Navigationsleiste

Weitere Extras

  • Druckversion
  • Text verkleinern
  • Text vergrößern

Seminar über die Unterstützung alleinerziehender Eltern in der EU

21/06/2010

In welcher Situation sind Ein-Eltern-Familien in der EU? Was tun verschiedene Länder, um diese Familien zu unterstützen und ihnen zu helfen, auf dem Arbeitsmarkt präsent zu bleiben? Ein Seminar, das kürzlich im Rahmen dieses Europäischen Jahres 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung von der Europäischen Allianz für Familien organisiert wurde, hat sich mit diesen Fragen befasst. Das Seminar mit dem Titel „Supporting Lone Parents: How to Best Integrate Them into the Labour Market?“ (Alleinerziehende Eltern: Wie kann man sie am besten in den Arbeitsmarkt integrieren?) fand am 2. Juni 2010 in Brüssel statt und brachte Vertreter der Europäischen Kommission, von EU-Mitgliedstaaten und NRO zusammen.

Die Situation alleinerziehender Eltern in der EU

Der erste Teil des Seminars war einem Überblick über das Phänomen alleinerziehender Eltern in Europa und einer Studie der Europäischen Kommission mit dem Titel „Armut und soziale Ausgrenzung von alleinerziehenden Eltern“ gewidmet.

„Es gibt in der Union immer mehr alleinerziehende Eltern, und sie sind verletzlicher als andere Arten von Familien“, betonte Marie-Anne Paraskevas von der GD Beschäftigung der Europäischen Kommission.

Nach der Studie leben knapp 20% der europäischen Kinder in Ein-Eltern-Haushalten und ihr Armutsrisiko ist fast doppelt so hoch wie das durchschnittliche Armutsrisiko für alle Kinder (34% gegenüber 19%). Paraskevas verwies auf die Gründe, aus denen Ein-Eltern-Familien entstehen und gab zu bedenken, dass in den Mittelmeerländern die meisten alleinerziehenden Eltern verwitwet sind, während in den anderen Mitgliedstaaten der EU Scheidung oder Trennung die Hauptursache ist.

Paraskevas betonte auch, dass die große Mehrheit der alleinerziehenden Eltern Frauen sind, für die es schwierig ist, ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten und nicht von Sozialhilfe abhängig zu werden. Wegen fehlender Betreuungsmöglichkeiten müssen sich alleinerziehende Mütter häufig zwischen Beschäftigung oder Kinderbetreuung zu Hause entscheiden. Daher sollten ihr zufolge Unterstützungspolitiken auf alleinerziehende Eltern und ihre Kinder ausgerichtet werden, durch finanzielle Hilfe, Sozialdienstleistungen und eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt.

Bestehende Maßnahmen zur Unterstützung von Ein-Eltern-Familien

Des Weiteren wurden drei sehr unterschiedliche Systeme zur Unterstützung alleinerziehender Eltern vorgestellt. Jane Hall vom britischen Ministerium für Arbeit und Renten wies darauf hin, dass das Vereinigte Königreich zu den EU-Mitgliedstaaten mit dem höchsten Anteil an alleinerziehenden Eltern zählt und über die Hälfte von ihnen arbeitslos ist. Sie führte aus, dass die britische Regierung dieses Problem durch Maßnahmen wie persönliche Beratung und Steuerkredite sowie durch ein auf Freiwilligkeit basierendes Regierungsprogramm angeht, das alleinerziehende Eltern zur Arbeitssuche ermutigen soll.

Monique Kuunders vom niederländischen Jugendinstitut sagte, dass niederländische alleinerziehende Mütter mehr arbeiten als früher und jetzt längere Arbeitszeiten haben, wodurch es für sie schwierig ist, Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu finden. Von alleinerziehenden Eltern, die von der öffentlichen Hand unterstützt werden, wird erwartet, dass sie entweder arbeiten oder aktiv einen Arbeitsplatz suchen. Anfang 2009 wurden die Rechtsvorschriften abgemildert und gleichzeitig wurden die betroffenen Eltern zur Teilnahme an Ausbildungskursen ermutigt.

Phillipe Steck vom französischen Nationalen Familienfonds sprach über die speziellen Leistungen für alleinerziehende Eltern in Frankreich und ein vor kurzem intensiviertes Programm mit dem Titel „Von der Sozialhilfe in die Beschäftigung“, das darauf abzielt, derartige Leistungen – die häufiger Gegenstand von Betrug sind als andere Beihilfen – strenger zu kontrollieren.

Im Anschluss an die Vorträge fand eine Diskussion statt, in der andere Vertreter über die Situation alleinerziehender Eltern in ihren Ländern sprachen. Die Maßnahmen, die zur Unterstützung alleinerziehender Eltern eingeführt wurden, umfassen beispielsweise eine großzügige allgemeine Beihilfe in Irland und Programme für alleinerziehende Eltern (Bildung und Berufsberatung) in Dänemark. Andere Länder (Rumänien, Zypern) werden Leistungen für alleinerziehende Eltern einführen. In der Slowakei, der Tschechischen Republik, Lettland und Österreich hingegen bestehen keine speziellen Maßnahmen.

For further information

Subscribe
Unsubscribe