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Forschungsnetzwerk untersucht Bevölkerungsentwicklung und Elternurlaub in Mittel- und Osteuropa

01/09/2009

Urlaubspolitik – im Kontext der Familienpolitik – stand auf dem sechsten Jahresseminar des International Network on Leave Policies & Research (Internationales Netzwerk zu Urlaubspolitik & -forschung) an der Karls-Universität in Prag am 10. und 11. September ganz oben auf der Agenda. Das 2004 gebildete Netzwerk hat Mitglieder aus mehr als 25 Ländern, hauptsächlich in Europa, aber auch aus Australien, Kanada und den Vereinigten Staaten. Die Koordinierung des Netzwerks liegt in Händen von Dr. Fred Deven (Zentrum für Bevölkerungs- und Familienstudien der flämischen Regierung, Brüssel) und Professor Peter Moss (Institute of Education University in London).

Urlaubspolitik – im Kontext der Familienpolitik – stand auf dem sechsten Jahresseminar des International Network on Leave Policies & Research (Internationales Netzwerk zu Urlaubspolitik & -forschung) an der Karls-Universität in Prag am 10. und 11. September ganz oben auf der Agenda. Das 2004 gebildete Netzwerk hat Mitglieder aus mehr als 25 Ländern, hauptsächlich in Europa, aber auch aus Australien, Kanada und den Vereinigten Staaten. Die Koordinierung des Netzwerks liegt in Händen von Dr. Fred Deven (Zentrum für Bevölkerungs- und Familienstudien der flämischen Regierung, Brüssel) und Professor Peter Moss (Institute of Education University in London).

„Unsere Mitglieder treffen sich ein Mal pro Jahr, um Wissen, Forschungsergebnisse und länderübergreifende Analysen über Bevölkerungsfragen, Mutterschafts-, Vaterschafts- und Elternurlaub, aber auch über Urlaub zwecks Betreuung kranker oder behinderter Verwandter auszutauschen“, erklärte Koordinator Fred Deven. „Wir arbeiten auch gemeinsame Veröffentlichungen aus, etwa Sonderausgaben von Zeitungen und Büchern, und entwickeln länderübergreifende Forschungsvorschläge.“

Dramatischer Rückgang der Fertilitätsraten

Am ersten Tag ging es in den Vorträgen und Diskussionen um aktuelle demografische Trends und Familienpolitiken in Mittel- und Osteuropa, mit besonderem Schwerpunkt auf der Situation in der Tschechischen Republik. Ferner wurden Übersichten über Urlaubspolitik und -forschung in Deutschland, Finnland und Russland präsentiert.

Die Moderatoren wiesen darauf hin, dass sich in der Bevölkerungszusammensetzung und damit auch in den Formen der Familienbildung in den mittel- und osteuropäischen Ländern seit dem Übergang zur Marktwirtschaft ein erheblicher Wandel vollzogen habe.

„Die beunruhigendste Entwicklung in der gesamten Region ist die rückläufige Geburtenrate“, erklärte Jitka Rychtaříková, Demografie-Professorin an der Karls-Universität in Prag. Die Frauen dort haben durchschnittlich 1,3 Kinder – und lediglich 1,2 in der Slowakei –, verglichen mit 1,5 für die gesamte EU. „Es gibt noch weitere Merkmale, die allen Ländern der Region gemein sind: der Trend hin zu späten und weniger Geburten, ein ernster Mangel an formeller Kinderbetreuung und Elternurlaubsregelungen, die Frauen dazu ermutigen, zu Hause zu bleiben und sich um ihre Kinder zu kümmern, anstatt die Vereinbarung von Beruf und Familie zu erleichtern, und Väter kaum einbeziehen“, führte sie aus.

Daniel Erler aus Deutschland ging auf die Auswirkungen größerer Veränderungen ein, die kürzlich im Zusammenhang mit Elternurlaub in Deutschland stattgefunden haben, vor allem im Hinblick auf die Inanspruchnahme durch Väter. Minna Salmi aus Finnland gab einen Überblick über Urlaubspolitiken und machte auf die umfassende Forschung über Elternurlaub in diesem Land aufmerksam, darunter auch Studien über Formen der Arbeitsorganisation.

Die EU: Verlängerung des Elternurlaubs

Am zweiten Tag befassten sich die Teilnehmer mit den Kosten und wirtschaftlichen Aspekten von Urlaubspolitiken und der Frage, was die EU im Bereich von Urlaubs- und Familienangelegenheiten tut. Margaret O’Brien aus dem Vereinigten Königreich berichtete über eine Studie zur Feststellung der Kosten einer effektiven Urlaubspolitik (rund 0,5 % des BIP), während Jannke Plantenga aus den Niederlanden auf Belegmaterial über Kosten und Nutzen von Urlaubspolitiken einging. Die Vorträge beinhalteten auch ein Follow-up zum Vorschlag der Europäischen Kommission bezüglich eines neuen Gesetzes über Elternurlaub. Der gemeinsam mit den europäischen Sozialpartnern ausgehandelte Vorschlag wird – die Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten vorausgesetzt – den Mindesturlaub für jeden Elternteil von drei auf vier Monate verlängern.

„Diese Maßnahme soll eine angemessene Urlaubsflexibilität ermöglichen und gleichzeitig eine ausgewogenere Inanspruchnahme des verfügbaren Urlaubs zwischen Müttern und Vätern fördern“, erklärte Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit, der bei dem Seminar anwesend war. Kommissar Špidla begrüßte die Vereinbarung und unterstrich die Bedeutung flexibler Elternurlaubsregelungen bei den Bemühungen um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit, insbesondere für Frauen.

 

For further information

Der vom Netzwerk verfasste internationale Bericht 2009 über Urlaubspolitik und -forschung wurde nun veröffentlicht. Vorträge vom Seminar werden in Kürze auf der Website des „Leave“-Netzwerks verfügbar sein.

 
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