Navigationsleiste

Weitere Extras

  • Druckversion
  • Text verkleinern
  • Text vergrößern

Anhörung zur Lage alleinerziehender Frauen im Ausschuss des Europäischen Parlaments für die Rechte der Frau

03/02/2011

Eine öffentliche Anhörung des EU-Parlamentsausschusses Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter am 31. Januar 2011 bot Gelegenheit, Expertenansichten zu den Herausforderungen, mit denen Haushalte alleinerziehender Mütter zu kämpfen haben, und ihre Ideen für konkrete Lösungen und politische Maßnahmen zur Unterstützung alleinerziehender Mütter zu hören. Die Sitzung sollte ein Beitrag für einen Bericht des Europäischen Parlaments zur Lage von alleinerziehenen Müttern sein, den die italienische EU-Abgeordnete Barbara Matera erstellen wird.

In 2009, stellten alleinerziehende Eltern rund 13% der Haushalte mit Kindern, wobei und über ein Drittel von ihnen unter der Armutsrisikogrenze lebten. Schätzungen zufolge sind beinahe 90% der alleinerziehenden Eltern Frauen, wobei die meisten zwischen 30 und 39 Jahre alt sind.

Mehr alleinerziehende Mütter von Armut betroffen

„Die Statistiken sind alarmierend. In den letzten Monaten hat die Anzahl der in Armut lebenden alleinerziehenden Mütter exponentiell zugenommen“, so Matera. „Das Europäische Parlament muss sofort handeln.“

Eine der Schattenberichterstatterinnen, die EU-Abgeordnete Zita Gurmai, sagte: „alleinerziehende Eltern benötigen unsere Aufmerksamkeit, da sie ebenso viel Verantwortung haben wie Paare, diese aber alleine tragen. Mit der Wirtschaftskrise hat sich ihre Lage noch verschlechtert.“

Mehrere Sprecher betonten den Bedarf an mehr Daten und Untersuchungen, um die Lage alleinerziehender Mütter in Europa vergleichen zu können. Sie zeigten auch, dass der Weg zur alleinerziehenden Elternschaft (ist die Person z. B. geschieden oder war sie nie verheiratet und hat der Partner sie verlassen) untersucht werden muss.

Online-Befragung europäischer Mütter

Im Verlauf der Anhörung stellte MMM Europe (Mouvement Mondial des Mères-Europe – internationale Mütterbewegung-Europa) eine einmalige Befragung von über 11 000 Müttern vor, die sich bereit erklärt hatten, den Fragebogen zu beantworten. Als sie die Gelegenheit erhielten, eine Botschaft an die europäischen Politiker zu richten, brachten viele Mütter ihre Anliegen hinsichtlich anderer Aspekte der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Ausdruck, darunter Mutterschafts- und Elternurlaub, flexible Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen, die Verfügbarkeit von Teilzeitarbeit und die Übereinstimmung von Arbeitszeiten und Stundenplänen und Ferienplänen, damit Kinder und Jugendliche nicht sich selbst überlassen oder auf der Straße bleiben, während die Eltern bzw. das alleinerziehende Elternteil arbeiten.

Auch gaben 94% der befragten Mütter an, dass es „sehr wichtig“ oder „wichtig“ sei, die Wahl zu haben, selbst für sein Kind zu sorgen oder auf eine qualitativ hochwertige öffentliche Kinderbetreuung zurückzugreifen.

Sexualerziehung braucht Anschub

Die Europa-Abgeordnete Britta Thomsen betonte die Bedeutung der Sexualerziehung für die Jugendlichen und findet, dass sie derzeit nicht genügend Vorrang erhält. Sie zeigte, dass es im Vereinigten Königreich, in Malta und Irland zahlreiche Teenager-Schwangerschaften gibt und diese Zahlen auch in Dänemark steigen. „Wir benötigen Untersuchungen zu Teenager-Schwangerschaften, da Mütter im Alter von 16 oder so durchaus nicht in der Lage sein können, für ihr Kind zu sorgen“, sagte sie.

Zu den weiteren in der Debatte vorgebrachten Ideen gehörte, dass der Staat als Garant handeln solle, wenn ein Mann [der seine Partnerin verlässt] nicht in der Lage ist, Geld für die Betreuung des Kindes (oder der Kinder) zu zahlen, dass niedrigere MWST-Sätze für Produkte und Dienste für Kleinkinder gelten sollten (wie es im VK der Fall ist) und Mütter bei lokalen politischen Entscheidungen mit einbezogen werden sollten.

Subscribe
Unsubscribe