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Frankreich erlässt neues Gesetz für Kinderbetreuer

10/12/2010

Am 9. Juni 2010 verabschiedete der französische Senat ein neues Gesetz, das die Einrichtung von Kinderbetreuungshäusern (maisons d’assistants maternels) ermöglicht, in denen Kinderbetreuungsdienste von mehreren Kinderbetreuern an einem Ort bereitgestellt werden. Das Gesetz zielt darauf ab, die Verfügbarkeit und Flexibilität der Kinderbetreuungsdienste, die für Eltern bereit gestellt werden, zu erhöhen.

Neue Kinderbetreuungshäuser mit mehreren Kinderbetreuern

In Frankreich besitzen ausgebildete Kinderbetreuer (assistants maternels), auch bekannt als Tagesmütter/-väter, ein staatliches Diplom und sind regelmäßigen Kontrollen unterworfen. Normalerweise betreuen sie die ihnen anvertrauten Kinder entweder bei sich zu Hause oder in der Wohnung bzw. im Haus der Eltern der Kinder. Dabei können sie bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreuen.

Diese Form der Kinderbetreuung wird gewöhnlich für Kinder bis zum Alter von sechs Jahren angeboten. Eltern können finanzielle Unterstützung von der Familienbeihilfekasse (Caisse d’allocations familiales - CAF) oder der Gegenseitigkeitskasse der Sozialversicherung in der Landwirtschaft (Mutualité sociale agricole - MSA) erhalten, die die Kosten für die Lohnsteuer des Kinderbetreuers und bis zu 85% seines Gehalts (abhängig vom Einkommen der Familie) deckt.

Mit dem neuen Gesetz wird die Einrichtung von Kinderbetreuungshäusern ermöglicht, in denen bis zu vier Kinderbetreuer zusammen in einer Räumlichkeit bis zu jeweils vier Kinder betreuen können. Dabei wird jedes Kind zwar nur einem Kinderbetreuer zugeteilt, jedoch können es Eltern in diesem neuen System erlauben, dass ihr Kind vorübergehend von einem anderen Kinderbetreuer desselben Kinderbetreuungshauses betreut wird.

Mehr Flexibilität und Verfügbarkeit

Die Kinderbetreuungshäuser wurden in den letzten zehn Jahren bereits in mehreren französischen Departements getestet. Durch den Zusammenschluss mehrerer Kinderbetreuer an einem Ort wird den Eltern mehr Sicherheit geboten.

Darüber hinaus bedeutet die erhöhte Flexibilität aufgrund der Möglichkeit der vorübergehenden Übertragung der Verantwortung für ein Kind auf einen der anderen Kinderbetreuer, dass die Kinderbetreuungsdienste für eine längere Anzahl Stunden angeboten werden können. Dies soll Eltern zugute kommen, die lange und unregelmäßige Arbeitszeiten haben.

Die Einrichtung dieser neuen Kinderbetreuungshäuser steigert außerdem die Verfügbarkeit von Kinderbetreuung, da Kinderbetreuer, deren eigenes Zuhause den Bestimmungen für derartige Dienste nicht entspricht, auf diese Weise einen Betreuungsort erhalten. Neue Kinderbetreuungsdienste können hierdurch beispielsweise in Gebieten, wo es bisher aufgrund des geringen Bedarfs nicht möglich war, bereit gestellt werden, wie beispielsweise in ländlichen Gebieten ohne finanzielle Mittel zur Unterstützung einer Kindergrippe.

Bedarf an mehr Kinderbetreuungsplätzen

Frankreich müsste zwischen 300 000 and 400 000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze einrichten, um dem heutigen Bedarf gerecht zu werden. Die französische Regierung hat sich bereits dazu verpflichtet, fast 1,5 Milliarden Euro aufzuwenden, um bis 2012 rund 200 000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren einzurichten (100 000 in Kindergrippen und 100 000 bei Kinderbetreuern).

Ausführliche Informationen zu den Kinderbetreuungsdiensten in Frankreich sind auf der Website mon-enfant.fr erhältlich, die vor Kurzem von der Familienbeihilfekasse (Caisse nationale d’allocations familiales - CNAF) eingerichtet wurde.

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