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Neue „Auch für Papas!“-Kampagne in Belgien

23/09/2010

Die Geschlechterkluft im Elternurlaub

In Belgien haben Väter Anrecht auf 10 Tage Vaterschaftsurlaub. Darüber hinaus haben sie das Recht, sich drei Monate als Elternurlaub frei zu nehmen, oder sechs Monate bei 50% Teilzeit, oder sogar 15 Monate, in denen sie zu 80% arbeiten. Außerdem dürfen Väter „crédit-temps“ (Zeitguthaben) nutzen, um ein Jahr oder länger bei 50% oder 80% Teilzeit zu arbeiten.Die Zahl der Eltern, die Elternurlaub in Anspruch nehmen, hat sich von rund 1000 im Jahr 2002 auf über 8000 im Jahr 2008 erhöht. Allerdings machen Väter noch immer weniger Gebrauch von Elternurlaub oder Zeitguthaben als Frauen.

Einer der Gründe dafür ist der FPS zufolge das stereotype Rollenbild von Frau und Mann. Ein weiterer Faktor – für die meisten Paare – ist die Tendenz, dass derjenige Elternteil, der weniger verdient, am meisten Elternurlaub nimmt, und das ist aufgrund des geschlechtsspezifischen Lohngefälles in der Regel die Mutter. Beide Faktoren sind gewissermaßen selbstverstärkend: Wenn Frauen mehr mit Kinderbetreuung und Familie zu tun haben, während Männer sich mehr einer bezahlten Arbeit widmen, verstärkt dies sowohl die Stereotypen als auch das geschlechtsspezifische Lohngefälle.

Eine Kampagne zur Veränderung der Einstellungen und der Politik

Das Ziel dieser FPS-Kampagne besteht darin, Vätern vor Augen zu führen, dass die Inanspruchnahme ihres Rechts auf Vaterschaftsurlaub wichtig ist. Die Kampagne weist darauf hin, dass die Präsenz in der Familie eine Voraussetzung dafür ist, gute Beziehungen mit seinen Kindern aufzubauen, und erkennt durchaus an, dass dies für viele Männer zunehmend Vorrang hat. Mehr Information und mehr Flexibilität in der Arbeitszeit werden hoffentlich die Gleichstellung von Männern und Frauen sowohl in der Familie als auch auf dem Arbeitsmarkt fördern und zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen.

Die FPS will stereotype Rollenbilder in Frage stellen und Veränderungen in der maskulinen Identität und der aktuellen Verteilung von Familien- und Kinderbetreuungsaufgaben in Gang bringen.

Die Kampagne umfasst Sensibilisierungsaktionen und andere Aktivitäten – wie etwa Poster, Prospekte, eine Informationsbroschüre und Online-Videos – in Bezug auf Elternurlaub.

Außerdem hat die FPS auch Simulationen von Familieneinkommen unter verschiedenen Umständen vorgenommen, um Familien zu zeigen, dass Väter es sich leisten können, mehr Elternurlaub zu nehmen.

Auch ein Wettbewerb wird im Rahmen der Kampagne veranstaltet: Das beste Foto mit der besten Schlagzeile zum Thema „Warum Väter sich dafür entscheiden, ihren Elternurlaub zu nehmen“ gewinnt einen einwöchigen Urlaub für vier Personen in Südfrankreich.

Der Erfolg der Kampagne hängt indes auch von politischen Entscheidungen ab; die FPS setzt sich für eine Verdopplung des Elternurlaubs und für eine bessere Entschädigung für entgangenen Lohn ein.

Noch in den Anfängen

Die Kampagne mit dem Titel „Papas, osez l’aventure!“(in etwa “Traut euch, Väter!“) wurde im Juni 2010 gestartet. Es ist also noch zu früh, über greifbare Ergebnisse zu sprechen. Die FPS hofft, dass sie ein erster Schritt auf dem Weg zu höheren Vaterschaftsbeihilfen sein und zu einer besseren Verteilung des Elternurlaubs zwischen Müttern und Vätern beitragen wird.

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