die der Roma, zugänglich sind.

Als Priorität wird es gesehen, die Qualität der Vorschulbildung zu verbessern. Dabei müssen die Ausbildung und Qualifikationen der Beschäftigten in diesem Bereich betrachtet werden, sowie deren Gehälter und Arbeitsbedingungen. Weitere wichtige Aspekte, die in diesem Vorschlag betont werden, sind die Notwendigkeit eines altersentsprechenden Lehrplans und der Bedarf an Qualitätssicherungssystemen und Normen, um die Fortschritte in jedem Land zu beobachten.

Ausblick

Die Kommission betonte, dass sie auf EU-Ebene mit den Mitgliedstaaten zusammen arbeiten werde, um den Austausch über bewährte Maßnahmen und Verfahren zu fördern, während sie zugleich die Entwicklung innovativer Ansätze durch die Finanzierung transnationaler Projekte und Netzwerke unterstützen wird. Die Mitgliedstaaten werden dazu angeregt, in diese Bereiche über den EU-Strukturfonds zu investieren, insbesondere durch die Unterstützung bei der Aus-/Fortbildung der Beschäftigten im Bildungssektor und durch das Entwickeln einer zugänglichen Infrastruktur.

Mit diesem Vorschlag verfolgt die Kommission die Ziele der drei Leitinitiativen „Jugend in Bewegung“, „Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten“ und „Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut”, die alle Bestandteil der „Strategie Europa 2020“ sind. Des Weiteren soll hiermit zu zwei Kernzielen der „Strategie Europa 2020“ ein Beitrag geleistet werden: zum einen im Hinblick auf die Verringerung der Anzahl der Schulabbrecher auf unter 10 %, zum anderen im Hinblick auf das Ziel, mindestens 20 Millionen Menschen vom Armutsrisiko und von sozialer Ausgrenzung zu befreien.

Im Mai 2011 werden die EU-Bildungsminister über den Vorschlag der Kommission beraten.

For further information

Mitteilung der Kommission vom 17. Februar 2011 „Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung: der bestmögliche Start für alle unsere Kinder in die Welt von morgen“

 

 
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