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Mitgliedstaaten tauschen Meinungen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus

15/10/2009

Die EU-Mitgliedstaaten testen vielfältige und verschiedene Ansätze, um Eltern zu helfen, zu einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen Beruf und Familie zu gelangen. Beispiele für die auf nationaler Ebene benutzten experimentelle Maßnahmen – und breitere nationale Perspektiven – wurden auf einem Seminar in Rom am 9. Oktober 2009 vorgestellt, das vom italienischen Ministerium für Familienangelegenheiten in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission veranstaltet wurde. Das Treffen fand innerhalb des Rahmenwerks der EU-Expertengruppe für demografische Angelegenheiten statt.

 

Neues italienisches Gesetz, um Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu helfen

Die morgendliche Sitzung dieses Peer-Review-Workshops war Artikel 9 des italienischen Gesetzes 53 gewidmet, das 2000 eingeführt wurde und der Umsetzung der EU-Direktive 1996 zum Elternurlaub dient. Eröffnungsrednerin Francesca Pelaia von der italienischen Regierungsstelle, die sich mit Familienpolitik befasst, gab zu verstehen, dass dieses Gesetz das erste in Italien ist, das sich auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bezieht. Sie umriss seine Ziele, die darin bestehen, aus der Geschlechterperspektive eine gleichmäßigere Verteilung der familiären Verantwortung, mehr gleitende Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst und eine stärkere Beteiligung der Unternehmen und Sozialpartner zu erzielen.
Artikel 9 sieht „Experimente für positive Handlungen“ vor, um Maßnahmen im Hinblick auf  ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben zu entwickeln – ein Bereich, der seit 2007 vom italienischen Ministerium für Familienpolitik verwaltet wird. Unternehmen aller Größen und sogar Selbständige kommen hierfür in Frage. Die Förderung kann sich auf eine breite Vielfalt von Aktivitäten erstrecken, wie  flexible Arbeitszeitregelungen, Schulungsprogramme für die Rückkehr zum Arbeitsplatz nach einer Unterbrechung und Kinderbetreuungseinrichtungen. Zwischen 2001 und 2008 wurden 684 genehmigt, die sich insgesamt auf fast 43 Mio. Euro beliefen. Im Jahr 2008 allein wurden 13,6 Mio. Euro für rund 5.000 Endbegünstigte ausgegeben, von denen mehr als 80 % Frauen waren. Frau Pelaia verwies jedoch auf eine eindeutige regionale Disparität im Bekanntheitsgrad, der im Norden des Landes höher ist.

Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit in anderen EU-Mitgliedstaaten

In der Nachmittagssitzung des Seminars wurde Italien in den Kontext von Vereinbarkeitsmaßnahmen anderer Mitgliedstaaten gesetzt. Suzan Aafjes (Ministerium für Soziales und Arbeit der Niederlande) präsentierte „Task Force Part-Time Plus’, ein Regierungsprogramm, das Teilzeitarbeitnehmer dazu anregen soll, ihre Anzahl an Arbeitsstunden zu erhöhen.
Henrike Werner (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) präsentierte das Programm  ‚Die Familie: ein Faktor für Erfolg'.  Diese Initiative verfolgt zwar die gleichen Ziele wie Italiens Artikel 9, doch basiert sie nicht auf einem Gesetz, sonder hat eher die Form einer freiwilligen „Allianz“ zwischen Regierung, Unternehmern und Gewerkschaften.
Andere Sprecher konzentrierten sich mehr auf die Herausforderungen, die sich in ihren Ländern boten. Jerzy Ciechański (Polnisches Ministerium für Arbeit und Soziales) verwies darauf, dass die Erwartungen der Familien von Polens Baby-Boom-Generation der 1980er und die Revision der Sozialausgaben (aufgrund der Finanzkrise) eine Gelegenheit darstellen, den polnischen Ansatz neu zu formulieren und dem Kinderbetreuungssystem dabei hohe Priorität zu geben.
Maya Miljanic-Brinkworth (Maltesisches Ministerium für Sozialpolitik) sprach über die besonders starke Diskrepanz in Malta zwischen der hohen Beschäftigungsrate junger Frauen allgemein und den geringen Beschäftigungsquoten junger Mütter. Vereinbarkeitsmöglichkeiten sind in der Privatwirtschaft besonders limitiert.
Die letzte Sprecherin, Kateřina Čadyová (Tschechisches Ministerium für Arbeit und Soziales) umriss die Prioritäten der neuen Regierung in der Familienpolitik, nämlich Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Förderung aktiver Vaterschaft und Förderung innovativer Formen der Kinderbetreuung.

For further information

Presentations:

Task Force Part-Time Pluspdf, Suzan Aafjes, Ministry of Social Affairs and Employment, Netherlands

The Family: a Factor for Success pdf, Henrike Werner, Federal Ministry for Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth, Germany

 
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