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Berlin stellt Kinderarmut in Europa in den Brennpunkt

01/12/2009

Am 31. August und 1. September 2009 fand in Berlin das Symposium „Kinderarmut – eine europäische Herausforderung“ statt, das von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen e.V. (AGF) organisiert wurde. Die Veranstaltung brachte mehr als 100 Teilnehmer aus 17 europäischen Ländern zusammen, darunter Vertreter von NRO, Familienorganisationen und nationalen Regierungen, sowie EU-Beamten.

Am 31. August und 1. September 2009 fand in Berlin das Symposium „Kinderarmut – eine europäische Herausforderung“ statt, das von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen e.V. (AGF) organisiert wurde. Die Veranstaltung brachte mehr als 100 Teilnehmer aus 17 europäischen Ländern zusammen, darunter Vertreter von NRO, Familienorganisationen und nationalen Regierungen, sowie EU-Beamten.

 

19 Millionen europäische Kinder von Armut bedroht

Am ersten Tag ging es bei den Vorträgen und Diskussionen um viele verschiedene Themen, von den aktuellen Armutsquoten von Kindern und Jugendlichen in der EU, über Instrumente und Methoden zur Messung von Kinderarmut auf nationaler und internationaler Ebene bis zu Kinderarmut und Kinderrechten aus der Sicht des Kindes.

„Derzeit leben 19 Millionen Kinder in der EU in Armut und sind vielen Formen der Ausgrenzung ausgesetzt“, sagte Edith Schwab, Vorsitzende der AGF in ihrer Eröffnungsrede. „Kinder, die in Ein-Eltern-Familien, Familien mit niedrigem Einkommen oder Großfamilien leben, sowie Kinder mit Migrationshintergrund sind am stärksten betroffen.“ Frau Schwab warnte im Übrigen davor, dass die Zahl der in Armut lebenden Kinder angesichts der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise in vielen EU-Ländern voraussichtlich noch steigen wird.

Die Teilnehmer wiesen darauf hin, dass bis zur Beseitigung der Kinderarmut in der EU noch ein langer Weg zu gehen sei. Die Armutsquoten in der EU variieren erheblich, von niedrigen Niveaus in den skandinavischen Ländern (13 % in Dänemark, 15% in Schweden) bis zu sehr hohen Niveaus in anderen, etwa 36 % in Portugal oder 42 % in Rumänien.

Die EU-Strategie gegen Kinderarmut

Im Mittelpunkt des zweiten Tages stand die EU-Strategie im Kampf gegen Kinderarmut, ihre Instrumente, aber auch ihre Grenzen. In den letzten Jahren hat sich die Europäische Union zunehmend mit dem Problem der Kinderarmut befasst, was auch in der Entscheidung, 2010 zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung zu erklären, zum Ausdruck kommt.

Antonia Carparelli vom Referat Soziale Eingliederung der Europäischen Kommission gab einen umfassenden Überblick über die EU-Strategie zur Bekämpfung der Armut und sozialen Ausgrenzung von Kindern. Frau Carparelli bekräftigte das Engagement der EU im Kampf gegen die Armut und soziale Ausgrenzung von Kindern und erläuterte die Offene Methode der Koordinierung im Bereich der Sozialpolitik – ein Mechanismus, der dazu dient, die Agenda zur Bekämpfung der Kinderarmut zu koordinieren und voranzubringen. Ferner betonte sie, dass die EU-Mitgliedstaaten in den Berichten 2006-2008 dafür eingetreten seien, ein strategisches, integriertes und langfristiges Konzept zur Vermeidung und Inangriffnahme der Armut und sozialen Ausgrenzung von Kindern zu entwickeln. Allerdings wies sie auch darauf hin, dass „die Einhaltung gemeinsamer Ziele nach wie vor eine Herausforderung für viele Länder“ darstelle.

Der Weg voraus

Ferner wurde über ein von der AGF verfasstes Positionspapier diskutiert, das sich mit wichtigen Bereichen im Kampf gegen Kinderarmut befasste und Maßnahmen empfahl, die von nationalen Regierungen und der EU ergriffen werden sollten.

Die Teilnehmer des Symposiums sprachen sich für einen ganzheitlichen, auf Kinder ausgerichteten Ansatz zur Inangriffnahme der Kinderarmut aus, der gleiche Bildungschancen ungeachtet des sozialen Hintergrunds sicherstellt und Kindern und ihren Eltern erlaubt, sich im Entscheidungsprozess Gehör zu verschaffen.

Unter anderem wurde empfohlen, EU-weit das Ziel festzulegen, die Kinderarmut bis 2020 um 50 % zu verringern, und die Indikatoren zur Messung und Bewertung der Kinderarmut zu verbessern und gezielter auf die echten Probleme auszurichten, mit denen Kinder und ihre Eltern konfrontiert sind, vor allem in den am stärksten gefährdeten Gruppen. Die Agenda, das Positionspapier und die Vorträge werden in Kürze auf der Website der 
Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen e.V. (AGF) verfügbar sein.

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