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Abschätzung der Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Familien in Europa

31/03/2010

Inwiefern wirkt sich die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Strategien aus, mit denen Europa die demografische Alterung und die rückläufige Geburtenrate bewältigen möchte? In welchem Maße sind die europäischen Familien betroffen? Dies waren die Fragen, die am 22. Februar auf einem Seminar der Europäischen Kommission mit dem Titel „Die Auswirkungen der Krise auf die Fähigkeit der Mitgliedstaaten, auf die Herausforderungen des demografischen Wandels zu reagieren”, an dem Experten und Vertreter der Europäischen Kommission, der EU-Mitgliedstaaten, von NRO sowie von Familienverbänden teilnahmen, erörtert wurden.

Inwiefern wirkt sich die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Strategien aus, mit denen Europa die demografische Alterung und die rückläufige Geburtenrate bewältigen möchte? In welchem Maße sind die europäischen Familien betroffen? Dies waren die Fragen, die am 22. Februar auf einem Seminar der Europäischen Kommission mit dem Titel „Die Auswirkungen der Krise auf die Fähigkeit der Mitgliedstaaten, auf die Herausforderungen des demografischen Wandels zu reagieren”, an dem Experten und Vertreter der Europäischen Kommission, der EU-Mitgliedstaaten, von NRO sowie von Familienverbänden teilnahmen, erörtert wurden. 

Notwendigkeit einer stärkeren öffentlichen Unterstützung für Familien

Das Seminar bot eine Reihe von Beiträgen, in denen sich die teilnehmenden europäischen Experten mit den Auswirkungen der Krise auf die öffentlichen Finanzen, die Beschäftigungslage, die Geburtenrate und die öffentliche Unterstützung für Familien befassten.

„Wir müssen die Unterstützung für Familien unbedingt intensivieren, wenn wir etwas gegen unsere äußerst niedrigen Geburtenraten, die sich durch die Rezession und die dadurch hervorgerufene wirtschaftliche Unsicherheit potenzieller Eltern noch weiter vermindern dürften, unternehmen möchten“, betonte der neue für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten zuständige EU-Kommissar László Andor in seiner Eröffnungsrede.

Andere Redner legten das Augenmerk auf den steilen und kontinuierlichen Anstieg der öffentlichen Schulden in ganz Europa, die hohe Arbeitslosenrate, die Zunahme von Kurzzeitverträgen und die Arbeitszeit- und Lohnkürzungen, von denen am häufigsten junge Menschen sowie niedrig qualifizierte Arbeitnehmer und Arbeitsmigranten betroffen seien. Außerdem seien Männer häufiger vom Wirtschaftsabschwung betroffen als Frauen.

Anna Cabre vom Zentrum für demografische Studien in Barcelona sagte, es sei noch zu früh, die Folgen der Krise auf die Geburtenrate zu bewerten. Auf die Lebenserwartung werde sich die Krise jedoch nicht auswirken. Es sei wichtig, vor allem in den Ländern, in denen die Krise ganz besonders hart zugeschlagen habe, Familien auch weiterhin mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen. 

Familien von der Krise besonders stark betroffen

Bei einem am Nachmittag abgehaltenen Workshop, bei dem die Auswirkungen der Krise auf die Unterstützung für Familien und die Geburtenraten im Mittelpunkt des Interesses standen, machten mehrere Experten und Vertreter von NGO und EU-Regierungen darauf aufmerksam, dass es bereits frühe Anzeichen dafür gebe, dass die Krise schwerwiegende Auswirkungen auf die Familien haben werde.

„Familien in ganz Europa leiden unter der hohen Arbeitslosenrate und der allgemeinen Abnahme des Einkommensniveaus – insbesondere allein erziehende Elternteile, was häufig allein erziehende Mütter bedeutet“, warnte COFACE-Referentin Céline Simonin. Wichtig seien weitreichende Bemühungen zur Bekämpfung der Ausgrenzung im Wohnungsbereich sowie zur Unterstützung gefährdeter Familien durch spezifische Leistungs- und Mindesteinkommensregelungen.

Außerdem wiesen die Experten und Regierungsvertreter darauf hin, dass einige Länder, die mit hohen Haushaltsdefiziten zu kämpfen haben, Familienleistungen abbauten. So würden zum Beispiel in Litauen, Lettland und Estland direkte Familienleistungen gestrichen und Vorschriften über Mutterschafts- und Elternurlaub außer Kraft gesetzt. Die Krise betreffe dabei nicht nur Familien mit einem niedrigen, sondern auch Familien mit einem mittleren Einkommen. Sie stünden einem Abbau von Arbeitsplätzen, verkürzten Arbeitszeiten, einem Verlust von Bonuszahlungen, höheren Hypothekenzinsen und steigenden Energiepreisen gegenüber.

Es wurde auch hervorgehoben, dass viele europäische Länder positive Initiativen ergriffen hätten, um die sozialen Auswirkungen der Krise abzuschwächen. Diese umfassten oftmals punktuelle und vorübergehende Maßnahmen gegen finanzielle Ausgrenzung, eine Erhöhung der Leistungen und Renten, zusätzliche Unterstützung für bedürftige Haushalte sowie Maßnahmen zur Verhinderung von Obdachlosigkeit und für einen besseren Zugang zu angemessenem Wohnraum.

Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Geburtenrate waren die meisten Teilnehmer der Meinung, dass, obwohl es noch zu früh sei, die kurzfristigen Auswirkungen vorauszusagen, es sehr wahrscheinlich sei, dass die Krise die Geburtenraten langfristig negativ beeinflussen werde. Dies dürfte insbesondere auf die Länder zutreffen, die von der Krise am meisten betroffen seien. Dort rechneten die Familien mit einer Verschlechterung der finanziellen Lage und blickten deshalb ohne Zuversicht in die Zukunft.

 

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