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COFACE Europäische Familienkonferenz zu den Möglichkeiten, die Situation von europäischen Familien zu verbessern

08/11/2010

Am 14. und 15. Oktober trafen sich Vertreter der europäischen Institutionen und von Nichtregierungsorganisationen sowie politische Entscheidungsträger in Brüssel zur Konferenz „Soziale Eingliederung von Familien und EU-Strategien: Wo stehen wir?“.

Zielsetzung hierbei war es, die Familienpolitik der EU zu betrachten und einen Fahrplan für ein Europa der sozialen Eingliederung zu erstellen. Die Konferenz wurde von COFACE, dem Bund der Familienorganisationen in der EU, in Zusammenarbeit mit der belgischen EU-Ratspräsidentschaft im Rahmen des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2010 organisiert.

Die Notwendigkeit, die Familie in den Mittelpunkt der EU-Politik zu stellen, sowie die Rolle der EU bei der Bekämpfung von Familienarmut und sozialer Ausgrenzung wurden mit Hilfe von Video-Erfahrungsberichten, Beiträgen von Experten im Bereich der Familienpolitik und interaktiven Workshops behandelt.

Schwierige Zeiten für Familien

Aufgrund des derzeitigen Konjunkturrückgangs sind Millionen von Familien in ganz Europa von Armut bedroht. In den meisten Ländern steigt die Arbeitslosenquote und die Löhne und Gehälter sinken insgesamt. In Anbetracht der hohen Haushaltsdefizite kürzen die Regierungen ihre Ausgaben für Familienleistungen wie etwa in den Bereichen Gesundheit, Kinderbetreuung, Mutterschafts- und Erziehungsurlaub. Die wachsende Bedeutung sozialer Unsicherheit geht einher mit dem schrittweisen Älterwerden der europäischen Bevölkerung und den sinkenden Geburtenraten.

„In der Europäischen Union sind heute 84 Millionen Menschen von Armut bedroht. Das sind 16% der Bevölkerung. 10 Millionen davon sind Kinder. Diese Situation ist im Europa des 21. Jahrhunderts unhaltbar“, bekräftigte László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, in seiner Eröffnungsrede. „Diese Zahlen werden in der Zukunft voraussichtlich steigen“, warnte er.

Ludo Horemans vom Europäischen Netzwerk gegen Armut (EAPN) betonte darüber hinaus, dass Frauen, Kinder, alte Menschen und alleinerziehende Mütter oder Väter am gefährdetsten sind. Er wies außerdem darauf hin, dass Einkommensunterschiede sich verstärken und 8% der Berufstätigen in Armut leben.

Strategie ''Europa 2020'' um Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen

László Andor erinnerte an das große Engagement der Europäischen Kommission in den Bereichen Solidarität, soziale Gerechtigkeit und stärkere Eingliederung von Familien.

Darüber hinaus betonte er, dass die Kommission die Lücken beim Anspruch auf Betreuungsurlaub, besonders Vaterschaftsurlaub und Beurlaubung zur Pflege von Familienmitgliedern, untersuchen werde. Für die Periode 2007 bis 2013 ist eine halbe Milliarde Euro aus den Strukturfonds für die Entwicklung von Kinderbetreuungseinrichtungen verfügbar sowie weitere 2,4 Milliarden Euro für Maßnahmen, die Frauen den Zugang zu Beschäftigung und die Vereinbarung von Beruf und Familie erleichtern, darunter der Zugang zu Kinderbetreuung.

Die Teilnehmer sprachen sich für die jüngste Entscheidung aus, die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung zu einem der Hauptthemen der Strategie ‘Europa 2020‘ zu machen. Ziel hierbei ist es, 20 Millionen Menschen bis 2020 von Armut zu befreien. Die Kommission schlug vor, im Rahmen dieser Strategie eine Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung einzurichten - eine Leitinitiative zur Förderung des integrativen Wachstums der EU.

Umfassende EU-Strategie im Bereich der Familienpolitik notwendig

Die Konferenzteilnehmer betonten die Notwendigkeit einer koordinierten EU Strategie im Bereich der Familienpolitik sowie eines umfassenden Programms zur Unterstützung von Familien, besonders der ärmsten und gefährdetsten unter ihnen.

Die Sicherstellung eines Mindesteinkommens, die Einführung von Instrumenten auf EU Ebene für eine bessere finanzielle Unterstützung für Familien sowie die Verbesserung des Zugangs zu bezahlter Arbeit und zu Dienstleistungen wurden als entscheidende Maßnahmen identifiziert, um die Lebensbedingungen von Familien und Kindern zu verbessern.

Es bestand weitgehende Einigkeit darüber, dass sich die EU verstärkt für die Förderung von längerem und besser bezahltem Mutterschafts- und Erziehungsurlaub, flexibleren Arbeitszeitregelungen und der Rolle der Männer in den Familien einsetzen sollte, damit die Vereinbarung von Beruf und Familie für Eltern, besonders für Mütter, verbessert wird.

Die Konferenzteilnehmer wiesen außerdem auf die Bedeutung von ausreichenden, geeigneten und hochwertigen Betreuungsleistungen wie Kinderbetreuung, Altenpflege und Betreuung von Behinderten hin, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Hilfsbedürftigen und ihrer Familien zu bewahren.

Ein Blick in die Zukunft -  2014 Europäisches Jahr der Familien?

COFACE forderte die Entscheidungsträger der europäischen Institutionen dazu auf, 2014 zum Europäischen Jahr der Familien auszurufen. 2014 findet auch das zwanzigjährige Jubiläum des Internationalen Jahres der Familie statt.

Miklos Soltesz, ungarischer Minister für Soziale Angelegenheiten bekräftigte das Engagement seines Landes für Familien. „Während der ungarischen Ratspräsidentschaft werden Familien im Mittelpunkt stehen, wobei der demografische Aspekt besonders hervorgehoben werden soll“, so Minister Soltesz. „Wir werden nicht nur die COFACE-Initiative, 2014 zum Europäischen Jahr der Familien zu ernennen, unterstützen, sondern werden dieses Thema auch während unserer Ratspräsidentschaft entschlossen verteidigen.“

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