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Eurochild-Konferenz legt Schwerpunkt auf Indikatoren für das Wohlergehen von Kindern

11/11/2009

Die Nichtregierungsorganisation Eurochild, die sich europaweit für die Interessen von Kindern einsetzt, veranstaltete am 11. – 12. November 2009 ihre sechste Jahreskonferenz in Limassol, Zypern. Unter dem Titel: „Beobachtung des Wohlergehens von Kindern: bessere Politik, bessere Praktiken“ brachte das diesjährige Event zu dem wichtigen Thema Persönlichkeiten wie den EU-Kommissar für Beschäftigung und Soziales sowie Regierungsvertreter, Forscher, Vertreter der Zivilgesellschaft und junge Menschen an einen Tisch.

 Die Nichtregierungsorganisation Eurochild, die sich europaweit für die Interessen von Kindern einsetzt, veranstaltete am 11. – 12. November 2009 ihre sechste Jahreskonferenz in Limassol, Zypern. Unter dem Titel: „Beobachtung des Wohlergehens von Kindern: bessere Politik, bessere Praktiken“ brachte das diesjährige Event zu dem wichtigen Thema Persönlichkeiten wie den EU-Kommissar für Beschäftigung und Soziales sowie Regierungsvertreter, Forscher, Vertreter der Zivilgesellschaft und junge Menschen an einen Tisch.

Verbesserung der Indikatoren

Die Erfassung von Daten zum Wohlergehen des Kindes gestaltet sich schwierig. Zudem sind viele Punkte quantitativ noch nicht bestimmbar. Eine der Hauptstatistiken besagt, dass 20% der Kinder in der EU armutsgefährdet sind. Eine Lösung zur Bewältigung dieses Problems ist die Entwicklung von Datenerfassung und Datenüberwachung in Bezug auf die mit Armut verbundenen Ursachen und Konsequenzen.

Viele Konferenzteilnehmer forderten gemeinsam vereinbarte Indikatoren für Armut und soziale Ausgrenzung auf EU-Ebene. Überdies wurde die konsequente Nutzung von Terminologie und Datenerfassung als entscheidend erachtet, um die Vergleichbarkeit von Informationen zu verbessern. 

Neben ihrer richtungsweisenden Funktion für Veränderungen und neue Ansätze können Indikatoren nach den Worten von Eric Marlier des in Luxemburg ansässigen Forschungsinstituts CEPS/INSTEAD als „Ergebnisnachweis“ erfolgreicher Praktiken dienen.

Wohlbefinden aus Kinderperspektive

Indikatoren können dazu beitragen, die Lage von Kindern aufzuzeigen. Häufig bleibt es für die Kinder jedoch schwierig, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Mehrere Teilnehmer – darunter István György Tóth des Sozialforschungsinstituts TARKI – unterstrichen, dass Indikatoren die eigene Wahrnehmung von Kindern sowie deren Prioritäten und Lösungsansätze bei Problemen, die sich häufig von denen Erwachsener unterscheiden, eingehender berücksichtigen müssen.

Kinder können zudem auf direktere Weise einen wertvollen Beitrag leisten. Die zyprische Arbeitsministerin Sotiroula Charalambous wies in diesem Zusammenhang auf die Einberufung eines Parlaments für Kinder in ihrem Land hin. Außerdem wurden junge Leute aufgefordert, ihre Anliegen bei der Eurochild-Konferenz einzubringen.

Workshops: gefährdete Gruppen und bewährte Verfahren

Kinder sind in Bezug auf Armut häufig stärker gefährdet als Erwachsene; in Zypern ist die Gefahr beispielsweise doppelt so hoch. Faktoren, die das Risiko erhöhen, wurden insbesondere in den Workshops der Konferenz erörtert: Migranten, Volksgruppen der Roma, Alleinerziehende oder kinderreiche Familien, Drogen-/Alkoholabhängigkeit und Invalidität. Allgemein herrschte Einigkeit darüber, dass weiter an den Indikatoren gearbeitet werden muss, um die Schwierigkeiten und notwendigen Ansätze für gefährdete Gruppen besser nachvollziehen zu können.

Die Workshops boten zudem Gelegenheit für den Austausch bewährter Verfahren. Zudem konnten die Teilnehmer bei einem Besuch in einem ersten Betreuungszentrum für berufstätige Mütter einen direkten Einblick in diese Initiative in Limassol gewinnen.   

Mit Blick nach vorn

Zahlreiche Teilnehmer vertraten die Ansicht, dass finanzielle Kürzungen von Familienleistungen kurzsichtig seien. In Bezugnahme auf die Finanzkrise stellte die Präsidentin von Eurochild Catriona Williams die Forderung, „ausreichend in Kleinkinder zu investieren, um sicherzustellen, dass sie ihr Potenzial vollständig entwickeln können“. 

Die Konferenz fand nur wenige Wochen vor dem Beginn des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2010 statt. Sprecher der spanischen und belgischen Regierungen – deren Länder im Jahresverlauf die rotierende EU-Präsidentschaft übernehmen werden – schlossen die Konferenz mit der Verpflichtung, eine EU-Empfehlung zum Wohlbefinden von Kindern und zum Kampf gegen Armut bis Ende 2010 vorzulegen.

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